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Inhalt

Der 12-jährige Abe („Stranger Things“-Star Noah Schnapp) ist anders als seine Schulfreunde. Statt auf Autos, teure Klamotten oder Selfies steht er aufs Kochen. Heimlich durchstreift er nachts die Restaurants und Märkte der brodelnden Metropole New York auf der Suche nach neuen Inspirationen. Bei einem seiner Streifzüge begegnet er dem Streetfood-Künstler Chico (Seu Jorge). Dessen kreative Kochkunst vereint die unterschiedlichsten kulturellen Einflüsse. Das bringt Abe auf die Idee seine zerstrittene Familie durch eigene, neue Rezepte zusammenzubringen. Denn als Sohn palästinensischer und israelischer Eltern kann er es keinem seiner Verwandten recht machen. Hin- und hergerissen zwischen den Religionen und Traditionen begibt er sich auf eine diplomatische Mission ganz im Zeichen des Geschmacks.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Oder war es doch eher die Familie? Nun, im Falle von Soulfood - Familie geht durch den Magen (OT: Abe) ist zumindest letzteres klar der Fall, wobei eigentlich die kulinarischen Begegnungen von Abraham/Ibrahim – der eigentlich nur Abe genannt werden möchte - und seiner Familie eher im Chaos enden. Denn der brasilianische Regisseur und Autor Fernando Grostein Andrade (Qualquer Gato Vira-Lata 2) nimmt das gemeinschaftliche Essen als Anlass, eine Geschichte voller Familienstreitereien und Religionskonflikten zu erzählen, die gekonnt mit dem Thema Kochen verwoben werden. Denn wo kommt eigentlich ein kulinarisches Erbe her? Und haben wir nicht gerade beim Essen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede? Für Abe ist die Antwort indes bereits früh klar: Mit seinem Foodblog möchte er nicht nur verschiedene Geschmäcker miteinander fusionieren, sondern auch Widerstände überwinden – in erster Linie die, die seine Familie ihn aufzwängt.

Soulfood kann hier besonders von zwei Dingen ganz fulminant profitieren: Zum einen von Noah Schnapp als neugieriger wie träumerischer Abe, der besonders bei der Freundschaft zum Koch Chico (Seu Jorge) aufblüht. Zum anderen bei der Familie von Abe, die zwischen Judentum, Islam, Atheismus und Agnostizismus innerlich vollkommen zerbrochen scheint. Gerade der eigentlich fröhliche Abe steht dabei zwischen den Fronten: Soll er lieber fasten oder sich für jüdische Tradition interessieren? Soll er so bleiben wie er ist oder seinen muslimischen Großeltern und jüdischen Großvater beistehen. Während letzteres sich köstlich über Politik, Küche und Religion streiten – was jedoch nicht immer genau auf den Punkt formuliert wird – gerät Abe in eine Spirale der Einsamkeit und flüchtet sich in Essen. Mehr noch: Sein Blog scheint ein Rückzugspunkt zu sein, wo er sich die Bestätigung holt (dieser aber nicht bekommt). Als er schließlich Chico kennenlernt, scheint er endlich die Lösung gefunden zu haben … ein Gericht welches alles ineinander vereint.

Während die erste Hälfte so mit hippen Szenenwechsel und toller Musik aufwartet, wird es zum Ende hin bei Soulfood deutlich dramatischer. Genau hier, kann Fernando Grostein Andrade allerdings seine Tonalität nicht halten. Wo vorher unbeschwerte Sommergefühle und Entdeckungen in Sachen Kochkunst im Vordergrund stehen, wird die Familienkulisse nach und nach in Scherben gelegt. Allerdings schafft es der Film hier nicht – leider auch aufgrund der eher mäßigen Synchronisierung (also lieber im Original schauen) – richtig emotional oder intensiv zu werden. Das Finale fliegt eher schnell vorbei und bevor überhaupt irgendwas passieren kann, scheinen alle Wogen geglättet. Natürlich ist eine solche Vorstellung schön und dank seiner Naivität, in Verbindung mit der tollen Darstellung von Noah Schnapp durchaus gelungen, aber für ein tiefes bewegendes Drama reicht es dann einfach nicht. Was bleibt ist eine gute Komödie, die aber am Ende zu handzahm bleibt.

Fazit

Dank seiner frischen – und manchmal sehr köstlichen – Inszenierung sowie einem engagierten und fantastischem Noah Schnapp, ist "Soulfood - Familie geht durch den Magen" eine solide wie leichte Sommerkomödie geworden, die zwischen Familiendrama und der Leidenschaft zum Kochen hin und herwechselt. Für mehr reicht es allerdings nicht: In Sachen Schärfe bleibt der Film von Fernando Grostein Andrade eher seicht. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen.

Autor: Thomas Repenning

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