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Die Flugkapitäne Metrand und Patroni fliegen das an die amerikanischen Fluglinie Federation World Airlines neu übergebene Überschall-Passagierflugzeug Concorde von Washington über Paris nach Moskau. In Vorbereitung der Olympischen Spiele in Moskau befinden sich eine Abordnung sowjetischer Sportler, mehrere illustre Persönlichkeiten sowie eine Journalistin, Maggie Whelan, an Bord. Letztere war noch bis kurz zuvor mit dem Industriellen Kevin Harrison liiert, dem Vorsitzenden des Rüstungskonzerns Harrison Industries.
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Was 1970 noch als Charakterdrama mit Katastrophen-Einschlag in Airport begann, markierte den Startpunkt eines Trends, der das Kino der 1970er-Jahre spürbar prägte, aber gut eine Dekade später deutlich an Kraft verloren hatte. Bereits die beiden Sequels konnten nicht mehr ganz an die Wirkung des Originals anknüpfen, auch wenn sie weiterhin auf große Namen und ein vertrautes Erfolgsrezept setzten. Während im ersten Teil noch das Who-is-Who von Tinseltown vor der Kamera stand, setzt Airport 80 – The Concorde (im Original Airport 79) diesen Ansatz in abgeschwächter Form fort – als späte Ausprägung eines Genres, das seine stärkste Phase bereits hinter sich hat.

Zwischen Staraufgebot und schwindender Klarheit

Im Mittelpunkt steht erneut George Kennedy als Pilot Joe Patroni, der als verbindende Figur des Franchise wieder ins Cockpit zurückkehrt. An seiner Seite findet sich ein international zusammengestellter Cast, der deutlich macht, wie sehr der Film noch einmal an frühere Größe anknüpfen möchte. ist als glamouröses Zugeständnis an europäische Starpower dabei und wird mit Emmanuelle-Darstellerin  kombiniert, die hier in einer Rolle als Stewardess auftaucht, aber nicht wirklich mehr zu tun bekommt, als da zu sein und Delon anzuschmachten. 

David Warner ergänzt das Piloten-Trio und bekommt mehr Panik vor seiner Obst-Diät, wie vor Beinah-Abstürzen. Ergänzt wird diese Besetzung durch weitere bekannte Namen wie  und sogar Genre-Größen wie Sybil Danning dürfen mitmachen. Trotz dieser auffälligen Namen bleibt jedoch der Eindruck bestehen, dass hier vor allem an eine frühere Strahlkraft angeknüpft werden soll, die sich in dieser Form nicht mehr reproduzieren lässt.

Katastrophenkino im Baukastenprinzip

Im Zentrum steht der Überschalljet Concorde, ein technisches Prestigeobjekt seiner Zeit und zugleich idealer Schauplatz für das klassische Katastrophenkino. Die Handlung verbindet eine Verschwörung rund um eine Rüstungsfirma mit der Figur einer Whistleblowerin, die versucht, brisante Informationen ans Licht zu bringen. Diese Hauptlinie wird jedoch permanent von kleineren Nebenhandlungen begleitet, die eher als Ergänzung denn als tragende Elemente funktionieren.

Genau hier zeigt sich die typische Struktur des späten Katastrophenkinos: viele Figuren, viele Einzelprobleme, viele kleine Krisen, die parallel zur großen Geschichte laufen. Statt einer klaren dramaturgischen Führung entsteht ein eher fragmentierter Erzählfluss, in dem sich Szenen und Konflikte aneinanderreihen, ohne sich konsequent zu bündeln.

Mit zunehmender Laufzeit wird deutlich, dass der Film seine Struktur nur bedingt im Griff hat. Mehrere erzählerische Ideen existieren nebeneinander, ohne dass eine klare Hierarchie entsteht. Das geht im letzten Drittel sogar so weit, dass die Katastrophenhandlung im Grunde noch einmal von vorne aufgerollt wird, statt sie konsequent zu Ende zu führen. Dieser Umstand verstärkt den Eindruck eines Films, der seine eigenen Muster wiederholt, anstatt sie dramaturgisch zuzuspitzen.

Trotz dieser Schwächen bleibt eine gewisse Eigendynamik erhalten. Die Vielzahl an Figuren und Handlungssträngen sorgt für eine permanente Bewegung, auch wenn diese selten zielgerichtet wirkt. Der Film lebt weniger von stringenter Spannung als von seiner ständigen Überfülle. Interessant: Das Script stammte von Eric Roth, der später Erfolge wie Forrest Gump oder zuletzt Killers of the Flower Moon schrieb.

"Airport 79" oder "Airplane" - das ist manchmal schwer zu unterscheiden

Ganz ehrlich, es gibt Momente, in denen Airport 79 fast so wirkt, als hätte man Szenen mit Leslie Nielsen gedreht, aber herausgeschnitten und das nicht nur, weil sein späterer Nackte Kanone-Kollege George Kennedy ebenfalls mitspielt. Vieles was hier dargeboten wird, wirkt einfach so herrlich übertrieben. Im Kontext wie die Figuren reagieren und wie Regisseur das alles inszeniert, wirkt der Film näher am Spoof-Klassiker Airplane, als an dem ersten Airport.

Zugleich ist der Film in seiner Tonalität nicht frei von problematischen Elementen. Rassistische und misogyn geprägte Untertöne sind Teil des erzählerischen Umfelds, eingebettet in die typische Mischung aus Verschwörung, Industrieinteressen und Katastrophenszenario der späten 1970er-Jahre. Das entspricht dem damaligen Zeitgeist, wirkt heute jedoch deutlich sichtbarer und weniger reflektiert.

Die Concorde selbst bleibt dabei das zentrale Symbol: ein technisches Wunderwerk, das für Fortschritt, Geschwindigkeit und Luxus steht, zugleich aber als fragiler Raum inszeniert wird, in dem Kontrolle jederzeit kippen kann. In dieser Ambivalenz spiegelt sich auch das Genre wider, das zwischen technischer Faszination und erzählerischer Überforderung schwankt.

Fazit

Nach „Airport 80“ ist es kaum verwunderlich, dass diese Art des Blockbuster-Kinos zunächst eine längere Pause einlegte, bevor sie in den 1990er-Jahren für eine Zeit wieder aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt wurde. Was hier an unironischem Blödsinn geboten wird, ist zugleich frech und unterhaltsam. Das Ganze ist so kaltschnäuzig, dass der Film seine Handlung im Grunde gleich zweimal erzählt. Da fragt man sich schon, wo Leslie Nielsen bleibt, denn der Unterschied zwischen „Airport 80“ und „Airplane!“ besteht im Kern vielleicht nur darin, dass man sich bei einem der beiden bewusst dafür entschieden hat, großen Unsinn mit ernster Miene zu spielen. Hoffen wir, dass es „Airplane!“ war.

Kritik: Sebastian Groß

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