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Am 25. Juni 1950 bricht der Koreakrieg aus, als Truppen der nordkoreanischen Volksarmee in Südkorea eindringen. 772 unerfahrene Schüler- und Studentensoldaten erhalten Monate später den Befehl, den Weg für die „Operation Chromite“ der alliierten US-Soldaten zu ebnen, die eine Kriegswende bringen soll. Nach nur zwei Wochen Bootcamp-Training werden die jungen Südkoreaner mit wenig Munition, spärlichen Lebensmittelvorräten und gebrauchten Waffen zur Front entsandt. Doch das Bataillon unter Führung von Kommandant Lee erwartet bei der Landung am Strand von Jangsari das Dauerfeuer der nordkoreanischen Volksarmee und damit der sichere Tod. Währenddessen kämpft die US-Kriegskorrespondentin Marguerite Higgins (Megan Fox) für die Rettung der Rekruten und will mit ihren Berichten über deren ausweglosen Kampf aufklären. Ausgeliefert und dem Tode nah, versuchen die Studentensoldaten ihre Mission erfolgreich zu erfüllen und die strategisch wichtige Halbinsel zurückzuerobern…

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Kritik

Wenn es um koreanische Kriegsdramen geht, dann zählen wohl Filme wie Brotherhood, Prisoners of War, 71 - Into the Fire sowie The Front Line - Der Krieg ist nie zu Ende ganz klar zu den besten ihres Faches. Kein Wunder, bei kaum einem Krieg in der Menschheitsgeschichte wird die Sinnlosigkeit des Kampfes und die Zufälligkeit der Gegner so deutlich wie beim Koreakrieg. Mit insgesamt 4 Millionen Opfern auf beiden Seiten und einer beispiellosen Materialschlacht – und einer brutalen Trennung eines eins vereinten Landes – gibt es mehr Tragik als zu erzählen möglich ist. In regelmäßigen Abständen folgen somit weitere Beiträge im Genre, die aber zumeist nicht die Tiefe oder Dramatik der oben genannten Klassiker erreichen. So beispielsweise auch Operation Chromite aus dem Jahre 2016 von Regisseur John H. Lee, welcher sich der realen Operation rund um die Invasion der UN-Truppen widmete. Mit Liam Neeson als Zugpferd, sollte der Film zudem international ein Erfolg werden. Bataillon der Verdammten - Die Schlacht um Jangsari (OT: Jangsa-ri 9.15) schließt nun als Teil einer Trilogie dort an und erzählt abermals eine Geschichte voller Bruderkampf, Leid und groteskem Wahnsinn.

Während indes Operation Chromite als oberflächlicher Actionfilm mit jeder Menge Pathos und Explosionen endete, hat Regisseur Kyung-taek Kwak – unter der Hilfe von Autor Man-Hee Lee – ein deutlich anderes Problem: Seine geteilte Geschichte. Denn während die 772 Schüler- und Studentensoldaten zum Sinnbild der Unschuld und des Opfers werden, hervorragend untermalt von zu Beginn erschütternden Kampfsequenzen, bleibt der Blick auf die USA bzw. UN in Form von George Eads sowie Megan Fox sehr diffus und wenig greifbar. Als klare Vermarktungsnamen gecastet, sind ihre Rollen nicht nur offensichtlich fremd im eigenen Film, sondern sie greifen auch wenig ineinander (es ist filmisch sogar unklar, ob sie jemals in Korea gedreht haben). Zumindest hat die reale Figur der Marguerite Higgins – die als erste Frau den Pulitzer-Preis für Auslandsberichterstattung erhielt – weit mehr zu bieten, als es Megan Fox schauspielerisch und inhaltlich in Bataillon der Verdammten vermag. Sie verkommt zum moralischen Kompass und zur Stichwortgeberin für General Stevens, der dann doch eisern und hart den Truppen zur Unterstützung eilt. Selbst mit dem Verweis am Ende auf die Fotoreporterin Margaret Bourke-White, bleibt dies eine vertane Chance und teilt drastisch die Aufmerksamkeit, auf eine eigentlich sehr solide Kriegsgeschichte.

Der Krieg selbst, wird unterdessen in Bataillon der Verdammten eindringlich, blutig und brachial erzählt und inszeniert. Erst nach unzähligen anonymen Toten, bekommen wir überhaupt ein Gefühl für Figuren und Verlust – und absolute Aufopferung. Doch Pathos kommt im Film eher selten auf und wird erst im Finale so richtig kitschig. In seinen besten Momenten ist der Film von Regisseur Kyung-taek Kwak eher nüchtern und zurückhaltend. Gerade die nächtliche Mission auf der Choi Sung-Pil (Minho Choi) auf seinen Cousin Choi Jae-pil (Gun-han Ko) stößt – beide einst Familie und nun zerrissen durch Ideologien und Machtspiele – wird trotz einer gewissen Konstruktion zum spannenden Lehrstück des Koreakrieges. Das Problem ist jedoch, dass wir selbiges schon oft gesehen haben: Bruderkampf, Gemetzel und scheinbares Heldentum. Zumindest die Action ist aber über jeden Zweifel erhaben: Die Bildgewaltigen Schlachtenszenen sorgen für Entsetzen und Erschütterungen. Am Ende bleibt aber eine gewisse Ernüchterung zurück.

Fazit

"Bataillon der Verdammten – Die Schlacht um Jangsari" ist ein ambitioniertes Kriegsdrama, welches gelungen die Unschuld und Naivität der Schüler- und Studentensoldaten des Jahres 1950 erfasst und gleichsam die Grausamkeit des Krieges offenbart. Trotz Pathos und Kitsch am Ende, bleibt daher der Film von Kyung-taek Kwak eine Empfehlung für Genre-Fans. Schade ist hingegen, dass George Eads und Megan Fox aufgrund ihrer Namen (und vermutlich niedrigen Gagen) in den Film eingebaut wurden, ohne wirklich etwas von der eigentlichen Dynamik und Faszination ihrer realen Vorbilder zu hinterlassen. Leider.   

Autor: Thomas Repenning

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