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Eine monumentale Science-Fiction-Saga um die Welt am Rande des Untergangs, von Roger Christian ('Nostradamus'), hochkarätig besetzt mit John Travolta ('Pulp Fiction'), Barry Pepper ('Der Soldat James Ryan') und Forest Whitaker ('Species'). Trotz Starbesetzung ein Flop.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Selbstverständlich läuten da alle Alarmglocken schrill auf, wenn man hört, welch berühmt-berüchtigten Personalien sich für Battlefield Earth – Kampf um die Erde versammelt haben: Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard und besetzt wie mitproduziert vom bekennenden Sektierer John Travolta (Pulp Fiction), möchte man Battlefield Earth – Kampf um die Erde am liebsten schon vor der Sichtung in eine diffamierende Schublade manövrieren. Dass es sich John Travolta auf der Pressetour des Films auch nicht hat nehmen lassen, von ihm signierte L. Ron Hubbard-Romane zu verteilen, ist da nur ein weiterer Punkt, der außerordentlich missmutig stimmt, ebenso wie das hartnäckige Gerücht, dass die ganze Nummer hier in Wahrheit von üppigen Geldern aus dem Sektenfonds finanziert worden sein soll. Man muss im Nachhinein allerdings zugeben, dass Battlefield Earth – Kampf um die Erde keinesfalls so streng nach scientologischer Indoktrination muffelt, wie anzunehmen war.

Ein regelrechter Unfilm ist dennoch entstanden; und dass ein Mann wie Rogert Christian (hier als Regisseur aktiv), der 1977 noch für die Space Opera Krieg der Sterne in der Kategorie Best Art Direction-Set Decoration mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, einen visuell derart miserablen Streifen abliefert, ist schon eine deutliche Ansage. Wenn man sich ansieht, mit was für einer künstlerischen Inkompetenz hier zu Werke geschritten wurde, fällt man schnell dem Glauben anheim, selbst die Knalltüten aus dem verstrahlten Sektenzirkel würden sich für Battlefield Earth – Kampf um die Erde in Grund und Boden schämen. Die vom Aussterben bedrohte Menschheit jedenfalls, sie steht einmal mehr unter dem Joch hochintelligenter Außerirdischer (genannt Psychlos und so gestaltet, dass sie beim monatlichen Klingonentreffen kaum auffallen würden), die die Erde einst in sportlichen 9 Minuten erobert haben, um sich nun daran schaffen zu machen, die irdischen Ressourcen abzubauen.

Battlefield Earth – Kampf um die Erde stimmt also mal wieder das obligatorische Post-Invasions-Szenario an. Da darf dann auch das tapfere Menschlein fehlen nicht fehlen, welches sich gegen die extraterrestrischen Kastenköppe auflehnt und ganz privilegiert den Erlöserposten einnimmt. In diesem Fall ist das Jonnie Goodboy Taylor (Barry Pepper, Der Soldat James Ryan), der schnell eine kleine Gefolgschaft um sich herum mobilisieren kann, die ihm hilft, die Erde wieder zurück in die Hände der Menschheit zu legen. Dass der unentwegt grimassierende John Travolta die Rolle des außerirdischen, strafversetzten Anführers Terls ausfüllt, der zusammen mit seinem Gehilfen Ker (Waschmaschinenkompakt: Forest Whitaker, Arrival) versucht, durch das in verseuchten Gebieten geförderte Gold in der Gunst seiner Vorgesetzten zu steigen, gibt dem einstigen Saturday Night Fever-Star Anlass genug, um sich von der schauspielerisch peinlichsten Seite zu präsentieren. Sicherlich ist Travolta da nicht die Ausnahme, doch sein überkandideltes Overacting wirkt immer mit einem so unbedingten Nachdruck daneben, dass es wehtut.

Dramaturgisch vollkommen ineffizient, darstellerisch indiskutabel, antiquierte Effekte, schale Sets und eine sich jeder einnehmenden Strahlkraft verschließende Bildsprache machen dieses (Pseudo-)Sci-Fi-Spektakel zu einem regelrechten Krampferlebnis, für das sich eigentlich auch das Nachtprogramm von Tele5 unlängst zu schade geworden sein sollte - Die reinste Eskapismusverweigerung eben. Battlefield Earth – Krieg um die Erde ist in seiner immanenten Minderwertigkeit ein exaktes Paradebeispiel dafür, warum die Leidenschaft Film manchmal so zum Kotzen sein kann: Nichts ist wohl schlimmer als (Anti-)Kino, das so leer, so debil und so billig ist, das es nicht einmal mehr in der Lage scheint, die simpelsten Genre-Parameter abzugrasen. Aber warum so viele Worte über Roger Christians 70-Millionen-Dollar-Ramsch verlieren? Das Mittelfinger-Emoji auf dem Smartphone fasst das Gefühl, das man dem auf endlose zwei Stunden gedehnten Schrott entgegenbringt, eigentlich recht treffsicher zusammen.

Fazit

Dieser Film ist grottenschlecht. Da muss man gar nicht diskutieren oder auch nur lange nachdenken. Das springt einem von Sekunde 1 an ins Gesicht. Ein Film, wie ein Stein im Schuh. Ein Film, wie die umherirrende Mücke im Schlafzimmer, wenn schon das Licht aus ist. Ein Film, den man gesehen haben muss, um zu glauben, dass es ihn wirklich gibt. Aber dafür müsste man ihn sich ansehen. 

Autor: Pascal Reis

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