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Quelle: themoviedb.org

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Inhalt

Fünf Jahre ist es her, dass eine Zombie-Apokalypse praktisch die ganze Menschheit ausgelöscht hat. Die seinerzeit angehend Ärztin Zoe war dabei, als Patient X in ihrem Institut für den Ausbruch sorgte. Seitdem lebt sie in einem militärischen Bunker, wo sie Forschungen betreibt, um die Epidemie möglicherweise doch noch in den Griff zu bekommen. Da man die Untersuchungen nicht ohne Versuche am „lebenden“ Objekt betreiben kann, dienen Untote vor den Toren der Basis als Versuchsobjekte. Als Zoe mit einem Einsatzteam Medikamente besorgen will, stoßen sie auf weitere Zombies. Einer von denen kann die Verfolgung aufnehmen und sich in die Basis einschleichen. Als er Zoe gegenüber steht, beißt er jedoch nicht zu. Die Ärztin erkennt, dass es sich um Max handelt – einen aufdringlichen Patienten, der einst versuchte, sie zu vergewaltigen. Sein Blut scheint allerdings dermaßen hohe Konzentrationen von Immunität zu enthalten, dass er nicht zum völlig willenlosen Killer mutiert ist. Er könnte der Schlüssel für ein Heilmittel sein. Doch der Rest der Basis ist gar nicht entzückt darüber, einen lebenden Untoten gefangen zu halten …

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Der Film Day of the Dead von Regisseur George A. Romero (Dawn of the Dead) gilt als einer DER Zombieklassiker schlechthin. Vielleicht ist es auch einer DER besten Zombiefilme überhaupt. Romero erschuf 1985 einen gesellschaftskritischen Film im klassischen Zombiegewand, mit ordentlichen Splatterszenen und einer durchdachten Story, welche in ihrer Einfachheit zu überzeugen wusste. Im Jahre 2008 erschien  schließlich das erste „Remake“ von Steve Miner (Lake Placid), welches, außer dem Titel, nur wenig mit dem Original zu tun hatte. Vollkommen zu Recht verschwand dieser Film in der Versenkung und blieb auch bis heute dort. Nun ist mit Day of the Dead: Bloodline ein weiteres Remake erschienen, welches sich thematisch dem Original wieder annähert.

Dabei orientiert sich das Remake in seiner Machart deutlich an dem 2004 erschienenen Remake von Dawn of the Dead. Die Zombies können rennen, sind agiler und die ganzen Actionszenen sind flotter inszeniert, als noch zu Romeros Zeiten. Obwohl die Darstellung der Zombies sich deutlich zur alten Darstellung unterscheidet, bewies insbesondere die Version von Zack Snyder (Watchmen), dass diese Änderung nicht schlecht sein muss. Es wirkt weitaus zeitgemäßer und bedrohlicher, wenn die Zombies rennend ihrer Beute nachjagen. Nur schade, dass dies der einzig positive Aspekt von Day of the Dead: Bloodline ist. Was uns nämlich hier als Remake vorgesetzt wird, unterscheidet sich nicht im Geringsten von dem ganzen Unsinn, welcher uns im Subgenre Zombiehorror so kredenzt wird.

Und dabei ist es weniger die Inszenierung selbst, die Day of the Dead: Bloodline das Genick bricht. Regienewcomer Hector Hernandez Vicens versucht zumindest viele praktische Effekte einzusetzen - und davon gibt es reichlich: Die Blutfontänen aus triefenden Bisswunden und das herrlich altmodisches Zombie-Make-Up sehen zumindest halbwegs professionell aus. Da meint man anfangs noch, dass es sich wirklich um ein passables Remake handeln könnte, doch die Hoffnung wird schnell im Keim erstickt.

Beginnend damit, wenn einer der Darsteller den Mund öffnet. Die Dialoge sind teilweise eine Frechheit, reihen sich aber perfekt in die Aktionen der Protagonisten ein, denn diese sind an Dämlichkeit kaum noch zu überbieten. Fünf lange  Jahre überlebten die Protagonisten in Angst und Schrecken, nur um dann ganz plötzlich fatale Fehler zu begehen, die sich jeglicher Logik entbehren. Hier wird ein Zaun offen gelassen, da wird ungeschützt durch dunkle Gebäude gelaufen. Da ist es auch kein Wunder, wenn die Darsteller schnell zu Zombieopfer werden. Ebenfalls sind die Beweggründe häufig fragwürdig. Muss ich mich ohne Waffe von der Gruppe entfernen, nur um ein Foto zu holen? Insbesondere wenn ich weiß, dass ich in diesen Raum, in dem sich das Foto befindet, einen Zombie eingesperrt habe? Und das ist noch eine der harmloseren Nonsensszenen, welche uns hier vorgesetzt werden. Peinlich berührt beobachten wir einen unfähigen Cast, wie er mehr und mehr Quatsch verzapft.

Im Original Day of the Dead ist Zombie Bub eine wichtige Schlüsselfigur. Bub ist ein Zombie, welcher noch ganz geringe menschliche Züge besitzt und trainiert werden soll. Ferner noch soll er als Versuchsobjekt dienen, um ein Zusammenleben mit den Zombies zu garantieren. In Day of the Dead: Bloodline wurde aus Bub der Zombie Max, welcher eigentlich gar nicht als Zombie definiert werden kann. Er kann denken, wortähnliche Fetzen grunzen und hat sogar Problemlösungsstrategien entwickelt. Ganz abgesehen von seiner Fähigkeit sich zu verstecken oder zu schleichen. Dementsprechend unglaubwürdig fügt sich diese Figur in die Story ein, wirkt eher wie ein Störfaktor, und lässt den Film immer mehr in die Asylum-Trashschiene abdriften.

Ebenfalls wird die Situation zu keiner Sekunde ausgenutzt. Was im Original zu einem intensiven Kammerspiel ausgereizt wurde, wird hier einfach übergangen. Wenigstens wird es nicht einmal versucht, denn bei dem hölzernen Schauspiel hätte es nur zu einem weiteren Debakel geführt. Ebenfalls wird die Botschaft des Originals komplett außen vor gelassen. Die Frage, ob nun der Mensch oder der Zombie das wahre Monster unserer Gesellschaft ist, wird in Day of the Dead: Bloodline nicht mal angerissen. Jeglicher gesellschaftskritischer Faktor wurde aus dem Drehbuch entfernt um noch mehr schlechte Zombieaction zu zeigen. Somit bleibt vom Original maximal ein verstümmelter Torso übrig. Was bleibt ist ein Film, welcher maximal Gorehound-Fans aus den Löchern lockt. Denn außer den passablen Effekten gibt es keine nennenswerten positiven Aspekte. Verschwendung von Lebenszeit trifft es ganz passend.

Fazit

Dass der Name eines Klassikers dafür herhalten musste, ist eine Frechheit. “Day of the Dead: Bloodline” ist ein weiterer - vollkommen unnützer - Zombiefilm, den wirklich niemand braucht. Somit reiht er sich in die endlos lange Reihe der billig produzierten Horrorfilme ein und genießt keinerlei Daseinsberechtigung.

Autor: Christian Kühnemann

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