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Die Mädchen von Rochefort (Original: Les Demoiselles de Rochefort) ist ein französisches Filmmusical aus dem Jahr 1967. Nach Die Regenschirme von Cherbourg (1963) war dies Jacques Demys zweiter Film, in dem eine Vielzahl der Dialoge gesungen wird.HandlungDelphine und Solange sind Zwillingsschwestern, die in Rochefort leben. Delphine ist Tanzlehrerin und Solange unterrichtet Klavier. In Rochefort lebt außerdem der junge Dichter…

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Nach Die Regenschirme von Cherbourg inszenierte Jacques Demy (Eselshaut) einen leichtfüßigeren Gegenpart, der stärker zum Wohlfühlen einlädt als sein Vorgänger: Während dieser einen deutlich melancholischen Ton hatte, strahlt Die Mädchen von Rochefort eine positivere Stimmung aus, was nicht zuletzt an der nochmals  intensivierten Farbästhetik liegt, die sich hier aufgrund der längeren Laufzeit stark abnutzt. Während es Demy im Vorfilm noch gelang, die Balance des Pathos zum Kitsch zu halten, überspannt er hier den Bogen bisweilen. Mit ähnlicher Themenwahl, den Träumen und Sehnsüchten nach Liebe einer handvoll sympathischer Charaktere der Hafenstadt Rochefort, kommt er nicht an die dichte und einnehmende Erzählung seines Vorgängers heran. 

Was diesen auszeichnete, war seine Konsequenz das Träumerische auf die harte Kante der Realität treffen zu lassen, jedes Wort der Musik zu überlassen, eine kurze Lauflänge zu wählen, die sich auf das Wesentliche beschränkt, um den Zuschauer nicht zu überreizen und dennoch in melancholischer Stimmung aus den Kinosälen entlässt. Die Mädchen von Rochefort hat diese Konsequenz nicht: Er fühlt sich weniger wie ein sinnlicher Tanz an, der an einem vorbeirauscht, sondern viel mehr wie ein gemütliches Tänzchen mit Kaffee-Pausen zwischendrin. Nicht mehr jedes Wort wird gesungen, die Gesangslagen werden von Dialogen unterbrochen und  die Farbgebung erscheint nicht länger vorrangig als Symbolik für die emotionale Situation der Protagonisten, sondern wird zum Teil als Selbstzweck und Erkennungsmerkmal hochgehalten. Letztlich implizieren selbst die Themenwahl in Anlehnung an den Vorgänger und die erneute Besetzung von Catherine Deneuve (Belle de jour), dass das Werk als heiterer Aufguss des schon Bekannten dienen soll. 

Als solcher ist er jedoch keinesfalls zu verschmähen, ist doch letztlich noch immer ein kompetentes Musical entstanden. Man hat viel Mühe - mehr noch als beim Vorgänger - in die Kostüme und teils aufwendigen Choreographien investiert, die in Kombination mit den größtenteils überzeugenden Musikstücken ein rundes Gesamtbild abgeben, das sich als Hommage an das amerikanische Film-Musical verstehen lässt. Genau wie dieses wirft auch Die Mädchen von Rochefort einen liebevollen Blick auf seine Charaktere, bringt größtes Verständnis für deren Sehnsüchte auf und scheut die Expression großer Emotionen nicht. Genau in dieser Expression unterscheidet er sich jedoch massiv von seinem Vorgänger: Es ist nicht länger der gewährte Einblick in die Intimität der Gefühlswelt, sondern der gewaltige, aufdringliche und zum Teil auch kitschige Ausbruch dieser. 

Fazit

"Die Mädchen von Rochefort" lässt sich als Gegenstück seines Vorgänger denken: Während dieser an einer intimen, melancholischen und dennoch pathetischen Erzählung interessiert war, lässt sich sein Nachfolger als größere, expressive Hommage an das amerikanische Film-Musical einordnen. Handwerklich über jeden Zweifel erhaben, fehlt es dem Wohlfühlfilm dennoch an der Dichte und Sinnlichkeit seines Vorgängers. Aber ein gut gemachten Wohlfühlfilm sieht man heute wohl auch nicht mehr alle Tage. 

Autor: Maximilian Knade

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