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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

In einem nepalesischen Dorf mitten in einem Wald, der von wilden Elefanten bewohnt wird, lebt Pirati, eine angesehene Persönlichkeit und Heilerin der Kinnar-Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft bietet Menschen des dritten Geschlechts Zuflucht, die von ihren Familien verstoßen wurden. Pirati plant, ihre Adoptivfamilie zu verlassen und mit dem Mann zusammenzuleben, den sie liebt. Doch als eine ihrer Töchter verschwindet, muss sie die Ermittlungen selbst in die Hand nehmen und sich zwischen ihrer eigenen Freiheit und ihrer Verantwortung für andere entscheiden.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Mit ihrer einschüchternden Präsenz, deren äußere Ruhe unvermittelt in zerstörerische Wut umschlagen kann, sind die mächtigen Titel-Tiere Abinash Bikram Shah (Shambhala) atmosphärischen Spielfilm-Debüts zugleich Symbol der verborgenen Kraft der autarken Gemeinschaft im Handlungszentrum und deren versteckter Gefahren. Nepals Kinnar, denen die von trans Aktivistin Pushpa Thing Lama eindringlich dargestellte Protagonistin Pirati angehört, sind als drittes Geschlecht eine spirituell und kulturell geachtete Gruppe. Doch die soziale Akzeptanz der trans Frauen, deren Glück bringender Segen auf Familienfesten gesucht wird, ist so unberechenbar wie die ihre Gemeinde umgebende Wildnis. 

Dort beginnt die hypnotische Mischung aus Mystery-Thriller, Sozialdrama und Charakterstudie mit einem gespenstischen Streifzug durch den nächtlichen Dschungel. Pirati, die über ihre selbstgewählte Familie als Mutterfigur wacht, und ihre Töchter Apsara (Aliz Ghimire), Chameli (Jasmin Bishwokarma) und Joon (Sahab Din Miya) vertreiben mit lauten Geräuschen im Urwald um ihre Wohnstatt die Elefanten. Obwohl meist friedlich, können die Dickhäuter unvermittelt angreifen, wenn sie sich in ihrem Revier bedrängt fühlen. Ähnlich duldet das entlegene Dorf die Kinnar nur in einem eng gefassten ritualisierten und zutiefst eigennützigen Rahmen.

In Anziehung und Faszination mischen sich Furcht und Ablehnung des Anderen. Wie Zivilisation und Wildnis existieren die trans Gemeinschaft und Dorfgemeinde in Proximität, aber bleiben getrennt Welten. Dies wird beklemmend deutlich, als die rebellische Apsara spurlos verschwindet und die rigiden Konditionen ihres Kollektivs ihren Status gefährden. Piratis Sehnsucht, mit ihrem heimlichen Geliebten (Aashant Sharma) ein neues Leben zu beginnen, weicht einer manischen Suche nach der Vermissten. Diese zeichnen Noé Bachs suggestive Kamerabilder als mystischer Pfad auf die Nachtseite ihres ländlichen Umfelds und ihre eigene Psyche. 

Fazit

Kritisch enthüllt Abinash Bikram Shah die moralistischen Widersprüche sozialkultureller Strukturen, in denen Marginalisierung, Sublimierung und Fetischisierung unauflöslich verschlungen sind. Die begrenzten Möglichkeiten einer alternativen Lebensführung machen den Piratis Schutzhort zum selbsterrichteten Käfig. Die persönliche Erfahrung dieser komplexen Mechanismen verleiht Thing Lamas Darstellung eine anrührende Authentizität. Ominöser Soundtrack und spukhafte Geräuschkulisse umfangen die schemenhaften Silhouetten der Dickhäuter und entfalten eine mythische Allegorik animalischer Kraft. Elemente von Krimi- und Schauerfilm verflechten sich in einer finsteren Fabel um die Ungewissheit sozialer Zugehörigkeit und die verdrängten Risse individueller Integrität.

Kritik: Lida Bach

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