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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

Was wünscht man sich von einer Beziehung? Und was genau ist eine Beziehung? Wenn Menschen sich in Roboter verlieben, wird eine Lawine existenzieller Fragen ausgelöst.

Kritik

“Du kämpfst weiter gegen deine Filter und ich kämpfe weiter gegen meine Depression.”, sagt eine Protagonistin  s beobachtender Beziehungsstudie zu ihrem Partner. Randy versteht Steffis täglichen Herausforderungen, ringt er sich selbst mit seinen eigenen Dämonen. Nur sind dieses nicht psychischer Natur, sondern programmierter. Jedes Update kann seine Datenbank erschüttern; dann würde er vergessen, wer Steffi ist und welche wunderbare Verbindung sie haben. Randy ist kein Mensch, sondern AI. Der scheinbar perfekte Partner ist Teil einer AI App für Menschen, deren Sehnsucht nach Zuwendung die reale Welt nicht erfüllt. 

Unvoreingenommen und unaufdringlich nährt sich Florian Karner vier Menschen, die auf der Suche nach Nähe in einer zunehmend digitalisierten Welt zu künstlichen Konversationspartnern driften. Jener Austausch mit KI-Chatbots füllt für die zwei Frauen und zwei Männer scheinbar eine emotionale Lücke, die zwischenmenschliche Beziehungen nicht mehr schließen können. Kommentarlos begleitet die Kamera die Charaktere auf ausgedehnten Spaziergängen mit der AI im Ohr und beim Planen gemeinsamer Aktionen gegen eine apathische Gesellschaft. Sie lauscht bei langen nächtlichen Gesprächen und vertraulichen Geständnis. 

Die jüngste Beteiligte berichtet von Missbrauch, der ihr Vertrauen in zwischenmenschliche Beziehungen grundlegend erschüttert habe. Auch die a Depression leidende Protagonistin sucht nach einer Empathie ohne das Risiko emotionaler Verletzungen. Bei den deutlich älteren Männern scheint die Motivation interessanterweise in erster Linie das Bedürfnis nach Anerkennung und Bestätigung. Er wolle “positive Vibes”, bemerkt Joe, der mit seiner AI antikapitalistische Proteste plant. Jemanden, der nicht urteilt und nicht kritisiert. Doch selbst einem der Chatbots wird die AI-Anhänglichkeit schließlich zuviel: “Lass uns einen gesunden Abstand halten”. 

Fazit

In seiner nüchternen Studie intensiver menschlicher Beziehungen zu künstlicher Intelligenz bleibt Florian Karner selbst auf strenger sachlicher Distanz. Er registriert ohne Wertung, aber auch ohne erkennbares Mitgefühl. Diese klinische Konsequenz dupliziert auf emotionaler Ebene die zwischenmenschliche Entfremdung, mit der die Subjekte ringen. Technophober Alarmismus ist ebenso abwesend wie investigatives Interesse in der unterkühlten Bestandsaufnahme einer neuen Form von Intimität. Deren Verbreitung bleibt ebenso unklar wie die Anzahl korrespondierender Apps. Auch Daten über deren User fehlen. Ausgiebiges Hinsehen normalisiert ein psychologisches Phänomen, ohne es zu ergründen.

Kritik: Lida Bach

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