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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Das einsame Leben eines französischen LKW-Fahrers auf der Straße nimmt eine unerwartete Wendung, als er einer polnischen Fahrerin begegnet. Während sich Gefühle entwickeln, ringt er damit, seinen anspruchsvollen Job mit der Chance auf Liebe in Einklang zu bringen und ist fest entschlossen, ihre Beziehung zum Erfolg zu führen.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

„Heizöl in den Venen“ lautet der französische Original-Titel Pierre Le Galls kantigen Spielfilm-Debüts, das den darin anklingenden Widerspruch von Körperlichkeit und maschineller Mechanik in ungleich sensibler Form untersucht. Charakter-Porträt und Milieustudie verschmelzen zu einer intimen Betrachtung von Männlichkeitsbildern und dem universellen Bedürfnis nach menschlicher Nähe. Jene lebt der einzelgängerische Protagonist nur auf körperlicher Ebene bei flüchtigen Begegnungen, die emotionale Bindungen bewusst ausschließen. Diese psychische Abgrenzung spiegelt die inneren Ängste des wortkargen Lastwagenfahrers Étienne (Alexis ManentiEnjoy Your Stay). 

Die Autobahn-Raststätten und Parkplätze, auf denen er auf seinen Touren durch Europa Halt macht, ersetzen für ihn ein eigenes Zuhause. Seine einzige familiäre Beziehung ist zu seiner Schwester und deren Sohn, die er scheinbar auch nur an wenigen Tagen besucht. Étiennes erschöpfende Touren gleichen einer endlosen Flucht vor etwas, das La Galls mit Camille Perton und Martin Drouot (Reich mir Deine Hand) verfasstes Drehbuch nie klar definiert. So erscheint die selbstgewählte Isolation auch als soziologisches Symptom des von ihm verkörperten Trope.

Étienne ist ein Musterexemplar des Stereotypes des einzelgängerischen Arbeiterklasse-Manns, der seine seelischen Bedürfnisse unterdrückt und - auffällig oft queere - physische Triebe nur anonym und unverbindlich auslebt. Teil dieses narrativen Schemas ist eine Begegnung, die diese einsame Routine unterbricht; wie Étiennes Romanze mit dem polnischen Fernfahrer Bartosz (Julian Świeżewski, Brother). Dessen Liebe zuzulassen ist ein schwieriger Prozess für den innerlich unsicheren Hauptcharakter, den Manenti mit zurückgenommener Anspannung verkörpert. Obwohl er der präsenteste der wenigen Charaktere ist, bleibt seine Distanz auch gegenüber dem Kino-Publikum. 

Wie sein Protagonist scheint der Regisseur bei der zehrenden Arbeitsroutine und im Kollegenkreis der Fahrer*innen sicherer als in den emotionalen Momenten. Die Kontraste des Arbeitsalltags - die Weite der Landstraße und Enge der Kabine, Monotonie und Zeitdruck, Gemeinschaft und Einsamkeit - liefern einen ungleich prägnanten Handlungsrahmen gegenüber der vagen Charakterisierung. Diese Gegensätze akzentuiert die Ästhetik, die zwischen nüchternem Naturalismus und sinnlicher Suggestivität wandelt. Thematisch und psychologisch bleibt die Vielschichtigkeit nur angedeutet, doch dies geschieht dafür umso wirkungsvoller. 

Fazit

In den beobachtenden Szenen, in denen der aufmerksamer Kamerablick Rituale und kameradschaftliche Gesten der Trucker-Gemeinschaft einfängt, wirkt Pierre Le Galls markantes Debüt-Drama fast dokumentarisch. Von fahlem Scheinwerferlicht erhellte Nachtszenen eröffnen dagegen einen Phantasieraum sexueller Abenteuer. Widerspruch und Überschneidung homoerotischer Fetisch-Konstrukte und normativer Männlichkeits-Stereotypen referiert der episodische Plot, ohne sie zu ergründen. Ähnlich vernachlässigt bleiben die ökonomischen Faktoren der strapaziösen Arbeit. Spürbar fasziniert vom LKW-Mikrokosmos schwankt das romantische Road Movie zwischen rauer Authentizität und fiktionaler Verklärung. 

Kritik: Lida Bach

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