MB-Kritik

Girls Don't Cry 2025

Inhalt

Was bedeutet es, in der heutigen, restriktiven Welt Mädchen zu sein?

Der Dokumentarfilm Girls Don't Cry handelt von der Sehnsucht von sechs Mädchen aus sechs Ländern nach einem selbstbestimmten Leben in Freiheit, ihrem Wunsch, sich zu verlieben, ohne Bevormundung, ohne Macht über ihren Körper, mit gleichen Rechten. Wir sehen Nancy, Sheelan, Selenna, Nina, Paige und Sinai, 14-16 Jahre alt, bei ihren selbstbewussten Entscheidungen in schwierigen Situationen, bei ihrem mutigen Kampf gegen brutale Traditionen wie die Beschneidung, gegen gesellschaftliche Zwänge und Druck, gegen Schönheitswahn und Vorurteile. Die Länder, in denen die Protagonistinnen leben, sind nicht nur kilometerweit voneinander entfernt, auch ihre Lebensbedingungen, ihre Bildungschancen und ihre Rechte als Frauen in ihrer Gesellschaft unterscheiden sich erheblich.

Kritik

Die Doku von Sigrid Klausmann-Sittler (Nicht ohne uns!) befasst sich mit den individuellen Geschichten von jungen Mädchen aus Serbien, Deutschland, England, der Republik Korea, Chile und Tansania. Im Mittelpunkt stehen sechs unterschiedliche Schicksale und sechs verschiedene junge Frauen, die jedoch eines gemeinsam haben: die Stärke und den Mut, für sich und das eigene Leben in Selbstbestimmung einzustehen. Wir begleiten die alleinerziehende junge Mutter Paige aus England, Selenna aus Chile, die sich für die Rechte von Transpersonen einsetzt und Nancy aus Tansania, die von zuhause geflohen ist, um einer Beschneidung und einer Zwangsheirat zu entkommen. Nina aus Serbien kämpft mit den Traditionen ihrer Roma-Herkunft, Sinai aus Südkorea möchte nicht den typischen Schönheitsidealen entsprechen und als BMX-Fahrerin erfolgreich werden und Sheelan aus Nordirak versucht in Deutschland mit dem noch lebenden Teil ihrer Familie ein neues Leben zu beginnen und gleichzeitig mit dem Verlust ihres Vaters und ihrer Brüder fertig zu werden.

Girls Don't Cry ist ein Film, der sich mit schweren Themen auseinandersetzt. Dies aber auf eine Art und Weise, die für Zuschauer gut zu verkraften sind. Natürlich geht die ein oder andere Geschichte einem ganz besonders nah und lässt einen tagelang nicht mehr los. Aber der Regisseurin ist es dennoch gelungen diese schwere Kost auf eine möglichst "angenehme" Weise einzubauen, ohne sie jedoch zu verharmlosen. Die Protagonistinnen sind authentisch und schonungslos ehrlich. Sie sprechen ganz offen über ihre Lebensgeschichte und was sie bewegt. Die Doku ist nicht einen Moment langweilig und fesselt die Zuschauer an den Bildschirm. Aber nicht nur wegen den spannenden Geschichten, sondern auch, aufgrund der Umsetzung vom Switch zwischen den verschiedenen Ländern und Storys der jungen Frauen. Die Kameraführung war super und diese außergewöhnlichen Szenenwechsel zu den einzelnen Geschichten sind besonders gut gelungen.

Die Dokumentation ist interessant, gut umgesetzt und vermittelt eine wichtige Botschaft für viele Frauen und Mädchen, die mit ähnlichen Schicksalsschlägen oder Problemen zu kämpfen haben. Die Doku ermutigt dazu, für sich selbst zu kämpfen, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und trotz schwieriger Umstände niemals aufzugeben.

Fazit

"Girls Don't Cry" ist eine spannende und überaus gelungene Doku über Selbstbestimmung und den Mut, dafür zu kämpfen, die man auf jeden Fall gesehen haben sollte. Die Umsetzung bietet Abwechslung und sorgt dafür, dass die 90-minütige Spieldauer wie im Flug vergeht und man sich am Ende wünscht, dass es weitergeht.

Autor: Maria Jimenez
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