6.0

MB-Kritik

One Mile: Chapter One 2026

6.0

Ryan Phillippe
Amélie Hoeferle
Sara Canning
Sage Linder
Beverley Elliott
Phil Burke
Gabrielle Jacinto
C. Thomas Howell
Richard Harmon
Michael Eklund
Aodhan Guy
Jimmy Clarke
Andre Tricoteux
Jason Beaudoin
Harper Grace Maybin
Jayden Popik

Inhalt

Der ehemalige Elitesoldat Danny versucht, die Beziehung zu seiner entfremdeten Teenager-Tochter Alex zu retten. Während eines gemeinsamen College-Roadtrips geraten sie jedoch in die Fänge einer brutalen Sekte im Wald. Als Alex entführt wird, muss Danny all seine tödlichen Fähigkeiten einsetzen, um sie zu befreien.

Kritik

Ende der 90er Jahre feierte Ryan Phillippe mit solchen Filmen Erfolg wie Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast und Eiskalte Engel. Obwohl er nie aufhörte, Filme zu drehen, wurde es in den letzten Jahren zunehmend ruhiger um ihn. Er konzentrierte sich eher auf seine Arbeit an Fernsehfilmen. Mit One Mile setzt er nun auf die Streaming-Produktion, in der er einen Vater spielt, der die Beziehung zu seiner Tochter retten will. Chapter One ist der erste Teil des Action-Thrillers und dieser Teil hat definitiv viel Potenzial, weil sich die Prämisse recht spannend anhört und handlungstechnisch sogar eher an Horrorfilmstoff erinnert: Ein Vater-Tochter-Gespann wird unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in den Wald gelockt und von Sektenmitgliedern angegriffen, die nichts Gutes im Schilde führen. Aus so einer Story kann man ziemlich viel machen, wenn man die Spannung richtig aufzubauen vermag. Das schafft der Regisseur des Films, Adam Davidson, teilweise schon, nur leider nicht durchgängig.

Während die Szenen, in denen Danny und seine Tochter (Amélie Hoeferle, Night Swim) sich in Sicherheit bringen müssen und durch den Wald rennen, durchaus spannend sind, fällt die Spannung schnell ab, wenn sie sich verstecken. In diesem Moment wirkt ihre Flucht wie ein geselliges Beisammensein während eines Vater-Tochter-Ausflugs. Sie reden über ihre Vergangenheit und die Tochter lässt sich vom Vater trösten, ohne dass man das Gefühl hat, dass sie sich dessen bewusst sind, dass sie von bewaffneten Männern gejagt werden. Diese Szene wirkt zu gewollt und zielt zu offensichtlich darauf ab, die schwierige Vater-Tochter-Beziehung aufzubessern. Nachdem man die tiefgründigen Gespräche abgearbeitet hat, wird es wieder spannender und das Gute ist, dass der Film überraschenderweise noch richtig brutal wird. Dabei verabschiedet sich so mancher Bösewicht von ein paar seiner Körperteile und Ryan Philippe macht als wütender Vater eine ziemlich gute Figur, was man nicht unbedingt von ihm erwartet. Von Jason Statham (Shelter) oder Keanu Reeves (John Wick) erwartet man so einiges an Kampfkunst, aber wenn Ryan Philippe mit seinen Tritten und Schlägen loslegt, dann ist man definitiv positiv überrascht.

Wenn Amélie Hoeferle, die seine Tochter spielt, bloß keinen Hang zum Overacting hätte, dann wäre es ideal. Doch man kann nicht alles haben und auch die Bösewichte entpuppen sich im Chapter One noch ziemlich lammfromm. Zumindest geht von ihnen keine offensichtliche Gefahr für das entführte Mädchen aus. Man verzichtet aus irgendeinem Grund bewusst auf die Szenen, die die Spannung steigern könnten, und inszeniert keine Situationen, in denen das Mädchen der drohenden Verletzung ausgesetzt ist. Vermutlich bleiben solche Szenen dem Teil 2 vorbehalten. Im Teil 1 wirkt die Geschichte insgesamt nicht gerade rund und fühlt sich noch nicht ganz auserzählt an. Deswegen lohnt es sich ganz sicher, den Teil 2 anzusehen, um festzustellen, wie die Geschichte weitergeht und ob die Bösewichte endlich zeigen, was in ihnen steckt.

Fazit

Der erste Teil hat seine spannenden Momente und überraschend brutale Szenen, in die Ryan Philippe involviert ist. Leider wirkt der Film irgendwie nicht ausgegoren und schafft es nicht, die Spannung dauerhaft aufrechtzuerhalten. 

Autor: Yuliya Mieland
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