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Quelle: themoviedb.org

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Mit Hana-Bi (Feuerblume oder Feuerwerk) gelang Takeshi Kitano, der sowohl die Hauptrolle spielte als auch das Drehbuch schrieb und Regie führte, der internationale Durchbruch. Der Film bekam 1997 den Goldenen Löwen in Venedig verliehen.
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Mit Hana-bi – Feuerblume gelang Regisseur, Autor & Hauptdarsteller Takeshi Kitano nicht nur der große Durchbruch im Ausland, auch in Japan wurde er endlich vollends als seriöser Filmemacher akzeptiert. Dort war er zwar schon lange ein Star, hauptsächlich jedoch in seiner Funktion als Comedian. Obgleich sich bereits seine ersten Regiearbeiten wie Violent Cop oder Sonatine deutlich von diesem Image entfernten, wirklich ernst genommen wurde Beat Takeshi in dieser für ihn ungewohnten Funktion eher nicht. Erst als dieser Film bei den Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde und auch im Rest der Welt für Begeisterungsstürme sorgte realisierte man auch in seiner Heimat, dass sein Schöpfer doch über mehr Facette verfügte als ihm lange zugestanden wurden.

Kitano selbst spielt Zivilfahnder Nishi, dem das Schicksal übel mitspielt. Zuerst musste er den Tod seiner fünfjährigen Tochter verkraften, dann erkrankt seine Frau unheilbar an Leukämie. Als bei einem Einsatz einer seiner Kollegen vor seinen Augen erschossen und ein weiterer durch die dort erlittenen Verletzungen querschnittsgelähmt wird, bricht seine Welt endgültig zusammen. Zudem steht er bei der Yakuza in der Kreide, da er die Behandlung seiner Frau nicht mehr bezahlen konnte. Um ihr wenigstens einen schönen Abschied zu bereiten, setzt er alles auf eine Karte: Er quittiert den Dienst, überfällt eine Bank und macht sich mit seiner Frau auf einen letzten Road-Trip. Verfolgt von der Yakuza und den alten Kollegen, jedoch zum Äußersten entschlossen und nur darauf erpicht, die letzten Tage ihres gemeinsamen Lebens so gut es geht zu genießen. Auch wenn der Tod allgegenwärtiger ist als jemals zuvor.

Mit Hana-bi – Feuerblume gelingt Takeshi Kitano ein Film voller Gegensätze, die nicht im Widerspruch zueinanderstehen, sondern sich in ihrer augenscheinlichen Disharmonie höchst elegant beflügeln. Nicht etwa Leid und Gewalt stehen im Vordergrund, obwohl der Tod ein ständiger Begleiter ist. Protagonist Nishi scheint vom ihm umzingelt, beinah wie ein Beutetier eingekreist zu sein. Nach und nach wird ihm alles genommen, er selbst bleibt jedoch verschont. Fast, als würde der Sensenmann ihn nicht zu sich holen wollen, um ihn noch mehr quälen und verhöhnen zu können. Apathisch geistert der tragische Held durch das Geschehen, angetrieben nur noch von Verzweiflung, Trauer, Schuldgefühlen und einer tief angestauten Wut, die sich allerdings nicht eruptiv entlädt. Statt zu explodieren oder daran zu Grunde zu gehen, wählt Nishi einen ganz anderen Weg. Einen selbstlosen, mit dem er zwar unweigerlich das eigene Schicksal besiegeln wird, aber wenigstens kurzzeitig aus diesem Teufelskreis ausbricht. Sich im Auge des Hurrikans eine kleine Oase schafft und das Ende damit heraufbeschwört. Obwohl sich die Schlinge unaufhaltsam zuzieht, für diese letzten Momente der innigen Zweisamkeit ist es wert zu sterben. Eine Form von Erlösung.

Denn es ist dieser warmherzige, rührend-poetische Kern der Geschichte, der wie eine Blume aus der unerbittlichen Eiseskälte seiner Umgebung ersprießt. Takeshi Kitano bricht mit den Konventionen des Gangsterfilms, indem er sich teilweise seiner Methodik bedient, nur um sie bewusst zur beiläufigen Randerscheinung zu degradieren. Berichtet wird von einem versöhnlichen, behutsamen Abschiednehmen unter äußerst drastischen Rahmenbedingungen. Offenkundige Brüche in Stil und Stimmung sind hier trotz der diskrepanten Veranlagung nicht vorhanden, sondern werden wie in einem abstrakten Gemälde zu einem individuelles Bild voller Ästhetik und Empathie verarbeitet. Statt dem Publikum durch seine wenig anbiedernde Art und Weise vor den Kopf zu stoßen, offenbart sich Hana-bi – Feuerblume in all seiner inneren und äußeren Schönheit und bleibt als geschickt erzählte, zu tiefst melancholische wie sensible Ballade über die Schuld & Sühne, Liebe & Tod, Verzeihen & Loslassen in Erinnerung.

„Ich danke dir. Verzeih mir.“

Fazit

Trotz seiner emotionalen Schwere, seiner Melancholie und seine immer mal kurzzeitig aufblitzenden Gewalteruptionen ist „Hana-bi – Feuerblume“ ein wunderschöner Liebesfilm der etwas anderen Art. Zudem so etwas wie die Reifeprüfung für Takeshi Kitano, der sich damit endgültig von den an ihn gesteckten, engstirnigen Erwartungshaltungen emanzipieren konnte.

Autor: Jacko Kunze

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