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Der Name Heather verbindet die drei heißesten aber auch hochnäsigsten Schülerinnen der High School von Westerburg. Zu ihrer Clique gehört die hübsche Veronica, die von den Heathers nur geduldet wird, aber aus Prestigegründen ihre Nähe sucht. Das ändert sich, als sie den Außenseiter J.D. kennenlernt. Zu zweit vergiften sie die führende Heather und stellen den Mord als Selbstmord dar. Ebenso ergeht es zwei Jungs aus dem Footballteam. Veronica erkennt, daß auch J.D. sie nur ausnutzen will. Nachdem sie ihren eigenen Selbstmord vorgetäuscht hat, vereitelt sie in letzter Minute J.D.s Plan, die Schule in die Luft zu sprengen.
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Auf den ersten Blick erscheint Michael Lehmanns Heathers wie ein gewöhnlicher High-School-Film, der sich mit seinen warmen Farben und der harmonischen Musikuntermalung formal nahtlos in den Kanon von 80er Jahre Genrevertretern wie The Breakfast Club oder Ferris Bueller’s Day Off einreiht. Zwischen hochnäsigen Mädels-Cliquen, ausgestoßenen Übergewichtigen, abgedrehten Nerds und geheimnisvollen Außenseitern verbirgt sich in diesem Film allerdings ein boshafter Kern, der die seichte Oberfläche wie einen saftigen Apfel wirken lässt, durch dessen verrottetes Inneres sich bereits ein Wurm frisst.

Veronica (Winona Ryder, Stranger Things) ist Teil einer dieser Mädels-Cliquen, die aus drei weiteren ihrer Freundinnen besteht, welche allesamt den gleichen Vornamen Heather tragen. Der Name dient nicht nur als griffiges Erkennungsmerkmal, indem die Clique von Außenstehenden nur als Heathers bezeichnet wird, sondern ist ebenfalls eine bissige Charakterisierung von Drehbuchautor Daniel Waters. So besitzen die Mädchen nicht nur den gleichen Vornamen, sondern wirken von ihrem Auftreten her ebenfalls absolut identisch, wodurch Waters die scheinbar gleichförmigen, austauschbaren Persönlichkeiten dieser Figuren bereits eingangs markant unterstreicht.

Neben den überaus bösen Scherzen der Heathers, die jeden herablassend zum Spielball degradieren, der nicht in ihr vorgefertigtes Muster passt, entpuppt sich Veronica jedoch recht bald selbst als eine Art Außenseiterin innerhalb der Clique, die lediglich vorgibt, so zu sein wie die anderen, obwohl sie vom Verhalten der Gruppe oftmals sichtlich abweichen möchte. Erst als sie den rebellischen J.D. (Christian Slater, Hard Rain) kennenlernt, der beispielsweise mitten in der Schulcafeteria eine mit Platzpatronen bestückte Pistole abfeuert, um freche Mitschüler einzuschüchtern, schlägt Veronicas Leben nach und nach eine neue Richtung ein, die ungeahnte Konsequenzen sowie einige Tote mit sich bringt.

Lehmann gelingt es mit seinem Film nicht nur vortrefflich, die Mentalität sowie den zwanghaften Zugehörigkeitsdrang jugendlicher Menschen satirisch überspitzt einzufangen und in wunderbar nachvollziehbare Einzelporträts einzugießen, sondern darüber hinaus das konventionelle Bild typisch amerikanischer Schulen in ein dunkles Schlachtfeld zu verwandeln, auf dem Mord, Depressionen und Zukunftsängste herrschen. Als Glanzstück erweist sich hierbei Waters‘ Drehbuch, das neben einigen großartigen Dialogen, die geradezu zitierwürdig sind („Well, fuck me gently with a chainsaw. Do I look like Mother Teresa?“), stets die Balance zwischen überzeichneten Momenten und ernsthafter Tragik aufrechterhält.

Als Suizid getarnte Morde, die aufgrund der Berichterstattung eine regelrechte Popularitätswelle entfachen und Nachahmer inspirieren, oder Anrufe bei einer Radio-Hotline, die in verzweifelter Selbstoffenbarung enden, werden durch die konsequente Bewahrung einer jugendlichen Perspektive somit stets zu einer Manifestierung adoleszenter Sorgen und Nöte, die Lehmann und Waters wahlweise mit einfühlsamen Zwischentönen oder aber mithilfe von zähnefletschenden Dämonen in der Gestalt eines schelmisch grinsenden Christian Slater heraufbeschwören.

Fazit

Würde heute nicht mehr so durchgewunken werden, dabei verbirgt sich im Kern von "Heathers" eine äußerst präzise Beobachtung adoleszenter Hilflosigkeit und Überforderung. Die oftmals in Vergessenheit geratene Abrechnung mit den Teenie-Filmen der 1980er Jahren ist eine  pechschwarze Demontage des idyllisch-sauberen Bilderbuchamerikas, in dem die Welt auch hinter der gepflegten Oberfläche mit sich im Reinen ist. Ist sie nicht. Hier brodeln Anpassungszwänge, Versagensängste, Gruppendruck und Selbstmordgedanken. Michael Lehmann und Daniel Waters erzählen das mal derb, mal ätzend, aber immer mit dem Gespür, ihre Figuren und ihre Lebensrealität nicht bloßzustellen, auch wenn die Realität, in die sich "Heathers" eingenistet hat, eine überzeichnete sein mag. So weit sind wir gar nicht weg von dieser.

Autor: Patrick Reinbott

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