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Inhalt

Der für das Militär arbeitende Dr. David Banner unternimmt Selbstversuche in dem Bestreben, das menschliche Immunsystem zu verbessern. Nach der Geburt seines Sohnes Bruce bemerkt er, dass er ihm genetische Mutationen weitergegeben hat. Als Dr. Banners Vorgesetzte herausfinden, dass er trotz deren Verbots seine Forschungen fortgeführt hat und ihm seine Lizenzen entzieht, zerstört Dr. Banner in einem Wutanfall sein Labor und tötet seine Ehefrau. Der kleine Bruce muss dies mitansehen und verdrängt diesen Vorfall fortan aus seinem Gedächtnis.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Den größten Kompromiss, den man vor der Sichtung von Hulk eingehen muss, ist einzusehen, dass sich Ang Lee (Brokeback Mountain) zwar mit einer Comic-Figur beschäftigt, aber keine reinrassige Comic-Verfilmung liefert. Auf einen Pfad der Gerechtigkeit begibt sich der Gammastrahlen-verseuchte Dr. Bruce Banner (Eric Bana, Wie das Leben so spielt) hier nämlich nicht, was womöglich den größten Pluspunkt dieser angenehm alternativ gepolten Fusion aus Arthaus und Kommerz darstellt. Damit fügt sich der über 130 Millionen US-Dollar schwere grüne Koloss tonal in gewisser Weise sehr geschmeidig in das hochwertige Œuvre taiwanesischen Regisseurs ein, der immer schon außerordentlich begabt darin war, die Feingeistigkeit seiner Themen geschickt mit Varianten der Kurzweil zu kombinieren: Sei es eine ausgefeilte Bildsprache inklusive beachtlicher Schauwerte oder die offensichtliche Ironie seiner Person.

In Hulk veräußert sich diese künstlerische Handschrift dadurch, dass Ang Lee primär am psychologischen Drama hinter dem zwiegespaltenen Charakter des Bruce Banner interessiert ist, sich gleichwohl aber mit offenkundigen Zugeständnissen an die Populärkultur brüstet. Der erste Kampf des Hulks beispielsweise, wenn dieser gegen einen genmanipulierten Königspudel die Faust erhebt, ist so eindeutig augenzwinkernd gemeint, dass man sich als Zuschauer im Klaren darüber sein kann: Ang Lee besitzt nicht nur Humor, er hat auch den Humor der 1962 ins Leben erweckten Marvel-Ikone verstanden. Dass Hulk ohnehin auch als Hommage an die Schöpfung von Stan Lee und Jack Kirby zu verstehen ist, gestaltet sich durch die visuelle Stilistik selbsterklärend: Die filmische Übersetzung eines Comic-Layouts – die Panel werden durch Split Screens nachempfunden – erklärt den Schnitt zum Seitenumschlag.

So richtig launig wird Hulk dann in den Momenten, in denen er die dynamische Ästhetik des Comics verwendet und in dieser den titelgebenden Wüterich entfesselt. Das Set Piece, in dem sich der Hulk in der Wüste über ein am Boden und in der Luft agierendes Militär-Geschwader hermacht, mag aus Sicht der digitalen Effekte nicht formvollendet sein, der blanke Spaß am zerstörerischen Treiben jedoch wird von Ang Lee auf das Maximale angehoben. Hier darf der grüne Klotz Panzer durch die Lüfte wirbeln oder den Sprengkopf einer Rakete abbeißen und auf seine Gegner spucken. Ausschlaggebend für Lee ist es indes nicht, die Möglichkeiten der Wut des Hulks in gigantischen Bildern auszureizen, sondern vielmehr die Kontextualisierung dieser ungehemmten Raserei. Und da entwickelt sich der Film zur veritablen Charakter-Studie.

Die Gründe, warum dieses urgewaltige Alter Ego von Bruce irgendwann aus ihm herausbricht, wird in Hulk in Form einer Suche nach dem Urheber des innerseelischen Schmerzes eingefangen. Natürlich ist der Laborunfall mit einer Gamma-Bombe in das Geschehen eingebunden, ebenso wie zwielichtige Gen-Experimente von Bruce' Vater (Nick Nolte, Warrior). Ang Lee aber spürt Belegen, Hinweisen und Antworten auf die Verwandlung zum Monstrum innerhalb des zerrütteten Gefühlsleben von Bruce Banner nach, analysiert kindliche Traumata und spricht auch von einer Identitätsstörung, die im nächsten Schritt die emotionale Distanziertheit von Bruce logisch erscheinen lassen würde. Hulk porträtiert den inneren Konflikt zweier Seelen und ein bisweilen bewegenden Kraftmarsch durch die Erinnerungslandschaft eines Menschen, dem die Liebe so konsequent entrissen wurde, dass er zum blinden Fleck der Gesellschaft wurde. Zur Missbildung der Zivilisation.

Fazit

Mit "Hulk" gelingt Ang Lee eine wunderbar Symbiose aus Kunst- und Kommerzkino. Das Hauptaugenmerk des Filmes liegt auf der psychologischen Disposition seiner Hauptfigur, gleichermaßen aber bekennt sich "Hulk" auch offenkundig als Hommage an die titelgebende Ikone der Populärkultur. Bewegend allerdings ist hier, wie viel Feingefühl Ang Lee erneut aufbringt, um den Charakter des Bruce Banner und seine tiefen emotionalen Wunden greifbar zu machen. Auch das kann Marvel sein.

Autor: Pascal Reis

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