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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Ein Auftragskiller (Clint Eastwood) mit einer Vorliebe für Kunstwerke wird von seinem Auftraggeber, einem Albino namens Dragon noch einmal aus dem Ruhestand herausgelockt, um zwei Gangster zu töten. Er weiß jedoch nur vage, um wen es sich handelt. Nachdem er den ersten der beiden ausgeschaltet hat, führt ihn eine Spur in die Alpen, wo er sein zweites Ziel in einer Bergsteigerexpedition zur Eiger Nordwand vermutet, die von einem alten Freund geleitet wird. Während er noch über die Identität seines Ziels grübelt, gerät die Expedition in schlechtes Wetter...
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Bei seiner vierten (Spielfilm-)Regiearbeit verhebt sich Clint Eastwood (Ein Fremder ohne Namen) – ohne Zweifel einer der größten US-Stars der 70er, vor und hinter der Kamera – auf diesem Metier erstmals gewaltig. Obwohl seine Romanadaption Im Auftrag des Drachen im allgemeinen Tenor noch recht wohlwollend aufgenommen wurde, spielte sie nicht nur relativ wenig ein (14 Millionen $ bei einem offiziellen Budget von 9 Millionen), sondern sorgte aufgrund ihrer tragischen Entstehungsgeschichte für schwere Vorwürfe gegen ihn. Während der komplizierten Dreharbeiten kam ein als Double engagierter Bergsteiger ums Leben, was Kameramann Frank Stanley Eastwood und seiner schlampigen Vorbereitung persönlich ankreidete. Am Ende des Tages wurde nichts bewiesen und zog keine ernsthaften Konsequenzen nach sich, es verdeutlicht nur unter welchem schlechten Stern die gesamte Produktion bereits vor Kinostart stand. Inwiefern das nüchtern betrachtet Auswirkungen auf das vorliegende Endprodukt hatte ist rein spekulativ und letztlich fast sogar egal. Denn selbst unter idealen Drehbedingungen wäre es immer noch – gelinde gesagt – äußerst angreifbar.

Gipfelstürmer Eastwood inszeniert sich selbst als grummeligen Kunstprofessor, der natürlich viel zu kernig für so einen vermeidlich intellektuellen Bücherwurm ist. Was sich schnell als seine zweite Karriere erweist, denn eigentlich war er Geheimagent für die ganz besonders handfesten, semi-legalen Aufträge mit Todesfolge. Nun will ihn sein alter Auftraggeber reaktivieren, um einen Killer der Gegenseite auszuschalten. Mürrisch stimmt Knurrhahn Clint zu und stellt seine Klettermax-Qualitäten schon früh an einem Regenrohr unter Beweis, denn die wird er später noch zwingend benötigen. Nach ausgedehnter Exposition verschlägt es ihn nämlich in die Schweiz und direkt an die Eiger Nordwand, die er um das Zielobjekt zu enttarnen erklimmen muss. So schon schwer genug, ohne das er in seiner Gruppe einen vermeidlichen Mörder ausfindig machen und ausschalten muss. Unterstützung erfährt er von seinem alten Weggefährten Ben (George Kennedy, Die 27. Etage), der ihn für das riskante Unterfangen trainiert und mit Rat und Tat zur Seite steht. Nur an der Wand selbst, da kann er kaum mehr tun als aus der Ferne zusehen und mitfiebern.

Dass Clint Eastwood ein handwerklich begnadeter Regisseur ist, sollte schon längst keine neue Erkenntnis mehr sein und bereits damals bestachen seine Film durch eine bemerkenswerte Souveränität. Als hätte er nie etwas anderes gemacht. Im Auftrag des Drachen sieht hervorragend aus und beeindruckt speziell im Schlussakt mit spektakulären Bildern. Der bereits erwähnte, hohe Preis dafür schmälert aber selbst das größte Plus dieses ansonsten teilweise gar abstoßenden Films. Dabei ist das per se kein uninteressanter Plot, der über einige spannende Momente, Details und Möglichkeiten verfügt. Sich aber neben einer lähmenden Überlänge und einer ungeschickt-zähflüssigen Erzählung immer wieder so massiv im Ton vergreift, dass einem manchmal schlecht werden kann. Gegen Ober-Chauvi Clint (der so geil ist, da können selbst Hunde nicht wiederstehen) ist James Bond ein verpickelter Klosterschüler. In einer widerwärtigen Art und Weise wird WIRKLICH JEDE Frauenfigur in dem Film erniedrigt und ganz unverblümt als notgeiles Stück Fleisch verschachert. Das geht weit über den damals allgemein noch geduldeten Popklaps-Sexismus hinaus, es nimmt mehr als verwerfliche Formen an. Weil durchgehend auch so penetrant und nicht mal mit gutem Willen zu ignorieren.

Dazu noch gepaart mit einer dicken Schippe Rassismus („Just scalp me! Goddamn it! I wish Custer would have won!“) und wunderbar-ekelhafter Homophobie („Von hinten ran schleichen ist ja wohl deine Spezialität.“), da wird wirklich alles bedient, was das erzkonservative, republikanische Amerika-Herz zum jauchzen bringt. Furchtbar. Auch nicht mit einem Augenzwinkern wegzuwischen. Die deutsche Synchro verstärkt das zusätzlich („…die kann einen kräftigen Stoß vertragen…“), aber sie schlägt im Prinzip nur in die vorgelebte Kerbe. Im Kontrast dazu steht natürlich ein an sich reizvoller Whodunnit-Agenten-Thriller mit famosen Bildern…der sich aber auch nicht einen Shot durch gespreizte Frauenbeine verkneifen kann, selbst in einer sexuell sonst überhaupt nicht „belasteten“ Szene. Selbst die relativ sinnfreie Pointe würde einem Film wie diesem kaum schaden, wenn er sich diesen ganzen Müll einfach sparen würde. Unvorteilhaft verteilt wäre die zu gestreckte Handlung so oder so, unabhängig davon könnte Im Auftrag des Drachen aber ein sehr ordentlicher Genrefilm von fachlich kompetenter, hoher Qualität sein. Übrig bleibt ein beinah gruseliges Relikt der Demütigung, verpackt in hübsche Bilder. Aufgrund dessen fast schon wieder faszinierend. Aber mehr als Fallstudie.

Fazit

Das andere (das womöglich wahre?) Gesicht des fachlich unantastbaren Clint Eastwood. Holperig erzählt, aber packend inszeniert dürfte das allemal ausreichen für eine gelungen Mischung aus Agententhriller und Abenteuerfilm, wenn sich der Streifen nicht so unglaublich beschämend verkaufen würde. Lässt sich nicht schönreden, aber besitzt immerhin einen kuriosen Reiz. Eine sagenhafte Ansammlung von Fettnäpfchen, in denen sich ohne Schuldbewusstsein gesuhlt wird. Erstaunlich.

Autor: Jacko Kunze

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