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Inhalt

Deutschland 1944: Über Bayern wird ein Flugzeug der Alliierten abgeschossen. Ein amerikanischer General wird gefangen genommen und in ein schwer befestigtes Schloss in den Bergen verschleppt. Bevor er etwas über die bevorstehende Invasion der Amerikaner (D-Day) ausplaudern kann, soll ihn eine Spezialeinheit unter der Leitung des britischen Majors Smith (Richard Burton) befreien. Doch schon bald werden Mitglieder des Teams unter merkwürdigen Umständen getötet und auch die Deutschen scheinen über jeden Schritt der Einheit bestens informiert. Lieutenant Schaeffer (Clint Eastwood), der einzige Amerikaner unter den Briten, beginnt am tatsächlichen Ziel der Mission zu zweifeln.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Agenten sterben einsam war seiner Zeit ein recht gewagtes Projekt, das bei Scheitern den Karrieren der Hauptbeteiligten vermutlich massiv geschadet hätte. Der Aufwand und somit der Einsatz waren hoch, aber speziell Richard Burton (Wer hat Angst vor Virginia Woolf?) wollte dieses Risiko unbedingt eingehen, um nach einigen vorangegangenen Flops wieder einen großen Hit zu landen. Für den mit 38 Jahren noch relativ jungen Regisseur Brian G. Hutton (Stoßtrupp Gold) wurde es eine echte Bewährungsprobe im Konzert der Großen, musste er nicht nur dieses technisch herausfordernde Projekt stemmen, sondern zudem noch neben dem nicht gerade unkomplizierten Burton mit Clint Eastwood (Dirty Harry) einen weiteren Superstar zufriedenstellen, der ungern das Rampenlicht teilte und nur mit einer horrenden Gage überhaupt erst dazu überredet werden konnte. Die Feuertaufe verlief erfolgreich. Agenten sterben einsam wurde nicht nur ein Erfolg an den Kinokassen, sondern konnte auch überwiegend positive Kritiken einheimsen. Drehbuchautor Alistair MacLean (Die Kanonen von Navarone) verwehrtet sein in nur sechs Wochen verfasstes Skript sogar gewinnträchtig weiter, in dem er in Anschluss es auch noch in Romanform auf den Markt brachte und damit einen Bestseller hinlegte.

Trotz der umfangreichen Laufzeit von 155 Minuten wird keine Sekunde verschwendet und der Zuschauer sofort inmitten eines hochbrisanten Infiltrations-Einsatzes britischer Spione in den verschneiten deutschen Alpen befördert. Die notwendigen Erläuterungen für ihr riskantes Unterfangen mitten in der Höhle des reichsdeutschen Löwen wird in eingeschobenen Rückblenden schnell nachgereicht, mehr benötigt der Plot auch nicht an Vorglühzeit. Widmete sich lieber schnell einem von Beginn an als Konstrukt aus Halbwahrheiten, Geheimnissen und internem Verrat gekennzeichneten Agenten-Poker, bei dem sich niemanden so recht trauen lässt. Selbst und ganz besonders den beiden Hauptfiguren nicht, für die mit dem damals kantig-knackigen Clint Eastwood und einem noch erstaunlichen vitalen Richard Burton (wirkte nur wenige Jahre später ja oftmals eher wie sein eigener, verkaterter Großvater) ein großartiges Leinwandduo mit hohem Charisma-Potential zueinander findet. Das größte Lob gebührt jedoch eindeutig Brian G. Hutton, der den Laden mit einer straffen Narration nicht nur ordentlich zusammenhält, sondern durch die exzellenten Aufnahmen, spektakulären Set Pieces und eine ausgewogene Balance aus Suspense und Radau erstaunlich glamourös ausstaffiert.

Einige Sequenzen besitzen ikonisches Format (der Ritt auf der Seilbahn-Gondel), das Doppelagenten-Memory erreicht während der Kaminzimmer-Szene auch ohne Höhenkoller ein schwindelerregendes Ausmaß und beim sagenhaft ausladenden XXL-Survival-Showdown (beinah selbst in Spielfilmlänge) brennt dank vorher eher wohldosierter, nun effizient vorgetragener Actioneinlagen im Minutentakt ordentlich der Baum. Für seinen Entstehungszeitraum ist Agenten sterben einsam in vielerlei Hinsicht ein echtes Referenzwerk seiner Zunft, besonders inszenatorisch kommt da wenig ran. Das man sich dabei wenig um Fakten und historische Genauigkeiten schert spielt dabei natürlich überhaupt keine Rolle und auch die typischen Klischee-Nazi-Bösewichter erfüllen eben ihren Genre-Zweck. Aus heutiger Sicht zumindest kritische erwähnenswert ist sicherlich, dass die weiblichen Agenten trotz ihres taffen Auftretens immer diese latente Betthäschen-Attitüde an den Tag legen und speziell Burton’s Figur in ihnen auch nichts anderes sieht. Verglichen mit den Eskapaden der Bond-Filme (nicht nur) der 60er ist das aber noch auf Klosterschulniveau.

Fazit

Spannend, wendungsreich, optisch und inszenatorisch mitunter spektakulär und mit zwei famosen Hauptdarstellern versehen, die sich trotz des internen Konkurrenzkampfes vor der Kamera perfekt miteinander harmonieren. „Agenten sterben einsam“ ist erlesenes Genre-Kino ohne höheren Anspruch, dafür in den für ihn ernsthaft relevanten Punkten überwiegend auf Top-Niveau vorgetragen.

Autor: Jacko Kunze

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