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Durch einen unglücklichen Zufall trennt sich der erfolglose Musiker Dave (Alexander England) von seiner Zukünftigen (Nadia Townsend) und kommt bei seiner Schwester Tess (Kat Stewart) unter. Als er deren kleinen Sohn Felix (Diesel La Torraca) zur Vorschule bringen soll, verguckt er sich dabei prompt in dessen Lehrerin Miss Caroline (Lupita Nyong'o). Um bei ihr zu landen, bietet er sich als Begleitung für einen Schulausflug in den "Pleasant Valley Farm" Freizeitpark an. Der liegt nicht unweit von einer Militärbasis, aus der mutierte Zombies wenig später ausbrechen und eine Invasion im Park auslösen. Fortan müssen Dave und Caroline nicht nur um ihr Leben fürchten, sondern auch um das ihrer Schützlinge....

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Kinder waren schon immer ein fester Bestandteil des Horrorgenres. Ob es sie zu beschützen oder zu retten galt wie im Klassiker Poltergeist oder ob sie wie in Das Omen oder Orphan - Das Waisenkind selbst die Wurzel allen Übels darstellten: im Genre steht der Nachwuchs meist wahlweise für die pure Unschuld oder aber das pure Böse. Die Ironie bei der ganzen Sache ist, dass die teilweise sehr jungen Darsteller die eigenen Filme meist noch gar nicht zu Gesicht bekommen dürfen und dass die Regisseure ihnen am Set mit Nachdruck begreiflich machen müssen, dass vor allem in brutalen Gewaltszenen alles nur gespielt und nicht echt ist.

Betrachtet man sich nun Little Monsters, könnte man durchaus auf die Idee kommen, dass die australische Horrorkomödie im Kern genau diesen Aspekt aufgreift: Aus der Grundidee, dass Kindern auf einem Schulausflug die wie aus heiterem Himmel hereinbrechende Zombieapokalypse als Spaßevent und eine Art Planspiel verkauft wird, hätte man so sicherlich eine clevere Metaspielerei basteln können.  Doch auch wer seine Ansprüche angesichts der Trailer-Kampagne runterschraubt und einfach einen kurzweiligen Genrehappen sehen möchte, dürfte ebenfalls enttäuscht werden. Denn Regisseur Abe Forsythe liefert mit seinem zweiten Spielfilm im Grunde eine leidlich amüsante Rom-Com ab, die reichlich halbherzig eine Zombieinvasion mit einfließen lässt, um sich als ironischer Genreflick auszugeben. 

Der Genrespagat könnte dabei durchaus reizvoll und spannend ausfallen, womöglich sogar funktionieren, wenn das Comedy-Fundament des Films denn einigermaßen stimmig wäre und nicht das Hauptproblem an Little Monsters. Forsythe, der auch im Alleingang das Drehbuch verfasste, stoppelt sich hier aus denkbar erwartbarsten Stereotypen – verantwortungsloser Kerl wird von seiner Zukünftigen betrogen, kommt bei seiner Schwester unter und gräbt die Lehrerin seines Enkelsohns an – ein Handlungsgerüst zusammen, dass nicht nur dabei, sondern auch bei den Figuren absolut standardisiert daherkommt.

Hauptfigur Dave - Alexander England (Alien: Covenant) ist erstmals in einer Hauptrolle zu sehen - ist dabei so sehr aufs Klischee des ewigen, verantwortungslosen "Manchilds" getrimmt, dass es schlichtweg wehtut. Natürlich ist der Charakter dazu bestimmt, eine Entwicklung zu durchlaufen von einem Arsch zu einem Arsch mit Herz. Bloß erscheint das weniger glaubwürdig, wenn der Film selbst seine gefälligen Lacher unter anderem daraus zieht, wie Dave neben VR 3D-Pornos auch zum Klassenfoto seines Enkels Felix masturbiert, auf dem auch sein Schwarm Miss Caroline abgebildet ist. Wenn ihm dann später in einer Szene, in der die Vorschulpädagogin ein Kuheuter melkt, ebenfalls ordentlich einer abgeht, wähnt man sich zeitweise fast in einem Adam-Sandler-Streifen.

Grundsätzlich bewegt sich Little Monsters beinahe durchweg auf einem recht ähnlichen Gag-Niveau. Ständig muss der Film sich für seine politische Unkorrektheit in den Dialogen selbst auf die Schulter klopfen und den typischen Gross-Out Humor als großen Brüller anpreisen, den eine hohe Altersfreigabe in den USA ermöglicht. Und auch wenn es anfangs zumindest zu dezentem Schmunzeln einlädt, wie die neunmalklugen Kinder auf Rüpel Dave reagieren, der im Bus auch schon mal seine E-Gitarre mit aufgedrehtem Verstärker anschmeißt, so nutzt sich dieses Strickmuster doch merklich schnell ab. Wenn der Film dann mit dem Ausbruch von Zombies aus einer nahen Militärbasis den vermeintlichen Genrewechsel einläutet, ist Little Monsters nur umso selbstverliebter in seine Handvoll Einfälle. Aber so nett es auch anzusehen ist, wie Miss Caroline ihre Schützlinge mittels Ukele und Kinderreim zum Mitsingen beruhigt und auch so schon mal im Gänsemarsch durch die Zombiehorden lotst, so rasch ist auch das ausgereizt. Fast wirkt es so, als hätte Regisseur Forsythe, der zuvor eine ganze Reihe von Kurzfilmen drehte, ein Rohkonzept dafür auf abendfüllende Länge aufgeblasen.

Wie wenig der Film mit den, selbst für Zombieverhältnisse erstaunlich langsamen Untoten anzufangen weiß, zeigt sich zudem daran, dass bis auf ein paar blutige Splattereinlagen der Großteil des Films davon handelt, wie die Figuren sich in einem (anscheinend unzerstörbaren) Souvenirshop verschanzt haben. Dabei dürfen alle Beteiligten dann munter weiter banale Beruhigungsliedchen trällern, überwiegend tatenlos rumsitzen oder sich gegenseitig das "wahre Selbst" offenbaren. Ähnlich egal wie die brav vor der Tür ausharrenden Zombies sind für den Film auch die schützenswerten Kinder, die allenfalls für immergleiche Runnings Gags herhalten dürfen oder im Fall von Daves Enkel Felix (Diesel La Torraca) für müde Darth-Vader Auftritte wie aus einem schlechten Autowerbespot.

Dass Little Monsters nicht gänzlich auseinanderfällt, ist einzig und allein Lupita Nyong'o zu verdanken. Die Oscarpreisträgerin gibt sich schauspielerisch keine Blöße und schafft es sogar, ihrer toughen Kindergartentante eine gewisse Würde zu verleihen, wenngleich die Frage gestattet sein muss, was sie nach ihrer Hauptrolle in Jordan Peeles Wir zu so einem derart belanglosen Projekt getrieben haben mag. Josh Gad hingegen macht den Eindruck, als wüsste er zumindest, auf was er sich hier eingelassen hat. Das kann allerdings nicht verhindern, dass sein entsetzlich schlecht geschriebener, abgehalfteter Kinderbespaßer "Teddy McGiggle", dem das Skript natürlich auch noch Sex- und Alkoholsucht andichten muss, ähnlich uncharmant und uninspiriert ist wie der gesamte Film.

Fazit

"Little Monsters" ist unter seiner vorgeschobenen Genreoberfläche mehr verkappte Rom-Com als Horrorkomödie. Dank eines einfallslosen Drehbuchs sowie durchweg unsympathischen Figuren funktioniert der Film aber weder als das eine, noch das andere und so kredenzt Abe Forsythe einen absolut vergessenswerten Beitrag zu keinem der beiden Genres, bei dem allein Lupita N'yongo als einziger Lichtblick das Ganze gerade noch so vor der völligen Belanglosigkeit bewahren kann.

Autor: Dominik König

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