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Inhalt

Caine wächst in Watts, dem Schwarzen-Ghetto von L.A. auf. Sein Vater war Drogendealer, seine Mutter starb an einer Überdosis. Nun wächst er bei den Großeltern auf, aber die können nicht verhindern, dass Cain in die Kriminalität abrutscht, mit anderen Autos klaut und Drogen nimmt. Sein Vorbild ist der besonders gewalttägite O-Dog, der bei einem Ladenüberfall die Besitzer erschießt. Da schlägt Ronnie, Freundin eines inhaftierten Kumpels von Caine, diesem vor, ein neues Leben außerhalb der Stadt aufzubauen...
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

„Ist es dir egal ob du lebst oder stirbst?!“

Eine einfache Frage, auf die der 18jährige Caine (Tyrin Turner, Wait Till Dawn) spontan keine klare Antwort parat hat. Wie wohl die meisten Heranwachsenden in Watts, einem vornehmlich afroamerikanisch bewohnten Elendsviertel von Los Angeles. Seit Jahrzehnten geprägt durch Armut, Ghettoisierung und soziale Unruhen ist ein Schmelztiegel aus Unzufriedenheit, Perspektivlosigkeit und vor allem Gewalt entstanden, die hier so normal ist wie die Luft zum Atmen. Ein Menschenleben zählt hier nicht unbedingt nichts, die „gefallenen Kameraden“ werden durchaus kurz betrauert, ein anderes im Gegenzug zu nehmen ist jedoch genauso selbstverständlich. Oder auch einfach aus gekränktem Stolz. Verletzter Ehre. Angeblicher Provokation. Langeweile. Platzhirschgehabe. Eigentlich gibt es in Watts keinen Grund der nichtig genug wäre, um dafür nicht auf offener Straße niedergeschossen zu werden. Weil es auch keinen naheliegenden Grund gibt, auf eine bessere – auf überhaupt eine - Zukunft zu hoffen.

Menace II Society – das Spielfilmdebüt von Allen und Albert Hughes (The Book of Eli) – war zu seiner Zeit wie eine scharfe Handgranate, den Stift rausgezogen und völlig unvorbereitet mitten in das Bewusstsein der USA geschmissen. Die kleine Produktion schlug weltweit erstaunlich hohe Wellen, wurde zum Kultfilm hochgepusht und sicherlich in diversen Kreisen auch missinterpretiert bzw. gefeiert von denen, die hier mit schonungsloser Direktheit portraitiert werden. Ohne eine selbstreflektierte Wirkung, was aber letztlich genau die Aussage des Films trifft. Verlorene Kinder werden zu wilden Bestien, die sich zwar im „Idealfall“ nur im eigenen Reservat an die gegenseitigen Kehlen gehen, aber letztlich eine unkontrollierbare, wuchernde Seuche darstellen. Nicht sie persönlich, sondern das, zu was sie zwangsläufig werden…müssen? Geprägt durch Chancenlosigkeit, von Anfang an nur darauf geeicht das einem die Gesellschaft nichts zu bieten hat. Außer Knüppel zwischen die Beine. Wer das vermeiden will spielt gleich nach der Regeln der Sub-Kultur, die lauten fressen oder gefressen werden.  

Man könnte dem Film ein einziges Zelebrieren von Klischees und Stereotypen vorwerfen, doch was war zuerst da, das Huhn oder das Ei? Das von den Hughes-Brothers dargestellte Szenario ist dicht am Puls seiner Generation, dessen Ehrlichkeit, Pessimismus und primitives, brutales Straßen-Gangster-Gehabe exakt das damalige Geschehen widerspiegelt. Das daraus eine Art von eigenem „Chic“ wurde, ist nur ein sonderbarer Nebeneffekt, dem der Film so selbst schon auf den Grund geht. Auch O-Dog („Der Albtraum Amerikas. Jung, schwarz, der einfach auf alles scheißt!“, Larenz Tate, Dead Presidents) zeigt stolz das geklaute Überwachungsvideo seiner eiskalten Schnapsladen-Hinrichtung, was ihm natürlich irgendwann zum Verhängnis werden muss, aber hey, wen interessiert’s´? Lebe jetzt oder sterbe gleich, alles scheißegal. Menace II Society erzählt eine natürlich schlichte, zu großen Teilen vorhersehbare Geschichte, deren narrativer Aspekt eigentlich nur als Nebeneffekt fungiert. Wir wissen, worauf das hinauslaufen wird. Und das Tragische ist: Eigentlich wissen es ihre Figuren auch. Oder sollten es, aber sie wollen wohl nicht. Oder es ist ihnen gleichgültig. Behaupten sie.

„Ist es nicht. Jetzt ist es zu spät!“

Fazit

Authentisch, impulsiv und mit viel Wut im Bauch, aber in seiner Radikalität nicht plump oder reißerisch schildert „Menace II Society“ einen großen, sozialen Krisenherd, der völlig außer Kontrolle geraten ist. Ein ewiger Kreislauf aus Gewalt, dem nur wenige entfliehen können und selbst dann überrollt einen vielleicht noch die eigene Vergangenheit aus dem Hinterhalt. Denn in Watts sind alle gleich…am Arsch. Wuchtig, ungeschönt, nicht subtil, aber wozu auch? Dieser Film stellt nicht nach, er spricht die eigene Sprache fließend.

Autor: Jacko Kunze

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