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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Zwei Jahre ist es her, dass Helga von ihrem Ehemann  für eine Jüngere verlassen wurde, aber sie ist immer noch wütend. Alles ändert sich, als ihre Putzfrau in den Urlaub fährt und den polnischen Arbeiter Ryszard als Vertretung schickt. Anfangs selbst noch Zielscheibe von Helgas Unmut, wird Ryszard bald ihr Vertrauter. Obwohl sie nicht die gleiche Sprache sprechen, fühlt Helga sich verstanden. Im Schutz der eigenen vier Wände kommen die beiden sich näher.

Kritik

Das kommt davon, wenn frau keinen Partner hat. Bei der regelmäßigen Kartenrunde berichten die Freundinnen der im Haushalt verunfallten Hauptfigur, dass ihre Männer sie nicht mehr auf Leitern oder Stühle klettern ließen. Aber Helgas Mann hat sie vor zwei Jahren für die jüngere Gudrun (Oda Thormeyer, Till Eulenspiegel) verlassen. Seitdem kommt sie nicht mehr voran. Das wird der 62-jährigen (Ulrike Willenbacher, Eine ungehorsame Frau) klar, als buchstäblich in einem Bodenloch im mittlerweile leeren Familienhaus festhängt. Oder wird es das?

So richtig sicher ist es in Mareille Kleins (Dinky Sinky) beschaulichem Mix aus Altersromanze und Milieutheater nie, ob und wie viel Helga hinzulernt. Das liegt vor allem daran, dass die Regisseurin und Drehbuchautorin mehr darauf aus ist, dem Publikum Lebenslektionen zu vermitteln als ihrer von Willenbacher mit feinem Gespür für emotionale Nuancen verkörperten Protagonistin. Deren schleichende Vereinsamung beendet überraschend der polnische Aushilfsarbeiter Ryszard (Zbigniew Zamachowski, Dark Crimes), der neben dem Loch in Helgas Boden das in ihrem Herzen kittet.

Ob ihr deutlich jüngerer Partner aus einer ihr gänzlich fernen Gesellschaftsklasse für Helga mehr ist als ein emotionaler Platzhalter, bleibt wie so vieles in der unentschiedenen Beziehungskomödie vage. Die mit xenophoben Vorurteilen gemischte Herablassung, die ihm seitens seiner wohlhabenden Arbeitgeberin und ihres dünkelhaften Freundeskreises widerfährt, mündet nie in einer überzeugenden Konfrontation oder einem Umdenken ihrerseits. Vielmehr ist es Ryszard, der lernen muss, die alltägliche Ignoranz und Arroganz hinzunehmen. Ein fragwürdiges klassizistisches Pendant zur verstaubten Partnerschaftsbotschaft.

Fazit

Wie schon ihr Debütspielfilm begleitet Mareille Kleins unscheinbare Melange aus Liebelei und Klassenkomödie eine wenig sympathische Protagonistin, die ihrer privilegierten Unzufriedenheit in traditionelle Rollenbilder zu entkommen versucht. Wieder bleibt die Motivation unklar: Liebe, Lebenskrise, Lust oder Langeweile? Weit interessanter als die Altersaffäre im Mittelpunkt sind die Motive von Elitarismus und eurozentrischer Arroganz, die das gute Darstellerensemble pointiert aufzeigt. Umso enttäuschender, dass die die ereignisarme Episode den alltäglichen Klassismus zwar karikiert, aber letztlich legitimiert und konsolidiert.

Autor: Lida Bach

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