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Quelle: themoviedb.org
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  • 13 Min
  • Regie
  • Drehbuch
  • Cast

Inhalt

Welche Spuren bleiben am Ende eines Lebens? Was bereut das Herz einer Frau in ihren letzten Augenblicken? Welche Gedanken kreisen in einer Frau, die ihr Leben dem sozialistischen Traum widmete und dabei die Liebe ihres Sohnes verlor?

Kritik

Gesehen beim 32. Jüdischen Filmfestival Berlin Brandenburg

Regisseurin Ayala Sharot (Broken Branches) widmete ihren Animations-Kurzfilm ihrer Großmutter und erklärte ihn zu einem Liebesbrief für die Frau, deren Stimme in der Geschichte verloren ging. Es ist die Geschichte einer Frau, die viel zu erzählen hätte von Träumen, Ängsten, Verlusten und Entbehrungen, von einem Leben in Hoffnung und den Enttäuschungen über das Platzen der Träume. Sharots Film ist zugleich ein intimer Film über Abschied und Vergebung, der ohne große Worte auskommt und doch so viel zu erzählen hat in seiner kurzen Laufzeit von nur 13 Minuten. Im Vordergrund steht die Mutter-Sohn-Beziehung, doch tatsächlich entpuppt sich der Film als Gesellschaftskritik im Allgemeinen wie auch an den Strukturen der vermeintlich idyllischen Kibbuze. In Rückblicken erzählen zunächst der Sohn und später die Mutter, wie das Leben in dem Kibbuz war, der ihnen eigentlich Schutz und Sicherheit in der Gemeinschaft bieten sollte, aber tatsächlich mehr Leid brachte.

In Kibbuzen steht der sozialistische Gedanke des gemeinsamen Eigentums gleichberechtigter Mitglieder im Vordergrund. Doch so sozialromantisch dies klingen mag, zeigt der Film die damit verbundenen Auswüchse der kollektivierten Kindererziehung durch die Gemeinschaft. Kinder, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen, sondern in einer Art Waisenhaus. Schmerzlich zeigt Sharot, wie sich der Sohn nach nichts mehr sehnt als der mütterlichen Zuneigung, die ihr aber die Gemeinschaft nicht gestattet, weil es nicht zu ihrer Aufgabe gehört. Die Folgen begleiten den Sohn ein Leben lang und führen zu einer Entfremdung zwischen Sohn und Mutter. In seinen Albträumen erscheint die Mutter als Hexe, aber es zeigt sich immer wieder ein Funke der Hoffnung und das Band zwischen Mutter und Sohn wird nie ganz getrennt. Eine Spur von Brotkrümeln dient symbolisch für dieses brüchige Band. Während der Sohn damit hadert, seiner Mutter am Sterbebett zu verzeihen, ist es die Enkeltochter als Vertreterin einer neuen Generation, die als Vermittlerin auftritt und um Nachsicht und Vergebung bittet, stellvertretend für eine Generation, die aus den Fehlern ihrer Eltern und Großeltern gelernt hat und nun versucht, für eine bessere Gesellschaft einzutreten.

In ihren letzten Momenten erinnert sich auch die Mutter zurück an ihr Leben und das Publikum erfährt, dass sie nicht die kaltherzige Hexe ist, sondern dass sie selbst nur Opfer der Umstände war und ein Leben lang gelitten hat. Ayala Sharot arbeitet mit einem schlichten, teils grob wirkenden Animationsstil, der jedoch die Atmosphäre hervorragend untermauert und erheblich dazu beiträgt, dass der Film ohne viele Worte auskommt. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die gleichzeitig märchenhaft und unheimlich wirkt. Die Figuren bewegen sich oft leicht ruckartig, was den Eindruck verstärkt, dass man sich in einer unsicheren, beinahe traumartigen Welt befindet. Dunkle Töne dominieren viele Szenen aus der Kindheit des Sohnes und erzeugen dadurch eine bedrückende Stimmung. Allein durch die Bildsprache gelingt es, emotionale Momente zu erzeugen. Der Film kreiert dadurch seinen eigenen Stil, mit dem er an den diesjährigen Oscarbeitrag Schmetterling erinnert und sich wie dieser von den typischen Mainstream-Animationen abhebt.

Fazit

„No Witches in the Valley“ ist weit mehr als ein persönlicher Erinnerungsfilm für ihre Großmutter. Ayala Sharot gelingt ein zugleich intimes und universelles Werk über eine zerrüttete Mutter-Sohn-Beziehung, über generationsübergreifende Traumata, gesellschaftliche Ideale und den Verlust menschlicher Nähe innerhalb eines Systems, das eigentlich Gemeinschaft und Gleichberechtigung versprechen sollte. Ohne viele Worte allein durch eine ausdrucksstarke Bildsprache schafft es der Animations-Kurzfilm große Gefühle hervorzurufen und nachdenklich zu stimmen.

Kritik: Andy Mieland

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