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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Ein gescheiterter Hochzeitssänger und ein verblassender Boyband-Star verbinden sich über Musik. Als einer Ricks Song zu einem Hit macht, versucht dieser, die Anerkennung zurückzufordern, die er verdient.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Mit Once oder Sing Street hat sich Regisseur einen Namen gemacht, wenn es darum geht, Musik und Emotionen miteinander zu verbinden. Seine besten Arbeiten lebten von Leidenschaft, glaubwürdigen Figuren und Liedern, die man noch auf dem Heimweg vor sich hin summte. Umso ernüchternder fällt Power Ballad – Der Song deines Lebens aus – ein Film, der ständig von musikalischer Inspiration erzählt, dabei aber selbst erstaunlich inspirationslos wirkt.

Rick () hat seine große Chance längst verpasst. Statt ausverkaufte Hallen zu bespielen, tingelt er mit einer Hochzeitsband durch Irland. Bei einer feuchtfröhlichen Nacht trifft er auf den ehemaligen Boygroup-Star Danny (), dessen Karriere ebenfalls bessere Zeiten erlebt hat. Gemeinsam entsteht ein Lied, das Monate später als Dan­nys großes Comeback gefeiert wird. Rick sieht sich um die Früchte seiner Arbeit gebracht und versucht, die Anerkennung zurückzuerlangen, die ihm seiner Ansicht nach zusteht.

Gute Ansätze versanden erstaunlich schnell

Dabei startet die Geschichte durchaus vielversprechend. Die ersten Szenen vermitteln ein angenehmes Gefühl für Ricks Alltag zwischen Familienleben, kleinen Auftritten und nie ganz begrabenen Träumen. Auch die zentrale Idee besitzt Substanz. Streitigkeiten um kreative Urheberschaft gehören schließlich seit Jahrzehnten zur Musikbranche und bieten reichlich Stoff für ein packendes Drama.

Doch kaum hat der Film seine Ausgangslage etabliert, beginnt er sich selbst auszubremsen. Nach einem Zeitsprung verliert die Handlung zunehmend an Spannung. Aus einem Konflikt, der eigentlich von verletztem Stolz, Frustration und Leidenschaft leben müsste, wird eine erstaunlich zahme Angelegenheit. Die Figuren diskutieren, streiten und leiden zwar, doch kaum etwas davon hinterlässt nachhaltigen Eindruck.

Ein wesentlicher Grund dafür liegt in den Charakterzeichnungen. Paul Rudd bleibt zwar gewohnt sympathisch, bewegt sich jedoch nahezu vollständig innerhalb jener Komfortzone, die er seit Jahren bespielt. Sein Rick ist nett, anständig und harmlos – Eigenschaften, die selten ausreichen, um eine abendfüllende  Geschichte zu tragen. Wesentlich problematischer wirkt allerdings Danny. Ausgerechnet der Mann, dessen Karriere auf Bühnenpräsenz und Ausstrahlung basiert, besitzt ungefähr so viel Charisma wie eine Steuererklärung. Nick Jonas liefert eine auffallend glatte Vorstellung ab, wodurch jede Szene mit ihm merkwürdig leblos erscheint.

Ein Musikfilm ohne musikalischen Höhepunkt

Noch schwerer wiegt jedoch ein anderes Problem. Das gesamte Geschehen kreist um einen Song, der angeblich Menschen begeistert, Karrieren rettet und Leben verändert. Nur glaubt man das keine Sekunde. Die titelgebende Ballade bleibt bemerkenswert blass. Weder entfaltet sie emotionale Wucht noch besitzt sie Ohrwurmpotenzial. Statt eines Liedes, das sofort hängen bleibt, bekommt man einen austauschbaren Radio-Titel serviert, dessen Melodie bereits während des Abspanns wieder verblasst. Für einen Film, der seine komplette Dramaturgie auf dieses Stück Musik stützt, ist das ein kaum zu übersehender Makel.

Hinzu kommt eine Inszenierung, die überraschend wenig Gespür für Dynamik entwickelt. Gerade John Carney verstand es früher, musikalische Momente mit Energie aufzuladen. Hier wirken Auftritte häufig statisch und brav. Selbst Szenen, in denen Kreativität förmlich explodieren müsste, plätschern merkwürdig ereignislos vor sich hin. Man schaut Menschen beim Musizieren zu, spürt dabei jedoch selten die Begeisterung, die eigentlich überspringen sollte.

Vereinzelt blitzen dennoch Qualitäten auf. Die familiären Passagen besitzen Charme, einige Nebenfiguren sorgen für dringend benötigte Lebendigkeit, und der lakonische Humor funktioniert gelegentlich besser als das eigentliche Drama. Gerade deshalb ist die Enttäuschung umso größer. Denn immer wieder deutet Power Ballad – Der Song deines Lebens an, welcher Film hier möglich gewesen wäre.

Fazit

John Carney erzählt hier von Leidenschaft, Kreativität und dem Traum vom großen musikalischen Durchbruch. Ironischerweise fehlt seinem Film ausgerechnet das, worum es die ganze Zeit geht: Energie. Die Figuren bleiben blass, der zentrale Konflikt entwickelt kaum Zugkraft und die titelgebende Ballade ist weit davon entfernt, die emotionale Wucht zu entfalten, die ihr ständig zugeschrieben wird. So wird aus einer vielversprechenden Idee eine erstaunlich zähe Angelegenheit, die selten berührt und noch seltener begeistert. "Power Ballad – Der Song deines Lebens" klingt nach großem Konzertmoment, entpuppt sich aber als das akustische Äquivalent zu Fahrstuhlmusik: nicht unerträglich, aber schon vergessen, bevor sich die Aufzugtüren wieder öffnen.

Kritik: Sebastian Groß

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