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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

In "Sick of Myself" geht es um ein junges Pärchen mit ungehemmtem Wettbewerbsdrang. Signe und Thomas versuchen sich gegenseitig zu überbieten und die Aufmerksamkeit des Umfelds und der Gesellschaft auf sich zu lenken. Als Thomas endlich sein Durchbruch als Künstler gelingt, fühlt sich Signe in ihrem Narzissmus gekränkt und begibt sich auf einen selbstzerstörerischen Pfad, um die Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken. 

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Dem Body-Horror und der Komödie wohnt ein gemeinsames Element inne: das der Verformung, Verzerrung, Verschmelzung. Schrecken und Komik liegen hier dicht beieinander und manch filmische Deformierung von Materie kam schon als humoristische Überspitzung beim Zuschauenden an. Nicht umsonst hat David Cronenberg (Die Fliege)– wohl halb im Scherz – eingeräumt, man könne seine Filme auch als Komödien begreifen. Regisseur Kristoffer Borgli geht diesem Pfad mit seinem neuesten Werk Sick of Myself nach. Dieses erzählt von einem kompetitiven Paar, das sich aufgrund narzisstischer Tendenzen im stetigen internen Wettbewerb befindet. Als Thomas (Eirik Sæther)  beginnt, mit seiner Kunst erfolgreich zu werden, fühlt sich Signe (Kristine Kujath Thorp, Ninja Babyso provoziert davon, dass sie damit anfängt, sich für die Aufmerksamkeit selbst zu zerstören. 

Auf seinem Pfad zwischen Body-Horror und Komödie hat Borgli ein Werk erschaffen, das aufgrund seiner Überspitztheit und den wahnhaften Vorstellungen der Protagonistin bisweilen surreal wirkt. Die dadurch markierte Isoliertheit der eigenen Wahrheit der Protagonistin führt den melancholischen Grundton des Filmes ein, der als Klebstoff dient, den Genre-Mix zusammenhält. Durch diesen hindurch führen gut aufgelegte Darstellende, allen voran Kristine Kujath Thorp als Signe. Ihr gelingt es, die Vielschichtigkeit ihrer Figur zu verkörpern, die die emotionale Grundlage der Erzählung schafft. Besonders faszinierend erscheint der Drahtseilakt eines durchgängigen Zynismus bei einem derart brisantem Thema. Doch tatsächlich gelingt es Sick of Myself diverse Momente der (Selbst-)Wahrnehmung des Krankheitsbildes der Protagonistin anklingen zu lassen, ohne einem von ihnen zu verfallen. Die Zuschauenden sind hin und hergerissen zwischen Romantisierung, Mitleid, Wut und Sympathie. In jedem Fall verdeutlicht das Werk dadurch die Vielheit dieser Selbstdestruktion. 

Schade ist, dass der eindrücklich verbildlichte Größenwähn zu einem so großen Klimax  getrieben wird, dass die Alltäglichkeit und Unsichtbarkeit von Neurodiversität zugunsten einer Überspitzung übergangen wird. Seine Schwächen hat Sick of Myself daneben in seiner Erzählstruktur: während sich der Mittelteil des Filmes staut, hätte sich die Eskalationsdynamik zu Beginn sukzessiver aufbauen und zum Abschluss hinaus weniger abgehackt wirken können. Diese Ungereimtheiten sorgen dafür, dass das Werk über weite Strecken stagnierend anmutet und einen nicht ganz runden Eindruck hinterlässt. Das kann jedoch nicht von den offensichtlichen Qualitäten dieses ambitionierten Filmes ablenken, der auf eigenartige Weise sehr menschlich daherkommt, Spitzen gegen teils leider bloß aufgesetztes Awareness in Hochleistungsbetrieben austeilt und irgendwo zwischen Charakterstudie und Sozialsatire changiert. 

Fazit

"Sick of Myself"  ist grotesk wie einzigartig: Trotz und wegen seiner Überspitzung gelingt es ihm, einen Genre-Mix aus Body-Horror, Drama, Satire und Komödie hervorzubringen, der trotz einer gesunden Portion Zynismus von einer Feinfühligkeit durchzogen ist, die es versteht, diverse Stimmungen auszuspielen. 

Kritik: Maximilian Knade

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