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Inhalt

Alles schien gut zu laufen in der Beziehung von Hank und Abby - vor allem nach dem Einzug ins neue Heim. Dennoch ist Abby eines Tages verschwunden und nur ein Abschiedsbrief erinnert Hank an die Zeit mit ihr. Zwischen depressiven Phasen und Selbstvorwürfen versucht er, mit ihr Kontakt aufzunehmen, doch seine Anstrengungen scheinen vergebens. Stattdessen sieht sich Hank nächtlich immer häufiger den Angriffen eines monströsen Wesens ausgesetzt, das an der Tür kratzt und geräuschvoll sein Anwesen durchstreift. Keiner seiner Freunde glaubt ihm, und so muss Hank selbst die Initiative ergreifen, um dem Monster ein für alle Mal den Garaus zu machen.

Kritik

Wenn die weiche Rückblende eines weiblichen Orgasmus mit der harschen Gegenwart eines Monsters, das von außen an der Tür kratzt, kollidiert, dann ist wohl auch dem letzten Zuschauer klar, dass Jeremy Gardners (Tex Montana Will Survive!) dritter Spielfilm mehr ist, als eine niedrig budgetierte Produktion mit einem fragwürdigen Genre-Mix. Vier Jahre ist es her, seit er mit Christian Stella an seinem zweiten Werk Tex Montana Will Survive! gearbeitet hat und für After Midnight fanden sie wieder zusammen.

In dem Indiefilm spielt Gardner die Hauptrolle Hank, ein einfach gestrickter Mann, der mit Problemen in seiner Beziehung mit Abby (Brea Grant, A Ghost Story) zu kämpfen hat, die sich nach ihrem abrupten Verschwinden, in ein ziemliches reales Monster verwandeln, das nicht nur im übertragenen Sinne an seine Tür klopft. Doch After Midnight ist weder ein Horrorfilm noch wirklich ein Eintrag für das romantische Dramen-Kino. Viel mehr scheint es so, als wolle Drehbuchschreiber, Regisseur und Schauspieler Gardner seine eigene Vergangenheit und die Enttäuschung aus einer vorangegangenen Beziehung verarbeiten und nutzt dafür nun das Medium Film.

In kitschigen Rückblenden spielt er den inszenatorischen Erklärbär, der durch romantisierte vergangene Momente des Pärchen führt, zwar auf Authenzität in Dialog bedacht, aber mit so einer geballten Friede-Freude-Eierkuchen Mentalität daherkommt, dass der schroffe Cut auf die aktuelle Situation von Hank nicht wirklich emotionalisiert, sondern eher ad absurdum führt. Hank sitzt Nacht für Nacht im Flur seines alten Landhaus und wartet auf das Monster, das ebenfalls Nacht für Nacht die Veranda hoch zur Eingangstür erklimmt, um ihn zu terrorisieren. Dabei ist der Akt des Monster-Jagen eher der Verleumdungsprozes, den Hank durchläuft. Mit ihm und Amy lief doch alles gut, das sagen doch die etlichen Rückblenden, in denen man das Paar küssend, innig umarmend und lachend beobachten kann. Sie haben doch befreundete Paare, gemeinsame Abende, aber auch Spaß in der Zweisamkeit. Erst später erfährt man, was hinter dieser Fassade steckt und was Hank (wie das Monster, das außer ihm keiner gesehen hat) vor sich herschiebt.

Gardner verlässt sich hier, auf Grund von mangelnder Liquidität seiner Produktion, auf lange Einstellungen, die teilweise über acht Minuten lang nicht wirklich wechseln und so nicht nur die Charaktere in ihrer Situation fesseln, sondern auch die Zuschauer. Die Dialoge sind dabei realitätsnah und die Chemie zwischen Grant und Gardner ist glaubwürdig erkennbar. Doch am Ende geht es hier nicht wirklich um Hank und Abby, auch nicht um das Monster, das dann doch kurze Screentime bekommt, sondern um facettenreiche Gefühle und Schichten, die eine zwischenmenschliche Beziehung aufwirft und die sowohl Gardner als auch Stella so wichtig waren, dass sie in diesem verrückten Genre-Mix entfaltet werden sollte.

Fazit

Wenn nicht nur Beziehungsprobleme an die Tür klopfen: "After Midnight" ist, wie der Originaltitel schon vermuten lässt, wirklich etwas anderes. Der Diskurs über zwischenmenschliche Defizite gemixt mit Horrorelementen kann zwar in keinem Genre wirklich überzeugen, aber beweist inszenatorischen Mut, der nicht für Jedermann etwas sein wird, aber eine Reise wert ist.

Autor: Miriam Aissaoui

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