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"Einmal ein Dieb, immer ein Dieb!" So begrüßt der hartnäckige Kommissar Pierre (Jean Reno) den soeben aus dem Gefängnis entlassenen Zhang Dan (Andy Lau). Und obwohl der Meisterdieb sich eigentlich zur Ruhe setzen will, nimmt er den berühmt-berüchtigten "letzten Auftrag" an: Den gefährlichen Raub eines sagenumwobenes Kolliers, der Dan und seinem neuen Team ihr ganzes Können abverlangt. Denn wie versprochen nimmt Pierre ihre Verfolgung quer durch Europa auf - unerwartet unterstützt von Dans verärgerter Ex-Freundin! So beginnt ein actiongeladenes Katz- und Maus-Spiel, das für alle Beteiligten so manche Überraschung parat hält...

Kritik

Während Filmstudios wie Legendary Entertainment längst unter chinesischem Investment stehen, sind auch Kooperation immer mehr Alltag im Bereich des Kinos zwischen China und anderen Ländern. Da wo Kapital ist, sind eben auch Zugeständnisse möglich. Und sei es eben bei kleinerer Zensur, um eben im großen Markt von China ebenfalls ordentlich Box Office machen zu können. Mit The Great Wall wurde indes 2016 dabei ein großer Aufschlag begonnen, der sogar Matt Damon mit Stars wie Kenny Lin, Eddie Peng oder gar Andy Lau zusammenbrachte. Letzterer darf nun gleich mit dem nächsten westlichen Star vor der Kamera stehen. Und dabei erneut mit ordentlich Star-Power und wirklich guten Voraussetzungen: Immerhin kommen im Heist-Abenteuer The Adventurers Stars wie Jean Reno, Qi Shu (The Assassin) und Eric Tsang zusammen, während Action- und Martial-Arts-Star Stephen Fung (Into the Badlands, Tai Chi Zero) die Regie übernimmt. Doch wie schon bei The Great Wall zeigt sich, dass nicht nur der visuelle Stil passen muss, sondern auch Geschichte und Charaktere in Einklang gebracht werden müssen. Was bleibt ist ein durchaus ansehnliches wie rasantes Abenteuer, welches aber zu schnell der Oberflächlichkeit verfällt.

Die ist schon zu Beginn von The Adventurers mehr als deutlich: Nur rudimentär bekommt der Zuschauer die Informationen über den Meisterräuber mit Herz Zhang Dan (gewohnt routiniert von Andy Lau gespielt) sowie den teils rachsüchtigen wie nervlich lädierten Polizisten Pierre (etwas anteilslos aber gut von Jean Reno gespielt). Was eigentlich wie eine Moby Dick Geschichte im Gangster-Milieu hätte anmuten können, wird dann schnell zum sonnigen Kulissenwechsel mit gehörig aufgedrehter Musik und schnellen Schnitten. Mehr bedarf es dann auch nicht mehr, um die restliche Geschichte zu entwickeln: Eine kleine Rachegeschichte, eine Jagd zwischen Freundschaft und Feindschaft und ein Team, welches sich schneller findet und genauso viel Glück hat, wie sonst kein anderes im Genre (der Film hat insgesamt sechs Autoren). Dies alles führt dazu, dass der Zuschauer schnell durch die jeweiligen Szenen mit den Protagonisten hechtet, ohne jemals wirklich eine Gefahr zu spüren oder eine gewisse Dramatik. Spannend ist dies zwar trotzdem, auch angesichts bekannter Motiven des Genres, aber für mehr als kurzweilige Unterhaltung reicht es dann eben doch nicht.

Das ein genialer Raubzug – auch gerne mit viel (auch übertriebener) Technik – funktionieren kann, hat uns indes bereits 2012 The Thieves (OT: Dodookdeul) von Regisseur Dong-hoon Choi gezeigt, der sogar südkoreanisches Kino mit dem chinesischen zusammenbrachte und auch alle Eigenheiten behalten konnte. Im Falle von The Adventurers fehlt dann aber doch das gewisse Gespür für eine raffinierte Geschichte: Zu lange wird der Zuschauer im Mittelteil alleine ohne neue Informationen gelassen, während die Protagonisten dann nach und nach ihren eigentlichen Coup vorbereiten. Der Humor ist hierbei ebenso zu vernachlässigen wie die eigentlich im Fokus stehende Action oder präsentierten Liebeleien. Dies liegt vor allem an den Beziehungen der Charaktere. Da wird verraten, verkauft und gelogen, als wenn es kein Morgen mehr geben würde. Jedoch hat dies nie wirklich Konsequenzen auf die Geschichte. Und wenn am Ende – sehr vorhersehbar – alles einem reichlich überdrehten Happy-End endet, dann ist dies zwar schön, cineastisch aber wenig wertvoll. Dennoch: Wer Fan von Andy Lau oder Jean Reno ist, wird dennoch gewissen gefallen daran finden, wie die beiden sich durch Europa jagen. Zumal Qi Shu trotz ihres Charakters einmal mehr ihr tolles Schauspiel offenbaren kann.

Fazit

„The Adventurers“ will intelligent, dramatisch, humorvoll und rasant sein. Was uns Regisseur Stephen Fung aber wirklich präsentiert ist eher ein recht oberflächliches Heist-Abenteuer, welches an vielen Stellen mit seinen flüchtigen Charakteren scheitert. Ambitionen in allen Ehren, aber nur Andy Lau und Jean Reno auf der Darstellerliste stehen zu haben, reicht einfach nicht. Nichtsdestotrotz bleibt „The Adventurers“ ein rasanter, schöner wie herrlich technisch überdrehter Trip, der seine Fans finden wird. Der Rest sollte aber eher zu „The Thieves“ greifen.

Autor: Thomas Repenning

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