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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

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Erwähnungen

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Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Ein sadistischer Killer hält die römische Polizei in Atem. Per Internet lädt er die Beamten zu Pokerspielen der ganz makaberen Art ein. Dafür entführt er zuvor junge Frauen, die er gefesselt vor der Webcam festhält. Das Leben der jungen Frauen ist der Spieleinsatz. Verliert die Polizei das Spiel, werden sie live am Computer Zeuge der Hinrichtung des Opfers. Die Kommissarin Anna versucht zusammen mit ihrem Kollegen John den Täter zu stellen. Dabei gerät sie an sämtliche Grenzen. Kultregisseur Dario Argento schuf hier einen spannenden Thriller, der sich zwar einem alt bewährten Strickmuster bedient, aber mit modernen Elementen überzeugen kann.

Quelle: themoviedb.org

Kritik

Seinen Legendenstatus wird Dario Argento – der Schöpfer von Genre-Meisterwerken wie Profondo Rosso – Die Farbe des Todes, Suspiria oder Opera – nie mehr verlieren, obgleich es scheint, als würde er im letzten Vierteljahrhundert aktiv daran arbeiten zu wollen. Die Glanzzeiten des Maestros waren schon Ende der 80er Jahre vorbei, richtig bergab ging es aber erst mit der Jahrtausendwende. Über die Qualitäten von Sleepless (2001) lässt sich noch vortrefflich diskutieren, kaum zwei Meinungen dürfte es aber über The Card Player – Tödliches Pokerspiel aus dem Jahr 2004 geben. Würde man es nicht besser wissen, niemand hätte wohl dieses Machwerk in Assoziation mit einem der oben genannten Werke gebracht. 

Eigentlich schwebte Argento damals eine andere Produktion vor. Als sich dessen Finanzierung zerschlug, griff er kurzerhand auf ein älteres Skript aus dem persönlichen Archiv hervor. Vielleicht in dem Glauben, damit genau den Puls der Zeit zu treffen. Aber wer den Argento des neuen Jahrtausends kennt weiß auch, dass der Mann im zeitgemäßen Kino niemals angekommen ist und nur unglücklicher wirkt, wenn er es versuchte. An sich scheint der Film einen Trend seiner Zeit für sich zu nutzen, schließlich begann 2003 der ganz große Poker-Boom und mit ihm auch dessen zahlreihen Online-Foren. Doch nach wenigen Minuten stellt sich bereits heraus, dass dies wohl nicht nur purer Zufall war, sondern Dario Argento auch offenkundig von Poker und dem ganzen Drumherum überhaupt keine Ahnung hat. Was ihn aber keinesfalls davon abhält, eine sehr einfältige Version davon zusammen zu stümpern. Da ist Pokern ein schlichtes Umdrehen von Karten ohne jedes taktische Kalkül, es gibt Joker und ein echter Profi bezieht seinen Erfolg natürlich über eine Art magisches Gespür, denn anders kann man ein Kartenspiel natürlich nicht gewinnen. Das wäre per se gar nicht mal so tragisch, schließlich bezogen auch Argentos große Werke ihre Qualität nicht aus einem ausgeklügelten Plot, das war meistens eher nebensächlich und mehr oder weniger Mittel zum Zweck. Dafür konnte er in allen anderen Belangen massiv punkten und speziell dort macht sich hier blanke Ernüchterung breit. 

Per Definition handelt es sich hierbei immer noch um einen Giallo, fühlt sich aber niemals wie einer an, vielmehr wie die Doppelfolge einer drittklassig TV-Krimi-Serie (gemessen an damaligen, nicht heutigen Standards). Dabei dürstete es Fans der gelben Serie aufgrund der langanhaltenden Dürreperiode nach neuem Stoff, den ausgerechnet einer der Ur-Väter dieser Bewegung nicht mehr zu bedienen vermochte (im selben Jahr erschien wenigstens mit Anatomie des Grauens einer der wenigen, ordentlichen Neo-Gialli). Die Inszenierung, ursprünglich ein Markenzeichen von Argentos einstigem Genie, ist überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen. Keine kreative Bildsprache, keine eindringliche Musik- und Soundkulisse als markantes Stilmittel, keine prägnanten Kamerafahrten, von der einzigartigen Stimmung vergangener Sternstunden sind nicht mal mehr rudimentäre Fragmente auszumachen, und selbst die Mordsequenzen haben rein gar nichts mehr zu bieten. Es gibt irgendwann eine Szene, in der eine Person an einem Haken wie ein Fisch hinter einem Boot hergezogen wird. Der alte Argento hätte diese Szene in all ihrer Grausamkeit zelebriert und vermutlich sogar noch zu einem ästhetischen Highlight hochstilisiert. Hier sieht man davon praktisch nichts und es tut beinah weh zu mutmaßen, wie spektakulär sie wohl noch zwanzig Jahre vorher ausgefallen wäre. 

Das gesamte Geschehen spielt sich an gefühlt drei monotonen Sets ab, die Dialoge sind teilweise erbärmlich schlecht und ein gestandener Darsteller wie Liam Cunnigham (Game of Thrones) kann einem eigentlich nur leidtun, sich durch so einen hanebüchenen Unfug quälen zu müssen. Der spielt den britischen Cop mit Trauma, der auf eine italienische Kommissarin mit Trauma trifft, die trotz zahlreicher Kollegen bei der Jagd nach einem irren Serienkiller ziemlich auf sich allein gestellt sind, da die unnütze Crew eigentlich nur die ganze Zeit komplett unfähig im Hintergrund rumsteht und einen Bildschirm anschreit. Aufgrund so einer kollegialen Inkompetenz kann man schon mal traumatisiert sein. Neben dem inszenatorischen Armutszeugnis ist dieser lachhaft konstruierte Mumpitz leider auch noch furchtbar eintönig, kommt niemals richtig in die Spur in mündet in einem beinah schon parodistisch-absurden Finale, dessen überraschende Täterauflösung einem auch von Captain Obvious persönlich auf dem Silbertablett serviert werden könnte. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man vielleicht noch drüber schmunzeln. 

Fazit

Von dem einstigen Genie eines Dario Argento bleibt nur noch ein kümmerlicher Torso übrig. Nach „Dracula 3D“ (der in dieser Hinsicht definitiv konkurrenzlos ist) ist dieser ernüchternd-schäbige Giallo-Verschnitt der größte Unfall in der Vita der italienisches Genre-Legende, die sich danach nie wieder ernsthaft rehabilitieren konnte. Somit vielleicht wirklich der Anfang vom Ende. Instant Fold würde man beim Pokern sagen.

Kritik: Jacko Kunze

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