Inhalt
Eine Stylistin untersucht den Tod ihrer Schwester in einem historischen Gebäude in Los Angeles und sieht sich dabei dem rachsüchtigen Geist eines Serienmörders gegenüber, der vor Jahrzehnten seine Opfer zerstückelte. Sie muss fliehen, bevor sie selbst das nächste Opfer wird.
Kritik
Mit einem spannenden, eingängigen Einstieg kann ein Horrorfilm das Interesse der Zuschauer wecken und sie in gewisser Weise an den Film binden. Problematisch wird es nur, wenn ein Film abgesehen von seinem starken Beginn nichts weiter zu bieten hat. In der Anfangssequenz, die in Schwarz-Weiß gehalten wird, geschieht ein Mord, der sich durchaus sehen lassen kann. Danach stellt man den Bezug von der Vergangenheit zur Gegenwart her und startet mit dem für so viele Horrorfilme typischen Vorgeplänkel: Man lernt die Figuren ein wenig kennen, gerade gut genug, um zu wissen, wer welchen Namen trägt, mit wem zusammen ist und welche beruflichen Ambitionen hat. Die Vorstellung der Figuren wirkt ziemlich oberflächlich, aber für die meisten Nullachtfünfzehn-Horrorfilme reicht es aus. Auch für The Mannequin hätte es gereicht, wenn der Film nicht zu achtzig Prozent aus belanglosen Gesprächen bestehen würde.
Längere Passagen, in denen absolut nichts Nennenswertes passiert, werden ohne besonderen Einsatz oder Enthusiasmus durchgespielt und wenn in diesem Film doch etwas passiert, dann ist es vermutlich nur dann gruselig, wenn man in seinem ganzen Leben noch nie einen Horrorfilm gesehen hat. "Gruselige Gestalten" tauchen auf und beeinflussen die Psyche der jungen Frauen. Manche von diesen Gestalten bewegen sich wie Samara aus The Ring, verbreiten aber kaum Angst und Schrecken. Das Einzige, was an diesem Horrorfilm wirklich zu erschrecken vermag, sind seine langen Dialoge, die die Handlung kein Stück voranbringen und nur für Langeweile sorgen. Mit der fortschreitenden Dauer des Films wird es nicht nur langweiliger, sondern auch noch absurder. Spätestens als der Ex-Freund (Maxwell Hamilton) der Hauptfigur mit Weihwasser voller Panik durch die Gegend rennt, um Geister zu beschwören, erkennt man, dass in diesem Film nichts Gescheites mehr geschieht, und wird kurze Zeit später in seiner Annahme bestätigt.
Heißt es, dass man sich diesen Film am besten erst gar nicht ansehen sollte? Leider ja, und auch für die Liebhaber von durchschnittlichen Horrorfilmen gibt es keine gute Nachricht. The Mannequin eignet sich nicht einmal als ein guter SchleFaZ und kann weder mit seinem Drehbuch noch mit Darstellern oder Spannung überzeugen. Alles wirkt so mechanisch und so vorhersehbar, dass es schwerfällt, etwas Gutes an diesem Film zu finden. Schon nach den ersten zehn Minuten weiß man bereits alles, was man über diesen Film wissen muss, und hat auch schon das Beste gesehen. Das ungute Gefühl trügt nicht und es wird auch im Laufe des Films nicht besser. The Mannequin ist leider überhaupt nicht sehenswert.
Fazit
„The Mannequin“ ist ein schwacher Vertreter seines Genres und erschreckt nicht mit seinen Horrorelementen, sondern mit seinen langen sinnlosen Dialogen. Es geschieht kaum etwas von Belang und der einzige Horror, der hier verbreitet wird, ist die Langeweile.
Autor: Yuliya Mieland