5.3

MB-Kritik

War Machine 2026

Action, Sci-Fi, Thriller

5.3

Alan Ritchson
Dennis Quaid
Stephan James
Jai Courtney
Esai Morales
Blake Richardson
Keiynan Lonsdale
Jack Patten
Joshua Diaz
Heather Burridge
Daniel Webber
Matt Testro
Patrick Hughes
Alex King
Victory Ndukwe
Richard Cottam

Inhalt

In den Bergen Colorados trifft eine Gruppe angehender Army Ranger auf einen riesigen Killerroboter, der ohne Umschweife eine tödliche Jagd auf sie eröffnet. 

Kritik

Du liebst Predator, hast dir aber schon immer insgeheim gedacht: „ach, wie cool wäre es, wenn ein riesiger Killerroboter anstatt eines Aliens auf die Jagd gegangen wäre“ – Gratulation, deine Wünsche wurden erhört. Denn der am 6. März 2026 auf Netflix gestartete Film War Machine bietet so ziemlich genau das. Inszeniert wurde der vom Streamingriesen mitproduzierte Sci-Fi-Actionkracher von Regisseur Patrick Hughes, der zuvor Werke wie The Expendables 3 oder The Hitman's Bodyguard auf die Kinoleinwand brachte. Die Hauptrolle wird von Alan Ritchson (Reacher) bekleidet und Stephan James (21 Bridges), Dennis Quaid (The Substance) sowie Jai Courtney (Terminator Genisys) sind in Form von Nebenrollen ebenfalls mit von der Partie.   

Wie eingangs bereits angeteasert ist man bei War Machine nicht allzu weit von John McTiernans Kultstreifen Predator entfernt. Nur die Ausgangslage wurde etwas abgeändert. Anstatt Elite-Söldnern, einer geheimen Rettungsmission, dem schwülen Dschungel Südamerikas sowie einer außerirdischen Kreatur aus Fleisch und grünem Blut erhalten wir nun angehende Army Ranger, ein kräftezehrendes Ausbildungstraining, das dicht bewaldete Gebirge Colorados sowie einen großen, mordlüsternen Kampfroboter von zunächst unbekannter Herkunft. Doch sobald unsere Protagonist*innen nach rund 30 Minuten auf ihren mechanischen Gegenspieler treffen, bekommen wir so ziemlich exakt das geboten, was wir eben bereits von Predator oder Filmen wie z. B. Kill Command, Dog Soldiers oder auch dem Action-Kriegsfilm Lone Survivor kennen: einen rauen, verzweifelt geführten Überlebenskampf gegen einen übermächtigen Feind.

Sonderlich innovativ geht es dabei nicht zu. Flüchten, verstehen womit man es zu tun hat, Schwachstellen ausmachen, vernichten – und nebenbei versuchen nicht das Zeitliche zu segnen. Das ist alles recht vorhersehbar, weswegen man nach echten Überraschungen vergeblich Ausschau hält. Immerhin scheppert und kracht es mit dem Auftauchen der Blechbüchse zuweilen recht ordentlich, was dann nur allzu gerne mit grafischen Effekten einhergeht. Leiber werden durchlöchert, Gliedmaßen weggefetzt und hintenraus gibt es schließlich noch einiges an Zerstörung bzw. Explosionen. Tricktechnisch macht das einen sehr soliden Eindruck, wenngleich man in einigen Momenten von „echtem, hochqualitativem Kinoniveau“ noch ein Stück weit entfernt ist. Positiv hervorzuheben ist aber, dass – ähnlich wie bei Gareth Edwards' Sci-Fi-Film The Creator – weitgehend auf Greenscreen verzichtet und stattdessen inmitten echter Kulissen gedreht wurde. Eine Entscheidung, die War Machine hervorragend zu Gesicht steht. Umso ärgerlicher ist es daher, dass es mit dem „Mitfiebern“ partout nicht klappen will. 

Grund dafür sind die Charakterzeichnungen, die noch simpler angelegt sind als der ohnehin schon einfach gestrickte Plot. Die Figur von Ritchson, dem man seine Rolle allein schon aufgrund seiner Physis abkauft, ist die einzige, die in Form eines traumatischen Schicksalsschlags ein wenig Backstory spendiert bekommt. Besagter Schicksalsschlag ist dann auch der (einigermaßen fragwürdige) Quell seiner Motivation, um überhaupt erst die Prüfung zum Army Ranger anzutreten. Allen anderen Figuren wurden allerhöchstens einfachste Charakter-Zuschreibungen wie „der mit der Sozialkompetenz“ zuteil - ein absoluter Kardinalsfehler. So gesehen wirkt es nur allzu konsequent, dass wir von niemandem (noch nicht einmal von der Hauptfigur) die echten Namen, sondern bloß ihre „Kandidatennummern“ erfahren. Entsprechend wenig kümmert es einen dann auch, wenn sie ihr Leben aushauchen. Höchstens fragt man sich, wer da eigentlich gerade über den Jordan gegangen ist. Nummer 8, Nummer 27 oder womöglich doch Nummer 5? Ach, wen interessiert’s?! 

Was das Erscheinungsbild des Stahlkolosses angeht, so erinnert dieses an eine Mischung aus dem T1-Modell aus Terminator (diese Panzer aus den Zukunftssequenzen) und dem ED-209 (der mechanische Gegenspieler) aus Robocop. Das schaut an sich okay aus, aber auf einen Originalitätspreis darf der Blechhaufen wohl kaum hoffen. Ansonsten bekommen wir noch eine Reihe wunderschöner Naturaufnahmen sowie Pro-Militarismus in Form eines großen Batzens Pflichtbewusstsein, dickaufgetragenem Kameradschaftsgeist, haufenweise Pathos und jeder Menge „Hooah“ kredenzt. Und weil sich die Verantwortlichen gerne alle Möglichkeiten offenhalten wollten, werden zum Ende hin direkt überdeutlich die Weichen für eine oder vielleicht sogar gleich mehrere Fortsetzungen gelegt, damit man bei Bedarf beziehungsweise bei ausreichendem Erfolg noch einmal gewinnbringend nachlegen kann. 

Fazit

„War Machine“ liefert stumpfe Haudrauf-Action, bei der angehende Army Ranger in den Bergen Colorados auf einen riesigen, übelgelaunten Kampfroboter treffen. Es kracht, es scheppert, es fliegen Körperteile umher, aber vielmehr ist da nicht. Insbesondere, da einem die gebotenen Charaktere vollkommen gleichgültig sind. Wer mehr als blutige Action, Pathos und Pro-Militarismus möchte, schaut bei „War Machine“ leider in die sprichwörtliche Röhre.

Autor: Constantin Wieckhorst
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