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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Eines Tages hat Fiver, ein Kaninchenjunge, dunkle Vorahnungen vom Untergang seines Baus. Daher macht er sich mit einer kleinen Gruppe sowie seinem Bruder Hazel auf den Weg, um ein neues Zuhause zu finden. Unterwegs müssen sie so manche gefährliche Situation bestehen und Feinde wie Raubtiere, Menschen und sogar ihrer eigene Spezies überlisten. Doch die Gemeinschaft lernt auf ihrem Weg auch neue Freunde kennen, die sie tatkräftig bei der Suche nach einer neuen Heimat unterstützen.

Kritik

Wie oft ist es wunderbaren, sinnstiftenden Stoffen doch nicht vorbehalten, ihren Weg in die Öffentlichkeit zu finden. Ob wir nun von Romanen sprechen, die niemals über den Stand eines Manuskriptes hinauskommen oder von Drehbüchern, denen es nicht vergönnt scheint, irgendwann als Spielfilme über die Leinwände zu flimmern. Der von Richard Adams geschriebene Weltbestseller „Unter am Fluss“ wäre beinahe einem ähnlichen Schicksal erlegen – und das im doppelten Sinne! Nicht nur war es für Adams zu Anfang ein Ding der Unmöglichkeit, einen Abnehmer für die Geschichte um ein Hasenrudel, welches sich auf eine einschneidende Odyssee begibt, zu finden, auch die filmische Adaption stand kurz vor dem Scheitern, einfach weil sich kein Verleih finden lassen wollte, der sich der komplexen Materie gewachsen sah (und das bei einer Verkaufszahl von über 50 Millionen Exemplaren!). Am Ende nahm es Martin Rosen, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in Personalunion, selbst in die Hand und ging ein in die Annalen der Filmgeschichte.

Für Guillermo del Toro („Crimson Peak“) ist „Unten am Fluss“ ein nach wie vor prägendes 'Filmwunder', weil hier unter Beweis gestellt wird, dass der Zeichentrick nicht einfach nur ein Genre ist, sondern ein mannigfaltiges Medium, bei dem sich Kinder und Erwachsene in Eintracht begegnen können. Nicht selten allerdings dürfte „Unten am Fluss“ auch Grundstein unzähliger Traumata gewesen sein, schlägt sich die tonale Taktung von „Unten am Fluss“ doch in einer außerordentlichen Härte nieder, die sich wahrlich ins Gedächtnis brennt – und für die ganz Kleinen verstörende Effekte erzielt. Die Bilder der Gewalt, mit denen man hier als Zuschauer konfrontiert wird, fusionieren sich im Angesicht von Schrecken und Virtuosität: Die blutüberströmten Kaninchenfelle schockieren, aber sie entschlüsseln auch auf der visuellen Ebene, dass der Zeichentrick nicht zwangsläufig die abgerichtete Projektionsfläche für einen verniedlichten Anthropomorphismus sein muss. Vielmehr trägt „Unten am Fluss“ eine Düsternis mit sich, die aufrüttelt, den Film selbst aber niemals in Gänze verschlingt.

Der Realismus, an den der Film unverkennbar gekoppelt ist, veranschaulicht sowohl die Gnadenlosigkeit des Kaninchen-Mikrokosmos, zeigt sich im selben Schritt aber auch empfänglich für Hoffnung. Wenn man „Unten am Fluss“ zwanghaft in Schubladen pressen möchte, dann würde man wohl von einem kontrastreichen Kinderfilm sprechen, der sein Publikum nicht unterschätzt und mit erwachsenen Themen in Kontakt bringen möchte – auch wenn Heranwachsende die Tiefe des Sujets kaum zu greifen wissen. „Unten am Fluss“ nämlich lässt sich gleichermaßen als religiöse Parabel (Genesis und Exodus!) definieren, wie er auch als soziopolitischer Diskurs und Initationsgeschichte funktioniert. Hier wird über Sterblichkeit, kulturelle Prägung und Gemeinschaftswillen philosophiert; und obgleich sich die Animationen einigen Unsauberkeiten nicht entbehren können, ist „Unten am Fluss“ doch ein pittoreskes Paradebeispiel dafür, was Trickfilm sein kann, wenn man nur den Mut besitzt, ihn eben nicht als Genre, sondern als Medium zu deuten.

Fazit

Heute ist „Unten am Fluss“ nicht nur im literarischen Bereich ein echter Klassiker. Auch Martin Rosens Adaption ist ein Meilenstein seines Fachs, weil hier verstanden wurde, dass Zeichentrick Kinder und Erwachsene gleichermaßen berühren kann. „Unten am Fluss“ ist ein komplexer, düsterer, aber gleichwohl wunderschöner und hoffnungsvoller Film. Man sollte ihn gesehen haben.

Autor: Pascal Reis

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