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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

Was wäre, wenn sich die Geheimnisse des Lebens im Dreck finden ließen? Diese Frage treibt einen ungewöhnlichen Mann auf eine Reise, um unsere Verbindung zu den Sternen zu erforschen.

Kritik

Eine Sami-Legende vom kosmischen Ursprung der Menschheit, ein norwegischer Jazz-Musiker, der im irdischen Staub nach Sternen-Partikeln sucht und eine lebensbedrohliche Krankheitsdiagnose: Schon die kalkulierten Komponenten Elisabeth Rasmussen diffuser Doku klingen zusammengefasst bedenklich nach der sentimentalen Scheinphilosophie des titelgleichen Pop-Songs. Dass der nicht gespielt wird, obwohl die Versuchung dazu gemessen am Kitsch-Faktor der substanzarmen Story von Mini-Meteoriten, Möchtegern-Astronomen und merkantilen Mythen enorm gewesen sein muss, ist noch der beste Aspekt des seichten Alltagsmärchens.

Jenes beginnt mit der erwähnten Sage, der angeblichen Inspiration des astronomischen Hobbys der Regisseurin. Sie selbst ist die heimliche Hauptfigur der adrett arrangierten Anekdote, die sich sukzessive als Vorwand zur Selbstbespiegelung entpuppt. Als sie erwachen wurde, habe sie die alte Legende vergessen, erzählt Rasmussen aus dem Off zu Poster reifen Bildern vom Sternenhimmel und weißen Schneelandschaften. Doch dann las sie eines Tages davon, dass ein Hobby-Forscher namens Jon Larsen kosmische Staubpartikel in den Straßen von Norwegens Großstädten suche.

Wo genau diese Nicht-Meldung eigentlich stand, bleibt ein Geheimnis Rasmussens, für die feststand: „Ich musste ihn treffen.“ Dass er offenbar tatsächlich mit vergleichsweise simplen Mittel kosmische Partikel gesammelt hat, erscheint als Triumph eines einfachen Individuums gegen eine wissenschaftliche Elite. Dass Larsen selbst enorm privilegiert ist, ignoriert das narzisstische Narrativ, das Rasmussen nun auf sich selbst und ihre beeinträchtigte Gesundheit lenkt. Dank Larsen habe sie die alte Legende endlich verstanden. Dem Publikum hingegen bleibt jeder Erkenntniswert verwehrt. 

Fazit

Amateur-Astronomie, spirituelle Selbstfindung und komischen Kitsch verknüpft Elisabeth Rasmussen kalkuliert zu einem jener „inspirierenden“ Werke, deren spärliche Substanz seichter Soundtrack und dekorative Bilder ausgleichen sollen. Die Suche nach Sternenstaub wird zur trivialen Metapher für eine menschliche Sehnsucht nach höherer Verbindung. Eine psychologische Analyse des Drangs, in einer privaten Krise die eigene Existenz in einen größeren kosmologischen Kontext zu stellen, bleibt dabei ebenso aus wie hintergründige wissenschaftliche Erläuterung des zentralen Funds. Esoterik, Egozentrik und emotionales Kalkül hinter funkelnder Fassade.

Kritik: Lida Bach

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