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Inhalt

Mirco (Florian David Fitz) ist berufsbedingt kaum zu Hause. Seine Frau Fatime (Aylin Tezel) organisiert das Familienleben um Baby Lucy und den zehnjährigen Sohn Jason (Cecilio Andresen) – was nicht immer leicht ist. Jason ist Autist und sein Alltag besteht aus täglichen Routinen und festen Regeln. Fatime gibt alles, um Jason den nötigen Halt entgegenzubringen, doch vor allem in der Schule stößt Jason auf viel Unverständnis. Als der Familie der Wechsel auf eine Förderschule nahegelegt wird, ist auch Mirco als Vater gefordert. Er schließt einen Pakt mit seinem Sohn: Jason verspricht, sich alle Mühe zu geben, sich in der Schule nicht mehr provozieren zu lassen, wenn Mirco ihm hilft, einen Lieblingsfußballverein zu finden. Allerdings will Jason sich erst für einen Verein entscheiden, wenn er alle 56 Mannschaften der ersten, zweiten und dritten Liga live in ihren jeweiligen Stadien gesehen hat. Auf ihrer außergewöhnlichen Reise zu den Fußballstadien Deutschlands lassen Vater und Sohn die heimische Routine hinter sich und finden alles, was sie nie gesucht, aber definitiv gebraucht haben.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Es scheint, Florian David Fritz (100 Dinge) möchte sich in Marc Rothemunds (Es ist zu deinem Besten) Famileinfilm selbst typecasten lassen: als gestressten Familienvater von Kids, die es in der Gesellschaft aufgrund ihrer Kondition schwerer haben, aber vermeintlich lange nicht so schwer wie ihr Papa. Der ist natürlich der wahre Mittelpunkt der Handlung. Darin dienen die alltäglichen Herausforderungen diskriminierter und benachteiligter Gruppen lediglich als Vorwand, um einmal mehr von der privilegiertesten Personengruppe zu erzählen: wohlhabenden weißen straighten neurotypischen, able-bodied cis Männern. Wie Mirco.

Sein zehnjähriger Sohn Jason (Cecilio Andresen, Franky Five Star) hat das Asperger-Syndrom, erklärt zu Beginn eine Kindertherapeutin dem Kinopublikum, für das Jasons Mutter Fatime (Aylin Tezel, Scrapper) ergänzend schwört, sie wollten alles tun, damit Jason trotzdem das beste Leben haben werde. Dass niemand im echten Leben so spricht wie die Figuren, ist noch das geringste Manko der auf realen Begebenheiten basierenden Fussball-Vater-Sohn-Story. Deren fragwürdigen Ansatz impliziert bereits der Begriff „Asperger“, der nicht nur aufgrund seines faschistischen Namensgebers problematisch ist.

Doch historische Sensibilität, medizinische Kontroversen und diagnostische Spezifika spielen keine Rolle in Richard Kropfs (Kleo) Drehbuch. Das reduziert Jasons Zustand auf eine Handvoll aus Filmen bekannter Symptome, die sich je nach dramaturgischem Bedarf an und abschalten lassen. Diese für Fitz‘ Filme offenbar charakteristische Darstellung (siehe Vincent will Meer oder Oskars Kleid) eines permanenten Wesensaspekts als einer Art Laune bestätigt das Vorurteil einer „Modeerscheinung“, die betroffenen Kindern aberzogen werden könnte. Genau dies geschieht de facto mit Jason.

Der durch Mamas Übervorsicht verhätschelte Junge braucht bloß etwas martialisches Milieu. Das findet er beim Stadion-Hopping auf der Suche nach einem favorisierten Fußball-Verein. Der archaisch-aggressive Gemeinschaftsgestus erweist sich als wahres Wundermittel gegen Jasons stereotype Symptome. Selbige werden komplett übergangen oder bagatellisiert, genau wie die Tendenz der Fan-Szene zu Rassismus, Nationalismus, Queerphobie und Chauvinismus. Letzter ist vielmehr Kernelement des melodramatischen Männermärchens. Dessen Frauenfiguren fehlt das instinktive Verständnis, das Vater und Sohn auf der therapeutischen Tribüne vereint. 

Die aggressive Aura traditionell toxisch-männlicher Milieus verleiht Jason Kampfgeist und Kraft, gegen sein eigenes restriktives Regelwerk zu rebellieren. Chronische Symptome erscheinen als selbsterstelltes System, das Betroffene mit etwas Willensstärke aufheben können. Chronische Erkrankung erscheint als Challenge, die es zu bewältigen gibt. Eltern und Kinder müssen angeblich nur wollen. Und die nötigen finanziellen und sozialen Ressourcen haben. Doch solche intersektionalen Faktoren zu ignorieren gehört zum paradoxen Ableismus der Fußball-Fabel. So verlogen kann eine „wahre Geschichte“ sein.

Fazit

Von Oskars Kleid hat Florian David Fitz augenscheinlich nichts gelernt, außer dass sich sozial sensible Themen besonders lukrativ dramatisieren lassen. In Marc Rothemunds ungelenker Union von Vater-Sohn-Drama ist es die in Einklang mit dem bigotten Subtext als Asperger-Syndrom bezeichnete ASD. Die scheint Resultat jungmännlicher Schwäche aufgrund väterlicher Vernachlässigung. Deren Behebung bessert sofort die Symptomatik, die hier nie schwerer ausfällt als ein Trotzanfall. Das hölzerne Schauspiel potenziert die psychologische und emotionale Unglaubwürdigkeit einer bedrückend toxischen Tatsachenverfilmung.

Kritik: Lida Bach

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