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Quelle: themoviedb.org

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Emerald Fennells „Wuthering Heights“ – Sturmhöhe ist eine mutige und originelle Interpretation der größten Liebesgeschichte aller Zeiten. Margot Robbie als Cathy und Jacob Elordi als Heathcliff stehen dabei im Mittelpunkt einer epischen Geschichte von verbotener Liebe, die sich von romantischer Sehnsucht zu einem berauschenden Strudel aus Lust, Leidenschaft und Wahnsinn steigert.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Nach dem hochinteressanten Promising Young Woman (2020) und dem zum viralen Kult-Phänomen avancierten Saltburn (2023) hat sich Emerald Fennell für ihren dritten Spielfilm ausgerechnet einen der meistadaptierten Romane der englischen Literatur ausgesucht: Emily Brontës Sturmhöhe. Eine Entscheidung, die von Beginn an Neugier wie Skepsis gleichermaßen befeuerte. Der 1847 erschienene Roman gilt als vielschichtiges Gesellschafts- und Seelendrama, das sich nie auf eine einzige Lesart festnageln lässt. Dass Fennell den Titel offiziell in Anführungszeichen setzt, wirkte daher weniger wie Koketterie, sondern eher wie ein programmatisches Statement: Dies ist nicht die Verfilmung, sondern eine mögliche Annäherung an Catherine und Heathcliff. Ein Ansatz, der Freiräume eröffnet, aber auch Erwartungen schürt.

Leidenschaft unter Glas

Wer die Vorlage kennt, weiß, dass Sturmhöhe weit mehr erzählt als eine tragische Liebesgeschichte. Trotzdem haben sich die meisten filmischen Umsetzungen auf genau diesen Kern konzentriert – und Fennell bildet hier keine Ausnahme. Ihre Version rückt Catherine und Heathcliff klar ins Zentrum, prominent verkörpert von (Barbie), die erneut auch als Produzentin fungiert, und , der nach Saltburn und Frankenstein (2025) endgültig zum bevorzugten Projektionskörper düsterer Obsessionen geworden ist. Schon diese Besetzung signalisiert, dass es weniger um literarische Werktreue als um emotionale Verdichtung geht.

Die Spannung war entsprechend groß, ob Fennell erneut provozieren würde. Nach Körperflüssigkeiten, Grenzüberschreitungen und kalkulierten Tabubrüchen in Saltburn lag die Vermutung nahe, dass auch ihr „Wuthering Heights" - Sturmhöhe ein ähnliches Arsenal auffahren könnte. Diese Erwartung wird überraschend klar unterlaufen. Ja, Fennells Version ist sinnlicher als viele frühere Adaptionen, körperlicher, direkter, manchmal auch schamloser. Doch wer einen neuen 'Skandalfilm' erwartete, dürfte entweder enttäuscht oder erleichtert aus dem Kino gehen. Das Drama bleibt - im Kontext zu all den vorherigen Mutmaßungen - eher keusch.

Die Funken zwischen Robbie und Elordi sind spürbar, ihr Zusammenspiel lebt von Blicken, Andeutungen und einer permanenten inneren Unruhe. Für sehr prüde Gemüter finden sich durchaus einige Oh-la-la-Momente, doch sie dominieren den Film nie. Stattdessen wirkt die Leidenschaft oft wie unter Glas konserviert. Das Gemessen an der Erwartungshaltung köchelt das Begehren eher auf halber Flamme.

Bilder, die überwältigen

Dass Fennells dritter Langfilm dennoch Aufmerksamkeit verdient, liegt weniger an Stars oder vermeintlichen Grenzüberschreitungen als an seiner Inszenierung. Hier entfacht die Regisseurin ein wahres Panoptikum berauschend komponierter Bilder. Unterstützt von Kameramann Linus Sandgren, der bereits mehrfach bewiesen hat, wie virtuos sich Atmosphäre und Emotion visuell verdichten lassen, erstrahlt „Wuthering Heights" - Sturmhöhe als ästhetisches Erlebnis von seltener Konsequenz.

Die Bildsprache ist durchgehend opulent, leicht gotisch, manchmal fast märchenhaft, ohne sich vollständig von einer bohrenden, rauen Realität zu lösen. Nebel, Wind und Weite werden nicht bloß als Kulisse genutzt, sondern als emotionale Verlängerung der Figuren. Sehr viele Einstellungen wirken durchdacht, choreografiert und dennoch natürllich. Es gibt kaum ein Bild, das nicht nach Bedeutung ruft oder zum Deuten einlädt.

Gerade darin liegt jedoch auch ein zentrales Problem des Films. Die Figuren verlieren sich in dieser Welt. Es wird geschmachtet, gelitten, verziehen und wieder verstoßen, doch Catherine, Heathcliff, Nelly, Isabella und die übrigen Figuren erhalten selten genug Raum, um sich gegen die erdrückende Stilistik zu behaupten. Ihre Motivationen bleiben oft angedeutet statt ausgearbeitet, ihre inneren Konflikte werden mehr behauptet als erlebt. Die emotionale Distanz wächst, je schöner die Bilder werden.

Klang, Aura und Schmacht

Der Score von Charli XCX fügt sich ambivalent in dieses Gesamtbild. Er ist weniger dominant, als man befürchten oder hoffen konnte, bleibt meist atmosphärisch im Hintergrund und setzt auf moderne Akzente, ohne das Historiengefühl komplett zu untergraben. Dennoch entsteht ein leichter Bruch zwischen Klang und Erzählung, der nicht immer produktiv wirkt. Auch hier gilt: je nach Erwartungshaltung wirkt die Entscheidung stimmig oder irritierend.

Trotz aller Kritik empfiehlt sich Emerald Fennell erneut als eigenständige, bemerkenswerte Filmemacherin. Selbst wenn Leidenschaft und Sinnlichkeit nicht durchgehend lodern, brodelt der Film auf einer anderen Ebene beinahe permanent. Seine Aura ist dicht, beinahe greifbar. Szenenübergänge sind teils wunderbar montiert, die erzählte Welt changiert zwischen historischer Strenge und überhöhter Romantik. „Wuthering Heights" - Sturmhöhe wirkt wie ein Film, der mehr gefühlt als verstanden werden will.

Schmacht wurde lange nicht mehr so wirkungsvoll auf der Leinwand eingefangen. Fennell gelingt es, emotionale Zustände in Bilder zu übersetzen, auch wenn die Figuren selbst gelegentlich blass bleiben. Ihre Bildsprache und die opulenten Kulissen tragen den Film stärker als die Charakterzeichnung oder das Spiel der Stars. Das sorgt für Bewunderung, aber auch für eine gewisse Leere im Zentrum.

Fazit

Emerald Fennells Brontë-Adaption besticht durch große formale Schönheit, deren emotionale Kraft jedoch nicht mit dem ästhetischen Anspruch Schritt hält. In diesem Spannungsfeld beeindruckt die Inszenierung, doch echte Nähe zur Geschichte und zu den Figuren entsteht nur selten.

Kritik: Sebastian Groß

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