Von Stu am Freitag, 20 Februar 2026, 05:02 Uhr
Bildnachweis: © Warner | Werbemotiv zu "Wuthering Heights - Sturmhöhe" (2026)
Wuthering Heights - Sturmhöhe ist am ersten Wochenende in den USA erfolgreich gestartet – trotz gespaltener Pressestimmen. Während das Einspielergebnis für sich genommen auf ein reges Publikumsinteresse schließen lässt, rückt nun weniger die literarische Vorlage von Emily Brontë als vielmehr die Vermarktung des Films in den Mittelpunkt der Diskussion. Ein Branchenbericht stellt die Kommunikationsstrategie von Warner Bros. infrage – und entfacht eine Debatte über Transparenz, Einfluss und die Zukunft der Filmkritik.
Positive Online-Stimmung als strategisches Instrument?
Auffällig war bereits im Vorfeld die ungewöhnlich euphorische Resonanz auf Social-Media-Plattformen. Noch bevor klassische Kritiken veröffentlicht wurden, kursierten zahlreiche überschwängliche Kommentare, die den Film in höchsten Tönen lobten. Laut einem Insider soll diese Welle an Begeisterung jedoch nicht ausschließlich auf spontanen Reaktionen beruhen.
Dem Bericht zufolge habe Warner weltweit eine besonders umfangreiche Marketingkampagne aufgesetzt, bei der Influencer*innen eine zentrale Rolle spielten. Die Rede ist von rund 2.000 Social-Media-Akteur*innen, die für positive Beiträge zum Film honoriert worden sein sollen. Offizielle Angaben dazu liegen bislang nicht vor. Dennoch wirft die Zahl Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf Kennzeichnungspflichten und die Unterscheidbarkeit zwischen redaktioneller Meinung und bezahlter Promotion.
Hinzu kommt, dass frühe Vorführungen offenbar gezielt mit reichweitenstarken Online-Persönlichkeiten besetzt wurden. Solche exklusiven Events gelten in der Branche als effektives Mittel, um digitale Aufmerksamkeit zu generieren. Kritische Stimmen bemängeln jedoch, dass dadurch ein einseitiges Meinungsbild entstehen könne, das die öffentliche Wahrnehmung bereits vor dem regulären Kinostart prägt.
Verschiebung der Deutungshoheit im Filmdiskurs
Die Diskussion über den wachsenden Einfluss von Influencer*innen auf die Filmberichterstattung ist nicht neu. Bereits 2023 setzte sich The Guardian in einem vielzitierten Beitrag mit der Frage auseinander, ob klassische Filmkritik durch Social-Media-Promotion zunehmend verdrängt werde. Damals wurde darauf hingewiesen, dass Studios verstärkt auf digitale Multiplikatorinnen setzen, um frühzeitig Begeisterung zu erzeugen – mit potenziellen Folgen für die Vielfalt der öffentlichen Debatte.
Im Fall der 21. Verfilmung von Wuthering Heights erhält diese Entwicklung neue Aufmerksamkeit, weil Berichten zufolge zahlreiche Filmkritiker*innen keinen Zugang zu frühen Screenings erhielten. Sollte sich dies bestätigen, würde dies auf eine gezielte Priorisierung reichweitenorientierter Kommunikation hindeuten. Branchenbeobachterinnen sehen darin eine strukturelle Veränderung: Während klassische Rezensionen oft auf Einordnung und Analyse abzielen, dominieren in sozialen Netzwerken häufig kurze, emotionale Statements.
In eigener Sache:
Wir konnten Wuthering Heights - Sturmhöhe von Regisseurin Emerald Fennell (Saltburn) gemeinsam mit zahlreichen weiteren Pressevertreter*innen wenige Tage vor dem offiziellen Kinostart im Rahmen einer regulären Pressevorführung sehen. Eine monetäre Vergütung durch Warner haben wir dafür selbstverständlich nicht erhalten. Allgemein haben wir noch nie Geld für eine Kritik von einem Studio oder Verleih bekommen.
Unabhängig davon ist uns – nicht erst in den vergangenen Monaten – aufgefallen, dass sehr frühe Reaktionen, häufig von Influencer*innen oder Kritiker*innen mit großer Social-Media-Reichweite, überdurchschnittlich positiv ausfallen. Vor diesem Hintergrund haben wir uns intern dazu entschieden, solchen verfrühten Einschätzungen in unserer News-Berichterstattung keine besondere Aufmerksamkeit mehr zu schenken.
Weniger Aufmerksamkeit, obwohl es doch eigentlich hochinteressant ist, erhält aktuell diese Meldung, das zwei echte Martial-Arts-Großmeister endlich wieder einen Film gemacht haben. Hier gibt's mehr Details und sogar den ersten Trailer: