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1x1 – Folge 1

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Inhalt

Die unglaubliche Geschichte eines der aufsehenerregendsten Kunstskandale des 21. Jahrhunderts ist ein zehnjähriger Krieg um Milliarden zwischen einem russischen Oligarchen und einem Schweizer Kunsthändler.

Kritik

Es sei der größte Kunstbetrug aller Zeiten, teasers eine Kunstexpertin in einer frühen Szene Andreas Dalsgaards dreiteiliger Mini-Serie, die nach ihrer Sundance Premiere auf der 23. Ausgabe von CPH:DOX läuft. Das strategische Spielfeld, auf dem sich der über die Sphäre des internationalen Kunsthandels hinaus reichende Skandal abspielt, zeigt sich mit seltener Klarheit als regulatorische und ökonomische Grauzone. Der globale Kunstmarkt erlaubt es millionenschweren Geschäftsleuten wie dem russischen Oligarchen und Investor Dmitry Rybolovle astronomische Geldwerte unbeachtet zu bewegen. 

Kunstobjekte werden nicht zugleich zum Aushängeschild von Status und kultureller Verfeinerung sowie zum geopolitischen Finanzmittel. True Crime Thriller und ökonomische Analyse verweben sich zu einer unterhaltsamen Untersuchung kapitalistischer Taktiken und psychologischer Fallstricke. Einen solchen spannte der Schweizer Kunsthändler Yves Bouvier, der seinen Auftraggeber um Millionen brachte. Von 2003 bis 2015 bauten Rybolovlev und Bouvier gemeinsam eine der weltweit  Privatsammlungen mit unter anderem Gemälden von Klimt, Gaugin, Modigliani und Matisse. Durch Bestechung einer seiner Bekannten verschaffte sich Bouvier Zugang zu dessen inneren Zirkel. 

Ein Zufall enthüllte dem schwerreichen Sammler die massiven Manipulationen Bouviers, der bereits in mehrere Kunsthandel-Skandale verwickelt gewesen war. Aus dem freundschaftlichen Vertrauensverhältnis wurde eine erbitterte Fehde und ein sich über ein halbes Dutzend Nationen erstreckender Gerichtsstreit. Jener offenbart die verborgenen Mechanismen von Wertverschiebung und persönlicher Bereicherung. Statt die Gemälde direkt an seinen Auftraggeber zu verkaufen, erwarb Bouvier sie selbst, um sie erheblich teurer anzubieten. Die kurzweilige Komposition von Investigativ-Journalismus, mokanter Memoire und Moralmärchen zeigt sich die Kunst des Betrugs - und dessen medialer Mythologisierung.  

Fazit

Macht, Manipulation und Materialismus und die klangvollen Namen unerschwinglicher Werke, die man sonst nur aus dem Museum liefern den sensationalistischen Reiz Andreas Dalsgaards Kunstkrimis. Der teilt Stärken und Schwächen der themenverwandten Doku "The Lost Leonardo", die der dänische Regisseur als Co-Autor mitschrieb. Archivmaterial, Einblicke in Auktionshäuser und Lagerhallen sowie Interviews mit Anwälten und Marktinsidern werden mit dramatischer Eleganz in Krimi-Ästhetik verpackt. Jede Folge des dokumentarischen Dreiteilers endet mit einem Cliffhanger, exemplarisch für den inszenatorischen Fokus auf Susupense und Spekulation statt monopolismuskritischer Analyse. 

Kritik: Lida Bach

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