Von Stu am Freitag, 09 Januar 2026, 19:00 Uhr
Bildnachweis: © New Line Cinema | Szene aus "Blade" (1998)
Seit seiner Ankündigung auf der San Diego Comic-Con 2019 galt das MCU-Reboot von Blade als eines der problematischsten Projekte der Marvel Studios. Was ursprünglich als erfolgsversprechende Neuinterpretation der Vampirjäger-Figur mit dem zweifachen Oscarpreisträger Mahershala Ali (Jurassic World: Die Wiedergeburt) in der Hauptrolle geplant war, entwickelte sich über Jahre hinweg zu einer Dauerbaustelle, geprägt von kreativen Richtungswechseln, personellen Abgängen und immer neuen Verzögerungen.
Viel passiert, keine Ergebnisse
Schon früh zeichnete sich ab, dass Blade keinen geradlinigen Entwicklungsprozess durchlaufen würde. Die COVID-Pandemie war nur der erste Einschnitt. Es folgten die WGA- und SAG-AFTRA-Streiks, mehrere grundlegende Drehbuchüberarbeitungen sowie der Abgang zahlreicher zentraler Kreativer. Insgesamt arbeitete Marvel mit mindestens sechs Autor*innen an verschiedenen Fassungen des Skript, darunter auch True Detective-Schöpfer Nic Pizzolatto. Parallel dazu wechselte auch die Regie mehrfach: Bassam Tariq und Yann Demange (White Boy Rick) verließen das Projekt, James Bond 007 - Keine Zeit zu sterben-Regisseur Cary Fukunaga befand sich zwar in Gesprächen, unterschrieb jedoch nie offiziell und zog sich Berichten zufolge aufgrund kreativer Differenzen zurück.
Auch auf Darstellerseite blieb Blade von Unruhe nicht verschont. Aaron Pierre (Rebel Ridge) sowie Delroy Lindo (Blood & Sinners) stiegen aus, während Mia Goth (Pearl) und Mahershala Ali zuletzt noch mit dem Film in Verbindung gebracht wurden. Besonders brisant: Immer wieder war zu hören, Ali selbst sei zunehmend frustriert über die ausbleibenden Fortschritte gewesen. Ein weiteres Warnsignal lieferte schließlich Kostümbildnerin Ruth E. Carter, deren für das Reboot entworfene Periodenkostüme letztlich für Blood & Sinners weiterverwendet wurden – ein ungewöhnlicher Schritt, der intern als klares Indiz für eine erneute Verschiebung oder Umstrukturierung galt.
Das "Blade"-Reboot" ist "tot" aber der Daywalker soll dennoch ins MCU kommen
Nun scheint sich das lange schwelende Projekt endgültig erledigt zu haben. Der gut vernetzte US-Journalist Jeff Sneider erklärte am gestrigen Tag im Podcast The Hot Mic von John Rocha, dass Blade in seiner bisherigen Form nicht mehr weiterverfolgt werde. Wörtlich sagte Sneider, der Film sei „tot“. Demnach werde die Figur nicht mehr in einem eigenständigen Kinofilm eingeführt.
Stattdessen soll Blade künftig im Rahmen eines anderen MCU-Projekts auftreten. Laut Sneider ist geplant, den Vampirjäger erstmals in Midnight Sons zu etablieren – einem seit Jahren kolportierten Ensemblefilm rund um übernatürliche Marvel-Figuren. Offiziell bestätigt ist das Projekt bislang nicht. Weder Besetzung noch Regie oder Starttermin wurden von Marvel Studios angekündigt. Als mögliche zentrale Figuren gelten Ghost Rider, Moon Knight, Doctor Strange, Elsa Bloodstone und Blade.
Sollten sich Sneiders Aussagen bewahrheiten, markiert dies das vorläufige Ende eines Reboots, das über Jahre hinweg immer wieder neu angesetzt wurde, ohne je in die Produktionsphase zu gelangen. Für Mahershala Ali würde dies zugleich bedeuten, dass er sich nach langer Wartezeit anderen Filmprojekten zuwenden kann – während Blade als Solofilm im Marvel Cinematic Universe offenbar Geschichte ist. Obwohl die Figur schon längst einen Auftritt im MCU hatte - auch wenn nur wenige diesen mitbekommen haben.