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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Carol begibt sich in Psychotherapie, da sie erotische und bizarre Träume von ihrer Nachbarin Julia hat. In einem dieser Träume ermordet sie diese sogar. Kurz darauf wird Julia tatsächlich ermordet aufgefunden und der Verdacht fällt natürlich auf Carol.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Berühmt, berüchtigt und bis heute teils vergöttert wurde Lucio Fulci (Das Syndikat des Grauens - Contraband) Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre mit seinen damals ultra-drastischen Gore-Klassikern wie Woodo – Die Schreckensinsel der Zombies oder Das Haus an der Friedhofsmauer, wobei er schon lange vorher in allen Richtungen des italienischen Genrefilms seine Fußspuren hinterlassen hatte. Neben Western, Poliziotteschi und Abenteuerfilmen natürlich auch im beinah unumgänglichen Giallo und obwohl Fulci mit dieser Bewegung nie in erster Linie assoziiert wird, hat er doch einige deren stärksten Beiträge inszeniert, wie Don’t Torture a Duckling (1972) oder Die sieben schwarzen Noten (1977). Den Anfang machte er diesbezüglich im goldenen Giallo-Jahrgang schlechthin. 1971 erschienen nicht nur schier zahllose, sondern auch qualitativ zahlreich hochwertige Gialli, von denen einige zu den besten ihrer Zunft zählen. Und einer von ihnen ist auch A Lizard in a Women’s Skin.

Lucio Fulci beginnt seinen fiebrigen Suspense-Krimi mit einer großartigen Eröffnungssequenz, die direkt die Weichen für den gesamten späteren Verlauf stellt. Lüstern, frivol, nervös, faszinierend, explizit, extrem angespannt und ästhetisch hochwertig: Die ersten Minuten von A Lizard in a Women’s Skin definieren den Giallo in a Nutshell. Ein Mann der Momente war Lucio Fulci immer, aber diesmal gelingt es ihm auch, das Gesamte im Blick zu behalten und mit einem entsprechenden Unterbau zu füttern. Handwerklich seine vielleicht sauberste Arbeit, denn neben gewohnt drastischen Gewaltszenen besticht diese Arbeit durch eine souveräne und überlegte Fingerfertigkeit. Die unruhige, dynamische, aber nie konfuse Kamera manifestiert in gezielten Momenten perfekt die paranoid-angespannte Stimmungslage der Protagonistin, mit Florinda Bolkan (La settima donna) – der talentiertesten der prominenten Gialli-Queens – optimal besetzt. Der Film zieht seine Faszination nicht auch Schocks, sondern aus einer konstanten Grundstimmung, die von ihrem furiosen Start nur selten abflacht. Hier und da wird sich vielleicht etwas zu sehr auf die Ermittlungsarbeiten fokussiert, aber das sind tatsächlich nur kurze Ausreißer.

Die besten Gialli lebten immer von ihrer einzigartigen Aura und davon hat A Liazard in a Woman’s Skin wahnsinnig viel getankt. Im Gegensatz zu manch anderen Kollegen vernachlässigt er dabei aber nicht seine Story, denn obwohl das Narrative handelsüblich nicht das große Verkaufsargument eines solchen Films sein dürfte, bietet dieses Exemplar am Ende einen erstaunlich durchdachten und ansatzweise sogar cleveren Plot. Speziell das verwundert bei Fulcis Gialli, den auch Don’t Torture a Duckling und Die sieben schwarzen Noten waren diesbezüglich bereits überdurchschnittlich in ihrem Sujet, während seine bis heute größten Hits kaum durch eine schlüssige Geschichte auftrumpfen konnten. Dass es ihm ausgerechnet dort gelingt, wo niemand Etwaiges voraussetzt, wirkt wie ein kleines Paradoxon. 

Fazit

Ein glasklarer Top Ten-Kandidat in jeder seriösen Giallo-Liste. Handwerklich exzellent und sogar narrativ durchaus erwähnenswert offenbart Lucio Fulci hier eine Vielfältigkeit und Ambition, die ihm in späteren Jahren vielleicht etwas abhandengekommen ist. Hätte er sich dem Giallo in der Qualität weiter verschrieben, ein Dario Argento hätte in seiner Hochphase vielleicht ernsthafte Konkurrenz bekommen. 

Kritik: Jacko Kunze

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