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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

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Wichtig ist das der Name dennoch so komplett wie möglich geschrieben wird, da bei z.b. "Nolan" auch als Vorname existiert.

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Erwähnungen

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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Matt Hagens kometenhafter Aufstieg vom Jungen aus den Straßen Gothams zum Schauspielstar in Hollywood findet ein tragisches Ende, als er durch die Machenschaften eines örtlichen Gangsterbosses auf grausame Weise entstellt wird. Von seinem Team im Stich gelassen und völlig mittellos, wendet sich Matt einer bahnbrechenden neuen Behandlungsmethode zu, die ihn auf wundersame Weise zurück in sein altes Ich verwandelt. Doch völlig unerwartet beeinträchtigt diese Therapie auch seinen Realitätssinn – und treibt ihn in eine zerstörerische Spirale aus alles verzehrenden Rachegelüsten.

Quelle: themoviedb.org

Kritik

Es gibt einen Punkt, an dem selbst die größten Superhelden nur noch ein müdes Schulterzucken hervorrufen. Nach Jahren voller Universumsplanung, Gastauftritte und Hinweise auf kommende Blockbuster stellt sich zunehmend die Frage, ob ein Film eigentlich noch für sich selbst existieren darf. Clayface beantwortet sie mit einem erfreulich deutlichen Ja. Der in Gotham angesiedelte Horrorfilm interessiert sich herzlich wenig dafür, das nächste große Kapitel eines Franchise vorzubereiten. Stattdessen erzählt Regisseur James Watkins eine vergleichsweise kleine, angenehm konzentrierte Geschichte, die ihre Stärken vor allem aus Körperhorror bezieht.

"Clayface": Ein DC-Film versucht sich am Body-Horror

Matt Hagen (Tom Rhys Harries) ist ein Schauspieler, dessen Karriere eine dramatische Wendung nimmt, nachdem er sich mit der falschen Frau eingelassen hat. Zur Strafe lässt ein Gangsterboss ihm das Gesicht abschälen. Was nach einer drastischen Metapher für die Grausamkeit des Showgeschäfts klingt, ist in Clayface zunächst einmal ziemlich handfester Horror. Hagen muss mit den Folgen der Verstümmelung leben und gerät auf der Suche nach einem Ausweg in eine Entwicklung, die ihn zunehmend von dem Menschen entfernt, der er einmal war.

Schon diese Ausgangslage macht deutlich, dass Watkins wenig Interesse daran hat, die Geschichte hinter einer familienfreundlichen Comic-Fassade zu verstecken. Die FSK-16-Freigabe wird gerade bei den körperlichen Grenzüberschreitungen ordentlich ausgereizt. Wenn Gesichter in Großaufnahme operativ wiederhergestellt werden oder Hagen in der beengten Flugzeugtoilette mit einer Nagelschere an sich selbst herumexperimentiert, wird es unangenehm. Nicht, weil jede Szene möglichst provokant ausgestellt werden müsste, sondern weil der Film die körperlichen Konsequenzen seiner Geschichte ernst nimmt.

Inszenatorisch ist das nicht unbedingt revolutionär. Watkins, der sich mit Eden Lake bereits im Genrekino bewährt hat, liefert hier keine formale Offenbarung ab. Nach seinem eher blassen Remake von Speak No Evil darf er aber wieder deutlich stärker auf Unbehagen und handfesten Schrecken setzen. Die Szenen funktionieren, die Härte wirkt nicht wie ein nachträglicher Marketingeinfall und die Verwandlung des Protagonisten bekommt eine physische Qualität, die vielen glattgebügelten Comic-Adaptionen fehlt.

Tom Rhys Harries als tragischer Matt Hagen

Ein wesentlicher Grund dafür ist Tom Rhys Harries. Er bringt die nötige Verletzlichkeit mit, um Hagen zunächst als gebrochenen Mann erscheinen zu lassen, ohne ihn auf die Rolle des bedauernswerten Opfers zu reduzieren. Seine Wandlung vom Gezeichneten zum Rächer ist zwar kein erzählerisches Neuland, gewinnt durch sein Spiel aber an Glaubwürdigkeit. Harries macht nachvollziehbar, wie sich Verzweiflung, Wut und der Wunsch nach einem normalen Leben gegenseitig verstärken, bis die Grenzen zwischen Selbstbehauptung und Selbstzerstörung verschwimmen.

​Naomi Ackie als Dermatologin bleibt daneben deutlich stärker auf ihre Funktion innerhalb der Handlung beschränkt. Ihre Figur hilft Hagen dabei, sein Gesicht zurückzuerlangen – und eröffnet ihm damit Fähigkeiten, die weit über eine kosmetische Wiederherstellung hinausgehen. Für eine wirklich gleichwertige zweite Hauptfigur reicht das kaum. Ackie macht aus der Rolle zwar mehr, als das Drehbuch ihr an eigenständigem Profil zugesteht, doch im Zentrum steht unverkennbar Hagen und dessen Entwicklung.

Besonders im Showdown zeigt sich, wie viel sich aus dieser Idee herausholen lässt. Hagens Fähigkeit zur Mimikry wird nicht bloß als spektakulärer Effekt vorgeführt, sondern bekommt eine unheimliche Qualität. Identität wird plötzlich zu etwas Formbarem, das sich verändern, imitieren und missbrauchen lässt. Hier findet Clayface durchaus unterhaltsame Momente. Der Film muss dafür weder die Welt retten noch das Schicksal des gesamten DC-Universums verhandeln.

"Clayface" verzichtet auf den üblichen Franchise-Zwang

Natürlich ist auch Clayface nicht frei von Schwächen. Gegen Ende gerät der Rhythmus gelegentlich ins Stocken, manche Entwicklungen wirken weniger präzise ausgearbeitet, als es die konsequente Ausrichtung des Films zunächst erwarten lässt. Aus dem durchaus reizvollen Zusammenspiel von Körperhorror, Tragödie und Rachegeschichte hätte sich erzählerisch noch mehr herausholen lassen. Watkins hält die Inszenierung zudem überwiegend funktional, statt aus der ungewöhnlichen Hauptfigur eine wirklich eigenwillige filmische Erfahrung zu machen.

Umso angenehmer ist es, dass Clayface nicht versucht, größer zu sein, als er sein müsste. Gotham bildet den Hintergrund, doch der Film hat es nicht nötig, sich ständig über Batman oder andere bekannte Figuren zu legitimieren. Mögliche Verbindungen zum größeren DC-Kosmos bleiben nebensächlich. Stattdessen darf sich die Geschichte auf Hagen konzentrieren, ohne nebenbei schon den nächsten Blockbuster verkaufen zu müssen.

Zwar deutet das Ende durchaus an, dass Hagens Geschichte weitergehen könnte. Doch Clayface funktioniert auch dann, wenn es niemals dazu kommt. Die Handlung findet einen eigenen Abschluss, der den Film nicht nachträglich zur bloßen Zwischenstation degradiert. Das ist angesichts eines Superheldenkinos, das seine Geschichten gern über mehrere Filme verteilt, erfreulich konsequent.

Clayface ist kein neuer Meilenstein des Horrors und auch keine makellose Comic-Verfilmung. Er ist ein angenehm eigenständiger, stellenweise durchaus drastischer Ausflug in den Body-Horror. Manchmal braucht es eben keine Weltuntergangsdrohung und keinen überraschenden Gastauftritt. Manchmal reicht ein Mann, der sein Gesicht verliert. Und ein Film, der dabei erfreulicherweise ganz bei sich bleibt.

Fazit

"Clayface" verliert zwar gegen Ende etwas an erzählerischer Präzision, beweist aber, wie erfrischend eine Comicverfilmung sein kann, die nicht gleich ein ganzes Universum retten muss. Zwischen groteskem Körperhorror und tragischer Verwandlung steckt genug Eigenständigkeit, um keine Lust auf mehr zu machen, sondern mit dem Gebotenen einfach zufrieden zu sein.

Kritik: Sebastian Groß

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