Joe Diamond, ein Mann, der von seiner Vergangenheit verfolgt wird, nutzt seinen außergewöhnlichen Witz und seine scharfen Beobachtungsgaben, um in dieser modernen Noir-Geschichte verborgene Wahrheiten aufzudecken und Verbrechen aufzuklären.
Kritik
„Streets that lead to memories, memories that lead to tears“, beschreibt Andy Garcias (72 Hours) Titelcharakter in einem seiner inneren Monologe das städtische Setting, in das er zu Beginn der humorvollen Hard-Boiled-Hommage tritt. Das strahlend sonnige L.A. voll Ubers, Handys und DoorDash-Driver ist die zeitgenössische Antithese des prototypischen Protagonisten, ebenfalls verkörpert von Gracia mit einer Melange aus unterschwelliger Wehmut und trockenem Witz. Mit seinem dunklen Anzug und Fedora sowie den genre-typischen Gedankengesprächen aus dem Off, scheint Privatdetektiv Joe Diamond dem klassischen Krimi-Kosmos eines John Huston oder Fritz Lang entstiegen.
Zugleich Referenz, Reminiszenz und Relikt der knallharten Ermittler des Gangster-Kinos der 40er und 50er, ist Joe Diamond ein altmodischer Fremdkörper in einer Welt der TikTok-Videos und Instagram-Posts, die ihn als prominenten Retter eines entführten Flamingos kennt. „Flamingo Man“ wird denn auch zum Spitznamen des keine Mine verziehenden Helden, dessen neuer Fall prestigeträchtiger ist. Vicky Krieps (Yakushima’s Illusion) Femme fatale Sharon Cobbs beauftragt ihn im Mordfall ihres reichen Gatten, in dem sie selbst die Hauptverdächtige ist. Nach bester Genre-Tradition ist der Crime-Plot nur Staffage für perfekt polierte Dialoge und schillernde Charaktere.
Eine Spur Suspense in Tim Suhrstedts eleganten Kameraaufnahmen komplementiert den tragikomischen Ton, der den lakonischen Humor Andy Garcias nostalgischen Neo-Noirs ausbaut. Zwar gelingt der stilsicheren Story die Balance von Restauration und Realität nicht so nahtlos wie Deborah L. Scotts fabelhaften Kostümen und Arturo Sandovals jazzigem Score, doch die Garde exzellent aufgelegter Darstellender wiegt die funktionale Dramaturgie spielerisch auf. Die amüsante Huldigung der Schwarzen Serie und ihrer Typologie erkennt die Verklärung der Vergangenheit auch als Flucht vor schwereren Erinnerungen als die an das Kino.
Es liegen noch keinerlei Meinungen und Kritiken für diesen Film vor. Sei der Erste und schreib deine Meinung zu Diamond auf.
Jetzt deine Kritik verfassen