{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Nach Jahren in Europa kehrt die 28-jährige Elsa nach Costa Rica zurück und trifft ihre jüngere Schwester Amalia (20) wieder, die auf einen Pfad abgleitet, der ebenso esoterisch wie existenziell ist. Während ihr Vater Nahuel Trost in einer Reihe romantischer Eroberungen sucht und ihre Mutter Isabel sich ganz der Neuveröffentlichung der erotischen Gedichte ihrer Jugend widmet, zögert Elsa: Soll sie versuchen, eine Schwester zu retten, die sich weigert, gerettet zu werden – oder ihrerseits die Flucht ergreifen?

Kritik

Eine Familienkonstellation auffällig ähnlich de rein Valentina Maurels zweitem Kino-Spielfilm beschäftigte die costa-ricanisch-französische Regisseurin bereits in ihrem vier Jahre zurückliegenden Debüt-Drama I have Electric Dreams. Zu dessen Story einer jungen Frau, die ihren Platz im Beziehungsgeflecht von exzentrischer Mutter, entfremdetem Vater und einer eigensinnigen jüngeren Schwester neu definiert, wirkt ihr jüngstes Werk bisweilen wie eine inoffizielle Fortsetzung. Deren erratischer Plot zeigt mit geschultem Blick für bürgerliche Befindlichkeiten die Dynamik und Dysfunktion bis zum Zerreißen angespannter Verwandtschaftsbande. 

Die Unschlüssigkeit der jungen Protagonistin prägt auch die episodischen Ereignisse, die ihre Position in der in Zersetzung begriffenen Familienstruktur verschieben. Nachdem sie sich vor dem emotionalen Chaos im Elternhaus nach Europa geflüchtet hat, kehrt Elsa (Marina de Tavira, 20 Years) in ihre Heimat Costa Rica. Dort ist die mittelständische Mid-Life-Crisis ihrer exaltierten Mutter und des verunsicherten Vaters weiter eskaliert. Beide versuchen auf ihre Art, den sexuellen Schwung ihrer Jugendjahre zurückzuholen. Ihre jüngere Schwester driftet unterdessen in esoterische Extreme. 

Elsas Vater hat Eskapaden mit Frauen in ihrem Altern, ihre Mutter will die erotischen Ergüsse ihrer jugendlichen Dichterei-Versuche auf die Welt loslassen. Der erste Impuls der ratlosen Heldin ist direkt wieder die Flucht anzutreten. Doch da sind diese nagenden Pflichtgefühle gegenüber der 20-jährigen Amalia, die ihrerseits wenig Interesse an mentaler Rettung hat. Die verschiedenen Einstellungen der Charaktere stehen exemplarisch für ihren Realitätsbezug. Amalia lebt in einer phantasierten Zukunft, die Eltern im Gestern und einzig Elsa in der Gegenwart.

Fazit

Unstete Handkamera-Aufnahmen unterstreichen in Valentina Maurels sensitiven Sittenbild die Zerrissenheit der Protagonistin. Deren Schwanken zwischen Abhängigkeit und Autarkie zeiht eine dramaturgische Parallele zu fundamentaleren Fragen familiärer Gemeinschaft. Wann kippt Fürsorge in Übergriffigkeit und emotionaler Abstand in Abweisung? Solides Schauspiel gibt den Figuren Kontur, doch die kann die konforme Charakterisierung nicht verdecken. Die existenzialistischen Erklärungsmuster sind so konventionell wie das Mittelklasse-Milieu. Der titelgebende Fokus auf einen weiblichen Konflikt zwischen Instinkt und Mütterlichkeit paart diese soziologische Reduktion mit patriarchalischen Anklängen. 

Kritik: Lida Bach

Wird geladen...

×