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Indiana Jones kehrt zurück! Nachdem er bei der Erringung eines Diamanten in einem Nachtclub in Shanghai beinahe vergiftet, erdolcht und erschossen wurde, flieht er mit einer halbhysterischen Clubsängerin und seinem jungen asiatischen Freund Short Round mit einem Flugzeug. Doch über Indien wird auch hier ein Mordversuch gegen sie ausgeführt und alle drei müssen abspringen. Sie gelangen in ein Dorf, aus dem heilige Steine und sämtliche Kinder entführt wurden. Die Spur führt zu einem Fürstenpalast im Dschungel, wo sie einem machtgierigen Jungfürsten auf die Spur kommen, der die Kinder in den Minen arbeiten läßt. Doch hinter ihm steht ein noch machtvollerer Sektenführer...
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

1981 war das Geburtsjahr einer Legende. Indiana Jones erblickte das Licht der Welt und veränderte das Genre Abenteuerfilm. Eine Ikone, welche sich auch in der Popkultur wiederspiegelte. Aufgrund des enormen Erfolges und der vielen positiven Stimmen war eine Fortsetzung von Jäger des verlorenen Schatzes die logische Konsequenz. Ganze 3 Jahre mussten die Fans auf den nächsten Auftritt ihres Helden warten. Und es hat sich gelohnt. Indiana Jones meldet sich in Indiana Jones und der Tempel des Todes lauter, düsterer und noch actionreicher zurück. Doch geht das Konzept „Größer gleich Besser“ auf?

Oberflächlich betrachtet macht Indiana Jones und der Tempel des Todes vieles noch besser als schon das hervorragende Original. Harrison Ford ist in seine Paraderolle zurückgekehrt und hat sichtlich Spaß dabei. Dies merkt man daran, dass er seine Figur noch cooler und machohafter darstellt, als noch in dem Vorgänger. Doch ist dies beim besten Willen kein Kritikpunkt. Diese Persönlichkeit passt zu Indiana Jones. Vielleicht passen diese Wesenszüge sogar noch besser zur Figur als noch in Teil 1. Man will hier nicht so weit gehen, dass es eine gravierende Charakterentwicklung gegeben hat, jedoch fügt sich der „noch männlichere“ Indiana Jones etwas besser in die vorgegebene Szenerie ein. Die chauvinistische Grundhaltung mag nicht jedem gefallen, doch muss man im Gesamtkonzept von Indiana Jones und der Tempel des Todes zugeben, dass es zu hundert Prozent passt.

Dies liegt in erster Linie an Indies weiblichen Gegenpart „Willie“, verkörpert durch Kate Capshaw. „Willie“ ist eine Diva. „Willie“ hat nichts in einem Dschungel, einer Mine oder gar einem Tempel zu suchen. Dadurch ist sie das komplette Gegenteil von Indiana Jones. Ihre divenhafte Art, das Kreischen so wie ihr Umgang mit Extremsituationen führen zu allerlei lustigen Szenen. Diese amüsanten Einschübe passen Größtenteils in den Film und machen ihn dadurch etwas witziger als noch den relativ ernsten Vorgänger. Auch Indies Sidekick „Shorty“ lässt durch sein lockeres Mundwerk ein Schmunzeln auf den Gesichtern der Zuschauer zurück. Wie gesagt, meistens sitzen die Witze, werden aber manchmal etwas überspitzt dargestellt, was einem Folgen der Handlung etwas erschwert. Wird zum Beispiel die Hintergrundgeschichte des sektenartigem Kultes erzählt und der Focus jedoch auf „Willie“ liegt, wie sie sich wieder einmal komplett unangebracht verhält, achtet man eher wenig auf die Gespräche sondern amüsiert sich. Die Story rückt dabei etwas in den Hintergrund. Doch ist dies ein gravierender Kritikpunkt? Nein. Da eben der Großteil der Sprüche und amüsanten Aktionen genau auf den Punkt gebracht sind und passen, will man hier und da die unpassenden Momente ausblenden.

Indiana Jones und der Tempel des Todes will das krasse Gegenteil zum Jäger des verlorenen Schatzes sein. Regisseur Steven Spielberg krempelt das Konzept des ersten Teils komplett um. So ist Indiana Jones hier nicht der Einzelgänger wie noch in Teil 1. Mit „Shorty“ als Sidekick und „Willie“ als unfreiwillige Begleiterin ist er nicht allein und bekommt Hilfe. Auch der Humor ist hier weitaus stärker ausgeprägt. Schmunzeln wir noch im ersten Teil, so gibt es in Teil 2 häufig aberwitzige Situationen. Auch werden hier die Nazis durch einen düsteren Kult ersetzt, welche zudem auch noch Kinder in einer Mine arbeiten lassen.

Grundsätzlich ist Indiana Jones und der Tempel des Todes vom Setting her um einiges düsterer. Dunkle Magie, Kinderarbeit, ein Todeskult, Opferungen und herausgerissene Herzen (im wahrsten Sinne des Wortes). Dieser Film ist nichts für Kinder. Die Gangart, welche schon im Vorgänger nicht gerade zimperlich war, wird hier nochmal angezogen. Daher sind die vielen amüsanten Einschübe eher als Auflockerung zu sehen. Auch actionmäßig wird hier nochmals eine Schüppe drauf gelegt. Die Stärken von Jäger des verlorenen Schatzes werden übernommen und sogar erweitert. Uns erwarten ruppige Faustkämpfe, spannende Verfolgungsjagden und bleihaltige Schießereien. Alles ist irgendwie etwas größer.

Kommen wir also zurück zu unserer Ausgangsfrage. Ist „Größer gleich Besser“? Bisher macht es den Anschein, als ob Indiana Jones und der Tempel des Todes seinen Vorgänger noch übertrifft. Dies stimmt nur bedingt. Zwar sind die Actionszenen größer und der Humor lockert alles etwas auf, doch hat die Fortsetzung ein arges Problem: Das Drehbuch und die Lücken darin. Allzu häufig springt der Film von Actionszene zu Actionszene und lässt dabei die Story ein wenig hinter sich. Der Zuschauer wird oft mit offenen Fragen zurück gelassen. Es hat sogar fast den Anschein, als ob hier und da wichtige Szenen für das Verständnis entfernt wurden, um diese durch weitere Actionszenen zu ersetzen. Zwar wirkt alles äußerst flüssig und es kommt zu keiner Zeit Langeweile auf, aber irgendwie ist es oft auch ziemlich unbefriedigend. Schlussendlich wird alles nur durch schwarze Magie erklärt, beziehungsweise lässt sich nur so erklären, weil Drehbuchautor George Lucas im Drehbuch nicht einmal einen Versuch unternimmt Erklärungsansätze zu bieten. Indiana Jones und seine Abenteuer sollen ein Mysterium sein, das ist vollkommen ok, doch werden hier viele interessante Ansätze einfach übergangen und als gegeben vorgesetzt.

Somit ist es Indiana Jones und der Tempel des Todes leider nicht möglich, besser als sein Vorgänger zu sein. Als Action- und Abenteuerfilm ist Spielbergs Fortsetzung immer noch ein starker, unterhaltsamer und kultiger Genrevertreter. Es ist es auch irgendwie unfair, sich mit einem Brett wie Jäger des verlorenen Schatzes messen zu müssen. Ohne den überragenden Vorgänger könnte man auch bestimmt über das löchrige Drehbuch hinweg sehen. Doch so steht Indiana Jones und der Tempel des Todes im Schatten des Erstlings.

Fazit

Indiana Jones und der Tempel des Todes ist alles andere als ein schlechter Film, doch überzeugt im Gesamten leider nicht so wie sein Vorgänger. Nichtsdestotrotz ist Spielberg ein unterhaltsamer Film gelungen, welcher auch nach wiederholtem Gucken Spaß ohne Ende macht.

Autor: Christian Kühnemann

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