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Nach einer völlig missglückten Undercover-Mission bekommt CIA-Agent JJ (Dave Bautista) von seinem Boss (Kim Jeong) noch eine letzte Chance: Gemeinsam mit der verschrobenen Bobbi (Kristen Schaal) soll der hünenhafte JJ in Chicago die Wohnung einer jungen Witwe (Parisa Fitz-Henley) überwachen – der wohl langweiligste Job der Welt. Wäre da nicht deren blitzgescheite neunjährige Tochter Sophie (Chloe Coleman), die dem ungeschickten Muskelpaket schnell auf die Schliche kommt und ihn als Spion enttarnt. Doch statt ihn auffliegen zu lassen, bietet sie einen Deal an: ihr Schweigen gegen sein Spionage-Knowhow! Widerwillig lässt sich JJ auf den Handel ein und stellt bald fest, dass er Sophies entwaffnendem Charme nicht gewachsen ist – und von der vorlauten Göre noch eine Menge lernen kann...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Oft heißt es, die schwierigsten Filme bedingen die schwierigsten Kritiken. Meisterstücke wie 2001 – Odyssee im Weltraum oder Apocalypse Now in ihrer Komplexität zu ergründen, dem Seherlebnis irgendwie gerecht zu werden und dennoch eine kritische Distanz zu bewahren ist kein leichter Balanceakt. Allerdings ist es nicht diese Art des Films, die den Kritiker vor dem Papier zur Verzweiflung bringt. Aus all den Eindrücken lässt sich immerhin etwas Besonderes kondensieren, im besten Fall generiert sich aus der schriftliche Retrospektive sogar eine neue Erkenntnis über das Gesehene. Nein, die schwierigsten Kritiken sind jene zu Filmen wie Der Spion von nebenan. Filme, die nicht einmal doof genug sind, um als Inspiration für einen spaßigen Verriss zu dienen. Filme, die dem Zuschauer ebenso wenig zustehen wie ihm geben. Filme, die die Welt nicht braucht.

Natürlich bleibt jede Form des bewegten Bildes in irgendeiner Form etwas Schöpferisches. Das ist nicht zu unterschätzen. Cast & Crew arbeiten monate- oder jahrelang an dem dargebotenen Material. Meetings, Brainstormings, Frust und Ekstase - an jedem Film wird hart gearbeitet. Und das verdient sicherlich auch eine gewisse Anerkennung. Umso beschämender ist es dann aber, wenn das Endprodukt so nichtssagend ist wie hier. Wer vertraut ist mit ähnlichen Genrevertretern der Marke "kühler Muskelmann findet durch Team-Up mit niedlichem Kind sein Herz" (seien es Der Babynator, Daddy ohne Plan, Zahnfee auf Bewährung oder jüngst Chaos auf der Feuerwache), ist vertraut mit Der Spion von nebenan. Beziehungsweise kennt die Actionkomödie mit Dave Bautista (Guardians of the Galaxy) als grimmiger CIA-Agent und Chloe Coleman (Avatar 2) als rebellisches Mädchen bereits in- und auswendig.

Folgen andere Filme gerne einer altbekannten Formel, zelebriert Der Spion von nebenan lieber das Copy/Paste-Prinzip. Wenn Highlights des Films einen dab - und flossenden Dave Bautista sowie coole Walks vor dicken Explosionen umfassen (Cool guys don't look at explosions ist immerhin bereits 10 Jahre alt), kann Regisseur Peter Segal (Manhattan Queen) noch so viele Pop- und Rocksongs nacheinander abfeuern - das Ergebnis bleibt so blass wie die Maske eines Tim Burton-Protagonisten.  Mit Gewalt missbraucht der Film die eigene Soundkulisse dazu über die kreative Bankrotterklärung hinwegzutäuschen, die dem Zuschauer hier vorgesetzt wird. Da fetzt die Musik, es wird gebrüllt und geschossen - und Krach mit Unterhaltung verwechselt.

Klar, ein Film wie Der Spion von nebenan muss keine kreativen Bäume ausreißen. Aber er sollte zumindest narrativ irgendeiner Form von rotem Faden folgen. Motive laufen ins Leere, der fadenscheinige und im Kontext der Geschichte sogar unnötige Antagonist (Greg Byrk - Saw V) bleibt bis zum Ende ein eigenartiger Fremdkörper - und ist dabei nicht allein (selbstverständlich gibt es auch ein homosexuelles Pärchen, das Bautista Modetipps gibt). Tonal wissen die Meg-Autoren  Jon und Erich Hoeber sowieso nicht was sie wollen. Der Humor zielt auf Kleinkinder ab, der dargebotene Gewaltgrad schließt diese dann aber wieder von der Filmsichtung aus. War Dave Bautistas letzte Actioncomedy Stuber zwar ebenfalls ein eher lascher Ritt, hatte dieser mit Kumail Nanjiani (Eternals) sowie einer ziemlich robusten Actiondarbietung jedoch wenigstens einen durchgehenden Ton und ein paar Alleinstellungsmerkmale.

Etwas Eigenes lässt Der Spion von nebenan jedoch komplett vermissen – die 102 Minuten ziehen leer und eindruckslos am Zuschauer vorbei und hinterlassen den Kritiker mit einem Nichts von Film, über den es eigentlich ebenso wenig zu sagen gibt. Die schwierigste und frustrierendste Form der Kritik eben. Über einen Film, der die Worte kaum wert ist. Ob es am Ende ebenso unkreativ ist die Schreibblockade über diesen Film als Aufhänger für die Kritik zu nehmen? Vielleicht. Passt aber zum Film.

Fazit

Sympathisch sind sie ja – Dave Bautista und Jungdarstellerin Chloe Coleman – retten können sie "Der Spion von nebenan" aber nicht. Eher versumpft die potenzielle Chemie der Darsteller in einer kreativfreien und narrativ zusammengeklauten Erzählung, die weder tonal noch inszenatorisch irgendetwas Nachhaltiges oder Unterhaltsames bietet. Zeitverschwendung.

Autor: Thomas Söcker

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