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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die Handlung setzt unmittelbar nach den Ereignissen des ersten Films an: Grace überlebt den Angriff der Familie Le Domas, wird jedoch in die nächste Stufe des tödlichen Spiels gezogen. Vier konkurrierende Familien jagen sie und ihre Schwester, während ein Machtkampf um den sogenannten High Seat entbrennt – eine Position, die über die Kontrolle einer im Verborgenen agierenden Weltordnung entscheidet.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Mit Ready or Not 2 wird ein Konzept fortgeführt, das bereits im ersten Teil stärker von seiner auffälligen Grundidee als von erzählerischer Präzision lebte. Schon damals schwankte die Mischung aus Horror, schwarzer Komödie und Gesellschaftssatire zwischen gelungenen Einfällen und bewusst überzeichneter Provokation. Die Fortsetzung, erneut unter kreativer Leitung des Regiekollektivs Radio Silence, legt diese Unsicherheiten nun jedoch noch deutlicher offen. Statt neue Perspektiven zu entwickeln, verstärkt der Film vor allem jene Schwächen, die bereits zuvor sichtbar waren. Was als Steigerung gedacht ist, wirkt dadurch eher wie eine Wiederholung ohne klare Entwicklung.

Dynamisch tote Hose und Action ohne Wirkung

Ein zentrales Problem liegt in der Dynamik zwischen den beiden Schwestern Grace und Faith, gespielt von Versteckspiel-Veteranin   und Freaky-Darstellerin . Auf dem Papier verspricht diese Konstellation emotionale Reibung und dramaturgische Zuspitzung. In der Umsetzung erweist sich ihre Beziehung jedoch als überraschend bremsend. Szenen, die eigentlich Spannung erzeugen oder Figuren vertiefen könnten, kreisen wiederholt um dieselben Konfliktmuster. Statt Energie entsteht Stillstand – ein merkwürdiger Kontrast zu einem Film, der permanent Eskalation suggeriert.

Sobald Ready or Not 2 versucht, das Tempo anzuziehen, offenbart sich ein weiteres Problem der Inszenierung: Dynamik wird mit Lautstärke verwechselt. Obligatorische Needle Drops sollen Coolness durch musikalischen Kontrast erzeugen, bleiben jedoch meist reine akustische Ablenkung. Die Musik übernimmt die Aufgabe, Intensität vorzutäuschen, die die Szenen selbst nicht entwickeln können.

Das ist besonders frustrierend, weil einzelne Ideen durchaus neugierig machen. In einer Sequenz sorgt etwa der Einsatz von Pfefferspray kurzfristig für ein überraschend interessantes Scharmützel und zeigt, dass dem Film originellere Ansätze nicht völlig fremd sind. Doch solche Momente bleiben Ausnahmen. Kaum deutet sich eine kreative Richtung an, wird sie wieder fallengelassen und in routinierte Action überführt. Die Szenen entwickeln sich nicht weiter, sondern verharren in erzählerischer Stagnation. Jede aufkommende Spannung wird unmittelbar neutralisiert, sodass letztlich solides, aber vollkommen austauschbares Standardkino übrig bleibt.

Gellar, Wood und CronenbergStarbesetzung mit wenig Wirkung

Dabei wirkt die Besetzung zunächst vielversprechend. Die Namen lesen sich wie eine bewusst zusammengestellte Mischung aus Genre-Erfahrung und überraschenden Gastauftritten. hat als Anwalt sichtbar Spaß an seiner Rolle und bringt eine angenehm verspielte Energie ein. Besonders positiv fällt auf, dass der Film auf naheliegende und billige Ringträger-Witze verzichtet – eine kleine, aber wohltuende Zurückhaltung.

Auch Regie-Legende   absolviert einen kurzen Auftritt, der jedoch kaum nachhaltigen Eindruck hinterlässt und eher wie eine Randnotiz wirkt. Für zusätzliche Präsenz sorgt , den Fans von The Pitt wiedererkennen dürften. Als unangenehmer Widerling funktioniert er zuverlässig und bildet gemeinsam mit einen soliden Gegenpol zum zentralen Geschehen. Beide spielen ihre Rollen souverän, können jedoch nicht kaschieren, dass das Drehbuch ihnen nur begrenzten Raum zur Entfaltung bietet.

Ready or Not 2 vermittelt ständig das Gefühl von Bewegung, ohne tatsächlich voranzukommen. Zwischen einer ausbremsenden Figurenkonstellation, faden  Actionpassagen und halb ausgearbeiteten Ideen verliert der Film zunehmend an Profil. Die Fortsetzung steigert zwar Lautstärke und Chaos, bleibt dabei jedoch erstaunlich statisch. Was nach Eskalation aussieht, fühlt sich letztlich wie Stillstand an – ein Genrebeitrag, der immer wieder andeutet, interessanter sein zu wollen, als er es tatsächlich ist. Niemand braucht dieses Sequel, solange es einen They Will Kill You gibt.

Fazit

Zwischen lautem Chaos, halb guten Ideen und viel gewollter Coolness stolpert der Film rastlos von Szene zu Szene, ohne je wirklich Fahrt aufzunehmen. Ein paar Momente mit Potenzial blitzen auf, doch statt wirklich bissiger Eskalation bleibt vor allem der Eindruck eines unnötig aufgeblähten Nachspiels.

Kritik: Sebastian Groß

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