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Von einem Nato-Stützpunkt in England werden auf spektakuläre Weise zwei Atomraketen gestohlen. Als die Nato damit erpresst werden soll, schicken die Briten ihren Topagenten James Bond, um die nukleare Bedrohung abzuwenden, und die Gangster dingfest zu machen.
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Sean Connery ist wieder zurück in seiner einstigen Paraderolle des James Bond – allerdings nicht im offiziellen Franchise von Eon Productions, für die Connery zuvor bereits sechs Mal die Nummer 007 verkörperte. Dem zugrunde lag ein rechtliches Durcheinander: der irische Produzent Kevin McClory plante gemeinsam mit Ian Fleming bereits Ende der 50er James Bond-Verfilmungen und erarbeite ein Skript. Flemming verlor später aber das Interesse an der Kooperation und verarbeitet dies Vorlage zu seinem Roman Aktion Feuerball. Es folgte ein Gerichtsstreit, den Fleming am Ende verlor und McClory die Rechte an der Geschichte zusprach. Dennoch folgte 1965 die Verfilmung Feuerball (damals schon mit Sean Connery in der Hauptrolle), an der McClory zwar nicht offiziell beteiligt, aber zumindest finanziell entschädigt wurde. 1983 schickte er sich schließlich an, seine Rechte auch voll auszunutzen und seinen eigenen Bond-Film in die Kinos zu bringen. Albert R. Broccoli, der Produzent der Original-Reihe, drohte wiederum mit einer Klage, aber gegen ein Remake dieses Films konnte er nichts machen. Somit erschienen in diesem Jahr gleich zwei Bond-Filme. Neben dem „regulären“ Beitrag Octopussy mit dem aktuellen Bond Roger Moore auch Sag niemals nie mit Sean Connery, der nach 1971 und Diamantenfieber zum zweiten Mal sein Comeback in der Rolle gab. Der Titel des Films soll übrigens auf einer Aussage von Connerys Ehefrau zu dessen erneuten Rückkehr zurückgehen.

Sag niemals nie kam einige Monaten nach Octopussy in die Kinos (US-Kinostart war sogar erst im Januar 1984) und spielte insgesamt rund 27 Millionen $ weniger ein als der 13. Bond des eigentlichen Franchise, war finanziell dennoch ein respektabler Erfolg. Weitere Ableger dieser Art folgten jedoch nicht, da es McClory in der Folge juristisch versagt blieb, noch mehr Versionen des Stoffs zu verfilmen. Er hatte wohl auch hier schon gegen Auflagen verstoßen, da er sich zu weit von dem ursprünglichen Stoff entfernte. Für dieses Once-in-a-Lifetime-Ding scheute er aber weder Kosten noch Mühen. Zwar müssen erfahrenen Bond-Fans auf viele Gewohnheiten wie den üblichen Vorspann und diverse Stammdarsteller*innen in den Nebenrollen verzichten, dafür wurde ein sehr anständiger Cast verpflichtet. Neben Edward Fox (Der Schackal), Rowan Atkinson (Bean – Der ultimative Katastrophenfilm), Kim Basinger (Batman) und Barbara Carrera (Die Insel des Dr. Moreau) geben Klaus Maria Brandauer (Mephisto) und Max von Sydow (Die Jungfrauenquelle) eine sehr charismatische Villain-Doppelspitze, wobei Letzterer leider kaum Screentime bekommt, und Regie führte der damals (noch) relativ heiße Irvin Kershner (Das Imperium schlägt zurück). Auf dem Papier klingt das sehr spannend, in der Praxis hätte Sag niemals nie auch „Lass mal lieber bleiben“ heißen können. Verkauft sich nicht gut, wäre der Wahrheit aber deutlich näher.

Zum einen tut sich Sean Connery mit der Rückkehr nicht wirklich einen Gefallen. Schon bei Diamantenfieber fühlte er sich in der Rolle über dem Zenit (und dabei war er da erst 41!), aber Connery war auch immer jemand, der eher für Rollen besetzt wurde, die älter waren als er selbst. Als er in Indiana Jones und der letzte KreuzzugHarrison Fords Vater spielte, war er noch keine 60 und Ford gerade mal 12 Jahre jünger als er. Entsprechend wirkt er hier schon deutlich zu alt (schräg diesbezüglich: Roger Moore war drei Jahre älter, aber auch der war eigentlich schon zu betagt als Bond), insbesondere als feuriger Liebhaber für eine Kim Basinger, aber das ist nicht das größte Problem eines Films, der nach einem ganz netten Start sich alsbald in purer Bedeutungslosigkeit verliert.

Wenn am Anfang das Alter von Bond und sein Nutzen als Agent in Frage gestellt werden, ist das ganz charmant und eine Spur selbstironisch. Da droht dem rüstigen Rentner zunächst Petersilien-Tee und Krankengymnastik statt Vodka-Martini und Matratzensport, aber das hat sich relativ schnell wieder erledigt und der alte Lustgreis ist wieder in seinem Metier. Wie schon in Diamantenfieber wirkt Connery dabei irgendwie immer noch unangenehmer als seine Amtskollegen, wenn er z.B. Kim Basinger als falscher Masseur ziemlich ekelhaft begrabbelt. Zumindest nicht so schlecht gelaunt und abwertend wie dort. Der Plot plätschert aber ziemlich ereignislos vor sich hin. Die Action ist auf die 130 Minuten sehr dosiert und verhältnismäßig unspektakulär. Bezeichnend dafür war die Unterwasser-Schlacht im 18 Jahre älteren Feuerball viel besser als alles, was man hier zu sehen bekommt. Richtig ulkig wird es leider auch nicht, wenn man mal von dem modisch mutigen Müllbeutel-Outfit von Barbara Carrera absieht, welches sie in ihrer letzten Szene tragen darf/muss. Ein wenig Zeitgeist wollte man wohl auch mit einfügen, deshalb gibt es in einem Luxus-Casino auch eine Arcade-Abteilung (erst Roulette, dann Pac-Man, kennen wir doch alle) und Connery muss gegen Brandauer ein sehr obskures Videospiel spielen, aber Anfang der 80er schien das noch wie der letzte Shit. Nicht so gut gealtert, aber da sind wir ja schon wieder beim Thema.

Fazit

Warum gibt es diesen Film? Aus Produzentensicht logisch, Kevin McClory wollte mit seinen Rechten auch mal richtig absahnen, das ist auch verständlich. Aber betrachten wir das mal aus Endverbrauchersicht: Es ist ein Remake zu einem fast 20 Jahre alten Film, der trotz eines rasanten Anstiegs von technischen Möglichkeiten und Budget trotzdem noch besser und aufregender ist (und selbst schon kein Glanzstück der Reihe ist) und demselben Hauptdarsteller, der schon vor über 10 Jahren nicht mehr passend in dieser Rolle war. Mal abgesehen davon, dass die eigentlich Bond-Reihe ja immer noch ungebremst weiterlief. Das hier erscheint wie eine trotzige Gegenveranstaltung zu einem etablierten Event, dass sich zwar mit einigen Stars brüstet, an sich aber nichts richtig Interessantes zu bieten hat. 

Kritik: Jacko Kunze

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