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Der legendäre Privatdetektiv John Shaft II (Samuel L. Jackson) durchkämmt gemeinsam mit seinem Sohn JJ Shaft Jr., einem Experten für Cybersicherheit, die Straßen des New Yorker Stadtteils Harlem, um den mysteriösen Tod von dessen bestem Freund aufzuklären.

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Kritik

Der erste Shaft aus dem Jahre 1971 war und ist immer noch der König des Blaxploitation Cinema. Auf den ersten Blick eine klassische Detektivgeschichte, aufgebockt mit ordentlich Coolness und rauem Charme, war der Film von Regisseur vor allem ein Zeitgeistdokument sowie eine Bestandsaufnahme der afroamerikanischen Kultur und deren Befindlichkeiten. Es ging um das Aufbegehren gegen Rassismus und Unterdrückung und vor allem auch darum, eine Heldenfigur zu etablieren, die nicht weiß ist. Zwei Sequel wurden gemacht, alle mit (Sieben) in der Titelrolle und dann wurde es ruhig um Shaft.

2000 kam mit Shaft - Noch Fragen? ein neuer Teil in die Kinos, diesmal mit (The Hateful 8) in der Titelrolle, die hier der Neffe des ersten Shaft war. Der Film vom kürzlich verstorbenen Regisseur (Boyz N the Hood - Jungs im Viertel) verstand sich mehr als Actionkrimi, doch auch hier fand die Behandlung der Frage statt, wo die USA in Sachen Rassismus zu Beginn des neuen Jahrtausends steht. Nun, in 2019, ist es wieder Zeit für einen neuen Shaft, der in den USA vor knapp zwei Wochen in den Kinos startete und nun bei uns via Netflix erscheint.

Im Fokus steht JJ Shaft (, Independence Day: Wiederkehr), der Sohn von Samuel L. Jacksons Shaft von 2000. Vater und Sohn finden nach Jahren wieder zusammen, weil JJ den Mord eines Freundes untersucht, was denn smarten FBI-Analysten in den toughen New Yorker Stadtteil Harlem und somit an seine Grenzen bringt. Denn JJ ist das genaue Gegenteil seines Vaters und das Script von Sitcom-Schöpfer Kenya Barris (Black-ish) lässt sich genüsslich darüber aus. Dabei findet es aber selten den richtigen Ton. Die Gags über Softies, unmännliche Millennials und Gleichberechtigung wirken oftmals beleidigend, immer äußerst stumpf und hochnotpeinlich.

Shaft (2019) setzt maskulines Alpha-Gehabe und antiquiertes Schubladendenken auf einen morschen Thron und hat für alles andere nur Hohn und Spott übrig. So muss JJ erst zum echten Mann werden, um zu sich selbst zu finden, während Jacksons Shaft stur seiner Rolle treu bleibt und niemals wirklich von dieser abweicht. Das ist eine äußerst fragwürdige Angelegenheit, es ist aber vor allem ziemlich langweilig. Es fehlt an Fallhöhe, echter Entwicklung und – unabhängig von den ethischen wie moralischen Verfehlungen – auch an einer spannenden Geschichte.

Denn Son of Shaft (so der bessere US-Titel) ist zwar technisch gut in Szene gesetzt, aber der Versuch aus dem einst ernsten Franchise eine dumpfe Actioncomedy zu machen ging ordentlich nach hinten los: Die Chemie zwischen Usher und Jackson ist allerhöchstens zweckmäßig, die Action an sich reißt keine Bäume aus, die Coolness wirkt mehr unangenehm als smooth und die Nebenfiguren sind Stichwortgeber oder werden für dafür missbraucht ein reaktionäres Weltbild zu feiern. Da wirkt es fast schon rigoros, dass im Laufe der Handlung auch der originale Shaft zur Handlung hinzugefügt wird. Damals war halt einfach alles besser. Im Falle der Shaft-Filme stimmt das sogar.

Fazit

Was eine Modernisierung der Stärken der alten Filme hätte sein können, ist leider zu einer verbitterten Actionkomödie verkommen, die mit geschwellter Brust ein ziemlich peinliches und reaktionäres Weltbild glorifiziert. Dieser Film ist eine Ohrfeige gegen das Original und ein Mittelfinger gegen den Fortschritt.

Autor: Sebastian Groß

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