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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Im Spätsommer 1945 taucht in der abgelegenen Kleistadt Bad Rock ein einarmiger Fremder namens Macreedy auf, um den japanischen Farmer Komoko aufzusuchen. Die Einheimischen behaupten, er wäre nach dem Angriff auf Pearl Harbor in ein Internierungslanger gebracht worden, doch die offenkundige Feindseligkeit der Gruppe rund um ihre Anführer Reno Smith gibt ihm Grund zum Zweifel. Die Lage spitzt sich dramatisch zu.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

In Bad Rock, einer kleinen Gemeinde irgendwo im Südwesten der USA, ist man scheinbar gerne für sich und regelt eventuell aufkeimende Probleme lieber ohne die Einmischung von außen. Da sorgt es schon für helle Aufregung, wenn dort tatsächlich mal ein Zug hält und dann auch noch ein Fremder aussteigt, der beginnt seine Nase in ihre Angelegenheiten zu stecken. Der Fremde, der ist niemand anderer als der zweifache Oscarpreisträger Spencer Tracy (Das Urteil von Nürnberg). Die Graue Eminenz von MGM – für die es nach zwanzig Jahren der letzte Film für das Studio war – spielt den Kriegsversehrten Macreedy, der im frisch beendeten Zweiten Weltkrieg zwar einen Arm, aber keineswegs etwas von seiner (im wahrsten Sinne des Wortes) Schlagfertigkeit eingebüßt hat. Er ist auf der Suche nach einem japanischen Farmer, der es in Block Rock zu etwas gebracht hat. Japaner, die haben 1945 – vier Jahre nach dem Angriff auf Pearl Harbor – immer noch keinen guten Stand und erst recht nicht in einem in sich geschlossenen, erzkonservativen und fahnentreuen Kaff wie Black Rock. Der harte Kern der Gemeinde, angeführt von Reno Smith (Robert Ryan, Nackte Gewalt), möchte den Fremden so schnell wie möglich wieder loswerden, doch Macreedy lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

„Die bringen Sie um, ohne dass sich ihr Puls erhöht!“

In schlanken 82 Minuten und ganz frischem CinemaScope inszeniert John Sturges (Die glorreichen Sieben) in seinem bis dato größten Erfolg (er selbst, Spencer Tracy und das Drehbuch erhielten 1956 Oscar-Nominierungen) einen extrem intensiven Kleinstadt-Thriller mit unübersehbaren Western-Anleihen, der trotz seiner glasklaren Genre-Klassifikation nicht an damals (und auf erschreckende Weise auch heute wieder) brandaktueller Gesellschaftskritik spart. In ultra-patriotischen Zeiten, mit von der Politik legitimierter Diffamierung und Denunzierung Andersdenkender, ein sehr gewagtes Vorhaben, speziell für eine Großstudioproduktion im damals noch sehr vorsichtigen und linientreuen Hollywood. Der von Spencer Tracy mit seiner gewohnten Mischung aus eleganter Erhabenheit und gleichzeitig kantiger Straßenköter-Härte famos verkörperter Protagonist wirbelt in dem Nest mächtig Staub auf, in dem er sich einfach nur nicht einschüchtern und beirren lässt. Und damit die hässliche Fratze einer Gemeinde ans Tageslicht zerrt, wie sie stellvertretend für die vielen Schattenseiten der USA steht. Nicht stand, sondern steht. Denn was wie heutzutage erleben, macht Stadt in Angst erschreckend aktueller, als uns allen lieb sein kann. Diesmal spielt es sich nur nicht mehr im Kleinen und „Behüteten“, sondern ganz unverblümt und offen auf der großen Bühne ab.

Es geht um die unreflektierte Skepsis vor dem Fremden. Dem Selbstverständnis, dass die eigene Unzufriedenheit unmittelbar mit dem Erfolg oder sogar nur reinen Anwesenheit „der Anderen“ zusammenhängt und das Nationalismus Zweck und Mittel gleichzeitig jederzeit heiligt. Eine toxische Brühe aus Patriotismus, Furcht vor Fortschritt und Veränderung und einem rückständig-primitiven Weltbild, dessen reine Hinterfragung schon Hochverrat gleichkommt. Dieses grundsätzliche Problem wird nicht nur sehr deutlich kritisiert und bloßgestellt, die daraus entstehende Pulverfassdynamik wird in für die Stimmung im Genre-Kontext auch noch exzellent eingesetzt. Konsequent wird das Geschehen immer weiter auf die Spitze getrieben, bis zu einem kompromisslosen Showdown, der – wie die allgemeine Ausrichtung und Aussage des Films – für Mitte der 50er mehr als verblüffend ist. Mindestens so verblüffend, wie dass der Film (natürlich unabhängig von seiner unbestrittenen Qualität) dem nicht zum Opfer fiel und für alle Beteiligten ein großer Erfolg wurde. Gott sei dank scheint die Anzahl der Vernünftigen, damals wie heute, doch noch in der Überzahl zu sein – nur in der Regel brüllen sie nicht so laut.

Fazit

Ein formal kleines, inhaltlich aber großes B-Movie-Meisterwerk mit einem großartigen Cast, einer punktgenauen Regie und einer brodelnden Stimmung, das damals wie heute auch als mahnende, erschreckende Bestandsaufnahme einer zusehend verrohenden Gesellschaft betrachtet werden kann. 

Kritik: Jacko Kunze

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