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Quelle: themoviedb.org

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Lloyd Dubler ist ein Durchschnittstyp, wagt aber den großen Wurf: Er lädt die jahrgangsbeste Schönheitskönigin Diane auf ein Date ein. Sie willigt ein und es bahnt sich eine ernsthafte Beziehung an. Ganz zum Missfallen von Diane’s Vater, der sehr große Pläne für seine Tochter hat.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Die 80er sind das Jahrzehnt des Teenager- und Coming-of-Age-Films und der unbestrittene Herrscher dieses Königreiches war John Hughes (Breakfast Club – Der Frühstücksclub). Fast als wäre es Absicht, verglühte das Subgenre – zumindest in seiner damals einzigartigen Form – gen Ende der Dekade. In dieser Art fand es danach nicht mehr statt und während John Hughes 1989 bei Allein mit Onkel Buck schon längst nicht mehr alle 16 Kerzen auf dem Kuchen entfachte, wurde dem Drehbuch- und Regiedebütanten Cameron Crowe (Jerry Maguire – Spiel des Lebens) die inoffizielle Ehre zu Teil, dieser besonders liebenswerten Filmbewegung sein finales Denkmal zu errichten. Somit markiert Teen Lover zugleich einen persönlichen Anfang wie ein würdevolles Ende. Viel harmonischer hätte man den Kreis selbst geplant kaum schließen können.

Lloyd Dubler (John Cusack, Being John Malkovich) ist kein Streber, aber auch keine Pfeife. Einfach ein ganz durchschnittlicher Dude von nebenan. Der kurz vor seinem Highschool-Abschluss steht, aber überhaupt keinen Plan besitzt, wie es danach weiter gehen soll. Bis auf die Schnapsidee von einer Karriere als professioneller Kickboxer. Aktuell lebt er bei seiner alleinerziehenden Schwester (Joan Cusack, Arlington Road), die den Umständen geschuldet längst im realen Leben angekommen ist, aber nicht den Spielraum hat, ihren Bruder wie den kleinen Sohn gleichzeitig zu erziehen. Beinah waghalsig lädt Lloyd die bildhübsche, irgendwie unnahbare Musterschülerin Diane (Ione Skye, Wayne’s World) auf ein Date ein. Und die nimmt gerne an. Da sie sonst kaum soziale Kontakte pflegt. Behütend abgeschirmt von ihrem Vater James (John Mahoney, Frasier), der nach seiner Scheidung nun nur noch seine kleine Prinzessin hat. Im goldenen Käfig zurechterzogen und auf höhere Aufgaben vorbereitet, die nach der Aufnahmebestätigung einer britischen Eliteuniversität nur noch Formsache sein sollten. Der nicht ganz konforme Schluffi Lloyd wird von ihm zunächst nicht als Gefahr wahrgenommen, doch als Diane - völlig overdressed im Ballkleid auf einer House-Party – plötzlich merkt, dass sie lieber eine von vielen als die Eine ist, muss Papa härter Geschütze auffahren. Ungünstig für ihn, dass ausgerechnet jetzt seine ganz und gar nicht sauberen, beruflichen Machenschaften ans Tageslicht kommen und somit auch sein Bild in den Augen der Tochter nicht nur bröckelt, sondern nach und nach komplett zerbricht.

Obwohl es sich bei Teen Lover um eine Auftragsarbeit handelt, gelingt Cameron Crowe damit ein individuelles Debüt als Filmemacher nach Maß. Die Idee wurde ihm vorgegeben, alles andere entwickelte er in einer aus persönlichen Erfahrungen und kreativen Gedanken verquickten Mischung, die so letztendlich mehr oder weniger ungefiltert den Weg auf die Leinwand fand. Dementsprechend wirken Plot und Figuren nie aufgesetzt, eher organisch. Klischees drohen hier an jeder Ecke, doch anstatt eine weitere Teenie-Romanze mit Jux und Dollerei vom Fließband einzutüten, entwickelt sich Teen Lover zum ernsthaften Liebesfilm, der sogar an zwei Baustellen gleichzeitig ganze Arbeit abliefert. Der Beziehungsebene wird nicht nur im amourösen Aspekt behandelt, die Vater-Tochter-Situation ist von mindestens gleichwertiger Bedeutung. Tatsächlich ist es erst der Kulminationspunkt dieses komplizierten, hier jedoch aus allen Perspektiven jederzeit schlüssigen und empathischen Konstrukt, das Teen Lover so bemerkenswert macht. Selbst die popkulturell oft ausgeschlachtete Ghetto-Blaster-Szene ist in ihrem gezeigten Kontext so weit weg von Kitsch, angenehm beiläufig, und dennoch auf verständliche Weise prägend, man kann es aus heutiger Sicht fast gar nicht glauben.

„Ein Leben lang habe ich ihr versucht klarzumachen, dass Mittelmaß unser größter Feind ist. Und jetzt entscheidet sie sich für das Mittelmaß.“

Fazit

„Teen Lover“ sollte bloß nicht auf die ikonisch stilisierten Fragmente reduziert werden, das kann man gerne mit andere Teeniefilmen der 80er betreiben, die sonst nicht viel Substanz innehaben. Das hier ist ein wirklich wunderschönes, hervorragend aufgebautes Beziehungsdrama, das nicht nur mit einem simplen Boy-meets-Girl-Märchen zufrieden ist. Cameron Crowe entpuppt sich in der Tat als der legitime Nachfolger bzw. Vermächtnishüter von John Hughes, in dem er dessen Stil und Beobachtungsgabe mit einem letzten, würdevollen Salut zu Grabe trägt. Ein wahrhaft berührendes Denkmal.

Autor: Jacko Kunze

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