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Inhalt

In dem Sommer, den Bryan Adams rückblickend als besten seines Lebens besingt, machen vier Jugendliche einen Roadtrip durch den Süden der USA. Was Dean Hill (Taylor Handley), seine Freundin Bailey (Diora Baird), sein Bruder Eric (Matthew Bomer) und dessen Verlobte Chrissie (Jordana Brewster) dabei erleben, klingt aber so gar nicht wie ein fröhlicher Ausflug zur besten Zeit des Jahres, ganz im Gegenteil. In Texas treffen die vier zunächst einmal auf eine verrückte Rockerbraut, die die Gruppe mit ihrer abgesägten Schrotflinte zu überfallen versucht. Der selbsternannte Sheriff Hoyt (R. Lee Erney) aber weiß das auf blutige Art und Weise zu verhindern. Und ebenso blutig geht der Trip weiter: Kaum gerettet, finden sich die vier Teenager auch schon von einer inzestuösen Kannibalensippe verfolgt. Für die fachgerechte Schlachtung des Frischfleisches ist Neffe Thomas (Andrew Bryniarski), der später unter seinem Pseudonym "Leatherface" Bekanntheit erlagen wird, zuständig...
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Hollywoods einstige Krach-Bumm-Ente Michael Bay (Transformers) bewies 2003 ein gutes Gespür, in dem er Tobe Hoopers legendärem Terror-Klassiker The Texas Chain Saw Massacre - Blutgericht in Texas von 1974 ein zeitgemäßes Remake spendierte. Auch wenn Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre nicht alle Fans des Originals und erst recht nicht die Kritiker überzeugen konnte, von der breiten Masse des Genre-Publikums wurde der Film überwiegend wohlwollend aufgenommen. Besonders die damals neue Generation Horrorzuschauer*innen, für die Hoopers Original womöglich zu angestaubt schien, schätzten diese wesentlich explizitere Neuinterpretation, die moderne Sehgewohnheiten eher bediente. Ein weiterer Film war aufgrund des kommerziellen Erfolges nur eine Frage der Zeit und sollte 2006 mit Texas Chainsaw Massacre: The Beginning auch folgen. Wie es der Titel bereits andeutet, handelte es sich hierbei um ein Prequel, das vier Jahre vor der Handlung des Vorgängers angelegt ist und die Fragen beantwortet, die sich ehrlich gesagt nie jemand gestellt hat. Wie schon beim Vorgänger übernahm Michael Bay dabei die Regie nicht selbst. Damals überließ er sie dem Deutschen Marcus Nispel (Freitag der 13.), diesmal war Jonathan Liebesman (Teenage Mutant Ninja Turtles) an der Reihe.

In Deutschland sorgte die bisherige Veröffentlichungspolitik für große Unzufriedenheit, kam der Film seinerzeit doch nur in einer um unfassbare 8 Minuten gekürzten Fassung in die Kinos und auch beim Heimkinorelease kam es zu massiven Unstimmigkeiten. Der Grund dafür war, dass großspurig eine Unrated-Fassung beworben wurde, in der aber immer noch 49 Sekunden der Schere zum Opfer fielen. Selbst diese geschnitten Fassung wurde recht schnell auf die berühmt-berüchtigte Liste B gesetzt, was praktisch einer bundesweiten Beschlagnahmung gleichkommt und somit einen legalen Vertrieb hierzulande unmöglich machte. In der Folge boomte die Bootleg-Markt für diesen Film, bis die Indizierung im letzten Jahr aufgehoben wurde und er nun endlich in der komplett ungeschnittenen Fassung in Deutschland legal zu erwerben ist. Für viele Sammler ein Fest, aber lohnt der Film an sich denn überhaupt die Anschaffung abseits der Tatsache, dass er lange einfach nicht verfügbar war und somit – wie einst das Original – allein deshalb eine Art Prestigestatus innehatte (den er damit mehr oder weniger auch wieder eingebüßt hat)?

Das muss letztlich natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber wie schon beim direkten Vorgänger handelt es sich bei Texas Chainsaw Massacre: The Beginning nicht um einen wirklich guten Film. Aber auch wie sein Vorgänger verfügte er über ein sehr gutes Timing bei seiner Veröffentlichung und ein Gespür für den Zeitgeist. Nach dem Erfolg von Filmen wie Saw oder Hostel dreht das Prequel die Gewalt- und Sadismus-Schraube deutlich in die Höhe, was auch der Grund für die massiven Kürzungen seiner Zeit war. Nachdem Klein-Leatherface zunächst im Schlachthof geboren und in die Babyklappe auf texanische Art (a.k.a. Mülltonne) gestopft wurde, wird er gottlob noch gerettet und von der liebenswerten Sawyer-Familie großgezogen. Das war es auch schon mit der Vorgeschichte, denn es folgt ein Zeitsprung von dreißig Jahren und nun folgte im Prinzip exakt das Gleiche, was auch schon im Original bzw. dem direkten Vorgänger geschah: eine Gruppe junger Menschen auf der Durchreise strandet in den Fängen der kannibalischen Assi-Sippschaft und alsbald lässt Leatherface auch schon die Kettensäge knattern. 

Gut, wir erfahren auch noch, warum Familienoberhaupt Charlie (R. Lee Ermey, Full Metal Jacket) eigentlich als Sheriff unterwegs ist und wie das wütende Riesenbaby denn zu seinem Spitznamen und der Frisch-Fleisch-Maskierung gekommen ist, aber das konnte man sich a) ja ehrlich gesagt schon denken und b) – wie bereits erwähnt – wen hat das denn vorher ernsthaft interessiert? Dieses ganze Origins-Ding ist nicht mehr als ein vorgeschobenes Alibi, um einen erneut denselben Ablauf wie immer zu präsentieren, diesmal halt nur noch mal um drei bis zehn Stufen härter. Es ist Erntezeit auf dem Gore-Bauernhof und wo das Original seine viehische Brutalität nur geschickt suggerierte und es der Vorstellungskraft des damals trotzdem schockierten Publikums überließ, hält Jonathan Liebesman mit voller Wucht drauf. In Zeiten, in denen Art The Clown in Terrifier 2 Menschen beim lebendigen Leibe komplett häutet und pökelt mag das auch nicht mehr die Spitze des Eisberges (im mehr oder weniger Mainstream) sein, zartbesaitet Gemüter dürften hier manche Szenen aber immer noch übel auf den Magen schlagen.

Das kennt man alles, das hat nichts mehr von der verschwitzten Stimmung und dem authentisch-schmierigen Look, der das Original so einzigartig machte; das wirkt mehr klinisch-kalkuliert anstatt wirklich dreckig und abgeranzt und ist einzig und allein auf seinen unbarmherzigen Sadismus wie seinen bestialischen Gewaltgrad fokussiert, aber eines muss man Texas Chainsaw Massaxre: The Beginning einfach lassen: da kennt er wahrhaft keine Kompromisse. Und damit erfüllt er einfach ein gewisses Bedürfnis, eine gewisse Nische, die man oft nur aus billigen Independent-Produktionen kennt, dafür hier mit den Mitteln eines validen Hollywood-B-Movies. Das ist primitiv und inhaltlich völlig verzichtbar, doch dieses TCM-Universum besitzt einen ganz eigenen Reiz, der selbst diese brachiale Pottsau irgendwie nicht komplett zu nehmen ist. Und das dies nicht einfach automatisch mit der Lizenz einhergeht, beweist nicht zuletzt so was wie Texas Chainsaw 3D

Fazit

Hand-gesägter Texas-Eintopf nach bewährtem Familienrezept, zum xten Mal aufgewärmt, was ihn in dem Fall aber nicht schmackhafter macht. Als grobschlächtige Gore-Schweinerei aufgrund seiner furchtlosen Kompromisslosigkeit aber mit einem Aroma versehen, das so auch nicht jeder besitzt. Nichts für Feinschmecker und mit der Chance auf heftiges Sodbrennen im Abgang, aber manchmal hat man auf so was einfach einen Japp. Ob man es hinterher bereut, ist in dem Moment nicht von Belang.

Kritik: Jacko Kunze

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