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In einer turbulenten Mischung aus Tragik-Komödie und Märchen erzählt Terry Gilliam die Geschichte von zwei gebrochenen Männern, deren Schicksale durch ein schreckliches Ereignis in ihrer Vergangenheit verbunden sind. Gemeinsam machen sie sich auf, in einer abenteuerlichen Mission nicht nur den Heiligen Gral, sondern auch sich selbst zu retten.
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Kritik

Wer Die Ritter der Kokosnuss bisher für die chaotischste Gralssuche der Filmgeschichte gehalten hat, der liegt leider etwas daneben. Tatsächlich ist der Film nicht einmal die chaotischste Gralssuche in der Filmografie von Terry Gilliam (Brazil), denn mit König der Fischer machte sich der amerikanische Regisseur selbst ernstzunehmende Konkurrenz. Natürlich muss man anmerken, dass dieser Vergleich weder sonderlich sinnvoll, noch wirklich passend ist und deswegen auch nicht wirklich ernst genommen werden sollte. Denn während das allseits bekannte Meisterstück der Komikertruppe Monty Python puren Klamauk im historischen Gewand der literarisch bekannten Gralssaga repräsentiert, ist König der Fischer ein ungleich moderneres Märchen, welches die Motive auf rein symbolischer Natur ins New York der 80er Jahre überträgt.

Seine Wurzeln kann und will Gilliam dennoch nie verbergen. Obwohl König der Fischer im Grunde ein eher tragischer Film ist, kommt der abgedrehte Humor des Regisseurs immer wieder zur Geltung. Schließlich wäre es auch verschenktes Potential Robin Williams (Good Will Hunting) in die Rolle eines egozentrischen Karrieremenschen zu stecken. Nein, diese Position wird dann doch besser von Jeff Bridges (The Big Lebowski) bekleidet, während Williams den psychisch verwirrten Straßenpenner gibt. Durch eine unglückliche Fügung des Schicksals werden die beiden miteinander verbunden, müssen sich zunächst akzeptieren und dann lieben lernen. Wirklich köstlich sind deswegen vor allem jene Szenen, die vollends von dem ungleichen Duo ausgefüllt werden und zwischen wahnwitziger Komik und tragischer Offenheit schwanken.

Dabei mutet das Konzept des ungleichen Paars zunächst wie ein recht abgestandenes Mittel zum Zweck an, dem sich im Laufe der Jahre vor allem mittelmäßige Komödien bedient haben. Terry Gilliam verwandelt es hingegen in eine herzerwärmende Geschichte über Freundschaft und Vergebung, gebündelt unter dem omnipräsenten Motiv der Gralssuche. So versteht sich König der Fischer eben auch als Aufruf zur Nächstenliebe und als klares Statement gegen Vorurteile. Manchmal chaotisch, dann wiederum liebenswert und angenehm ehrlich beherrscht es der Film ausgezeichnet zwischen seinen verschiedenen Gangarten zu wechseln und entwickelt sich dadurch auch zu einem sehr dynamischen Filmgenuss.

Die Nebenfiguren drohen dagegen schon fast ein Stück zu sehr in den Hintergrund zu rücken und obwohl durchaus Platz für Annes (Mercedes Ruehl) aufopferungsvolle Gefühlswelt ist, scheint diese doch eher als Hintergrund für Bridges Figur zu fungieren. Nichtsdestotrotz ist König der Fischer auch ein inszenatorisch wunderbar stimmig eingefangenes Werk, angefüllt mit liebevollen Anspielungen und kleinen Details. Durch und durch Terry Gilliam, möchte man meinen. Ein modernes Märchen, welches sein Herz definitiv am rechten Fleck hat und so zum tragikomischen Erlebnis der Extraklasse heranreift.

Fazit

Einfühlsam, ehrlich und abgedreht. „König der Fischer“ vereint bekannte Qualitäten eines Terry Gilliams mit der lebensbejahenden Geschichte einer sehr speziellen Männerfreundschaft. Der Film entzieht sich angenehm bekannten Mustern ohne aufgesetzt zu wirken, aber ist in seinem Kern aufrichtig genug, um seine Zuschauerschaft zu bewegen. Nicht zuletzt auch wegen Jeff Bridges und Robin Williams eine klare Empfehlung.

Autor: Dominic Hochholzer

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