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Ein Serienmörder hat es scheinbar auf Mitglieder der katholischen Kirche abgesehen. Woche für Woche wird jeden Freitag eine Nonne oder ein Priester ermordet, als Markenzeichen wird in ihrer Hand ein Rosenkranz zurückgelassen. Der Killer offenbart sich Father Robert Koesler im Beichtstuhl, dem sind daraufhin jedoch die Hände gebunden. Verzweifelt versucht er Schlimmeres zu verhindern, ohne dabei sein Gelübde zu verletzen.

Kritik

Mit Das Grauen kommt um Zehn (When a Stranger Calls, 1979) gelang Regisseur Fred Walton ein kleiner Klassiker des Psychothrillers. Nüchtern betrachtet muss relativiert werden, dass eigentlich nur die erste Hälfte beinah legendär ist und Inspirations- wie Zitierquelle für eine Reihe von Trittbrettfahrern und ehrlichen Hommagen verkörpert. Aber allein das ist ja schon mal was. Seine Karriere versandete im Anschluss in bedeutungslosen TV-Produktionen. Acht Jahre nach seinem einzigen Hit durfte er nochmal bei einem Kinofilm das Zepter schwingen: Der Mörder mit dem Rosenkranz, nach dem (im Original) gleichnamigen Roman von William X. Kinezle. Das adaptierte Script verfasste er sogar in Gemeinschaftsarbeit mit Krimi- und Neo-Noir-Spezialist Elmore Leonard (Jackie Brown), am Ende kam leider trotzdem nur ein dürftiger Mischmasch lose interessanter Anhaltspunkte zustande.

Ein Serienkiller wütet in den Reihen der katholischen Kirche. Woche für Woche, kein klar erkennbares Muster, nur der Rosenkranz als Signatur in den Händen der Opfer. Father Koesler (Donald Sutherland, 1900) kennt alles und jedem im näheren Umkreis seiner Glaubensgemeinde und wäre nicht nur deshalb erster Ansprechpartner, er wird schnell sehr persönlich involviert. Zunächst stirbt eine ihm sehr nahestehende Schwester und er ist als erster am Tatort, danach sucht der Mörder direkten Kontakt zu ihm. Er offenbart sich ihm im Beichtstuhl. Gebunden an sein Gelübde darf Koesler sich nicht an die Polizei wenden, versucht dennoch die angekündigte Mordserie aufzuhalten. Das gestaltet sich als sehr kompliziert, obwohl er relativ schnell den Killer identifizieren kann.

Der Mörder mit dem Rosenkranz könnte ein richtig guter Film sein. Im Prinzip spielt er mit einer sehr spannenden Problematik: Das sich die katholische Kirche mit selbstformulierten Dogmen wie dem Beichtstuhlgeheimnis, dem Schweigegelübde, der moralisch nachtragenden Verdammung und gleichzeitigen viel zu schneller Absolution nach braver „Buße“ in ihren Mechanismen praktisch selbst denunziert. Das alles schlummert tatsächlich in der Geschichte, aber die Beteiligten wissen damit kaum umzugehen. Die kritischen Randnotizen werden so beiläufig erwähnt wie möglichst schnell wieder vergessen, anstatt sie wirklich effektiv in den Plot zu integrieren. Obwohl nur das den wahren Reiz ausmachen würde. Alfred Hitchcock machte 1953 mit Ich beichte vor, wie dieser Gewissenskonflikt als exzellenter Suspense-Thriller funktionieren kann. Weder Suspense-, noch halbwegs solide Whodunnit-Stimmung stellt sich hier ein, da nur alle paar Minuten eine weitere, unbekannte Person ermordet wird und die dazwischen schläfrigen One-Man-Ermittlungen auf nichts Überraschendes hinauslaufen. Wenn man schon den Beichtstuhl als Mitwisser hat, sollte das doch die Trumpfkarten sein. Ich weiß ab dann, wer es warum war und versuche damit umzugehen. Stattdessen wird dann immer noch eine langweilige (weil offensichtliche) Tätersuche betrieben, an dessen Ende es auch keine schlaue Pointe gibt, dafür eine abstruse Systematik (weil Spinner halt so töten). Mündend in dem minimal vorausgesetzten Finale aus der Konserve, für das (ein souveräner) Donald Sutherland und (ein viel zu überzeichneter) Charles Durning (Hudsucker – Der große Sprung) verschenkt wirken.

Fazit

Unterdurchschnittlicher Thriller auf Groschenroman-Niveau. Donald Sutherland schlägt sich wacker, die konstruierte und kläglich verschleuderte Prämisse kratzt aber maximal an der Oberfläche. Müde B-Movie-Kost, die sich wohl mal höhere orientieren wollte.

Autor: Jacko Kunze

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