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Paris (Orlando Bloom), der schwer verliebte Prinz von Troja, verschleppt die spartanische Königsgemahlin Helena (Diane Kruger) in seine Heimat. Der spartanische König Menelaos (Brian Gleeson) kann diese Beleidigung nicht hinnehmen. Unter der Leitung von seinem Bruder Agamemnon (Brian Cox), dem mächtigen König von Mykene, schließen sich weitere griechische Könige zusammen, um Troja zu vernichten, darunter auch der berühmteste Krieger Achilles (Brad Pitt). Das Hauptmotiv von Agamemnon ist nicht die Ehre seines Bruders wiederherzustellen, sondern seine Habgier: der Fall von Troja würde für ihn einen großen Sieg bedeuten und die Vorherrschaft seines bereits riesigen Reiches sichern. Unter der Führung des gewaltigen Prinz Hektor (Eric Bana) halten aber Trojas Mauern besser stand als von den Griechen geplant…

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Sehr frei nach Homers Ilias interpretiertes, 200 Millionen $ schweres Blockbuster-Spektakel vom heimischen Hollywood-Export Wolfgang Petersen (Air Force One), dass zum Start von Christopher Nolans aktuellem Straßenfeger Die Odyssee auf Streamingplattformen eine kleine Renaissance erlebt. Ob sich der Blick zurück lohnt (oder ob er aufgrund des damals schon verhaltenen Feedbacks jemals der Rede wert war), darauf sollen die folgenden Zeilen vielleicht etwas Aufschluss liefern.

Eine wirklich literarisch korrekte Adaption kann und sollte man unter diesen Voraussetzungen gar nicht erwarten und soll überhaupt nicht Gegenstand der Kritik werden. Selbstverständlich werden nur die bekanntesten Ingredienzien der Vorlage verwendet und die Handlung deutlich komprimiert, selbst bei 150 Minuten Laufzeit. Die investiert Wolfang Petersen naturgemäß lieber in Schauwerte statt Inhalt und diese sind nicht nur für den Standard 2004, sondern teilweise heute noch durchaus beachtlich. Ganz ohne CGI kommt man natürlich schon längst nicht mehr aus, aber Petersen gehört eindeutig noch zu der letzten Generation des „klassischen Filmemachens“ im Popcorn-Wunderland, bei dem es noch haufenweise echte Statisten und haptische, mit heutzutage als völlig unnötig erachteten Aufwand errichtete Kulissen gibt. Bei dem Budget damals fast noch selbstverständlich, aber wenn heute ebenso oder noch kostspieligere Werke so was überhaupt nicht mehr bewerkstellig können (oder wollen), erscheint Troja inzwischen fast schon „erfrischend“ und in diesen Momenten wesentlich angenehmer als so einiges, aktuelles Vergleichsmaterial. Das muss er aber auch schon zwingend, denn sonst gibt es hier wenig Erbauliches zu berichten.

Vollgestopft mit Stars und Sternchen wird auf die Promi-Pauke gehauen, da geben sich die bekannten Namen selbst in kleinen Rollen die Klinke in die Hand. Ebenso unpassend glamourös wirkt das Ganze aber auch. Wie direkt vom Schminktisch, der Styling-Lounge oder der Foto-Session eingeflogen strahlen und funkeln Brad Pitt (F1 – Der Film), Eric Bana (Apex) oder Diane Kruger (Amrum) in der sonnendurchfluteten Optik, als gelte es noch Strandurlaube in Griechenland zu bewerben. Ein aufwändiges, gnadenlos auf Hochglanz getrimmtes Kostümfest, das zwar ganz ordentlich Massen- und Kampfszenen auffährt, sich dazwischen jedoch mit hochnotpeinlichen Telenovela-Dialogen durchgehend der prätentiösen Lächerlichkeit preisgibt. Nicht umsonst stand Diane Kruger durch ihren ersten, großen Blockbuster direkt massiv in der Kritik, aber was soll diese - wie sich später noch herausstellen sollte – durchaus begabte Darstellerin auch machen, wenn man so einem Unfug ausgeliefert ist? Spezielle bei ihren Szenen mit Orlando Bloom (Deep Cover) möchte man schon als unbeteiligte Zusehenden sich am liebsten in irgendein Loch verkriechen, der Fremdschamfaktor tendiert ins schwer Zumutbare. 

Das liegt aber ausdrücklich nicht an ihr (an dem in jeder anderen Szene nicht minder unerträglichen Orlando Bloom schon eher), bei diesem Script kann man nur nach der Devise „Augen zu und durch“ handeln. Absurde Dialoge und triefendes Pathos, große Gesten ohne Substanz, all das muss man ertragen, wenn einen Troja nicht gerade mit der ein oder anderen, gut inszenierten Spektakelszene kurzzeitig fast droht bei Laune hält. Einige Nebendarstellern wie die immer verlässlichen Brian Cox (Adaption) oder Brendan Gleeson (The Banshees of Inisherin) stechen noch aus einem wahllos zusammengewürfelten Cast positiv hervor, angeführt von einem eitel aufspielenden Brad Pitt, dessen Performance einer Selbstparodie sehr nah kommt. Aber auch er ist wohl eher Opfer der Rahmenbedingungen. Eine sehr teure, leidlich spaßige Luftpumpe (die viel zu spät wohl noch versucht auf den längst abgedamften Gladiator-Hypetrain aufzuspringen), der auf Strecke trotz einiger vorsichtiger Guilty Pleasure-Anflüge irgendwann deutlich die Puste ausgeht. 

Fazit

Mit viel Wohlwollen, wenig Anspruch und einem Hang zum völlig überkandidelten Edel-Trash kann man selbst so einem inhaltlichen Autounfall wie „Troja“ einen gewissen Unterhaltungswert abgewinnen, ausdrücklich loben dafür sollte man ihn aber keinesfalls. Das fällt gerade so unter den Begriff „Schadensbegrenzung“. 

Kritik: Jacko Kunze

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