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David Fincher, Denis Villeneuve & Joaquin Phoenix schlagen Alarm: Über 1.000 Hollywood-Stars kämpfen gegen Paramount-Warner-Deal

Stu

Von Stu

Bildnachweis: © Paramount

Die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount sorgt in Hollywood für wachsenden Widerstand. Mehr als 1.000 Kreative aus Film und Fernsehen haben sich in einem offenen Brief gegen den Deal ausgesprochen. Zu den prominenten Unterzeichnern zählen unter anderem David Fincher, Denis Villeneuve, J. J. Abrams, Emma ThompsonYorgos Lanthimos, Rose Byrne, Jane Fonda und Joaquin Phoenix. Ihr gemeinsames Anliegen: Die Folgen einer solchen Fusion könnten weit über wirtschaftliche Aspekte hinausgehen.

Sorge um Arbeitsplätze und Branchenvielfalt

Im Zentrum der Kritik stehen mögliche Einschnitte beim Personal, wie sie bei großen Unternehmenszusammenschlüssen häufig auftreten. Die Unterzeichner*innen warnen davor, dass die Interessen weniger Entscheidungsträger über das Wohl der gesamten Branche gestellt würden. Ihrer Ansicht nach könnte dies nicht nur Arbeitsplätze gefährden, sondern auch die kreative Vielfalt in der Unterhaltungsindustrie nachhaltig schwächen.

Der offene Brief (der in voller Gänze unten zu finden  ist) wurde in diversen Publikationen veröffentlicht, darunter auch in der New York Times, und betont die Bedeutung von Wettbewerb für eine funktionierende Wirtschaft und demokratische Strukturen. Ohne ausreichende Konkurrenz drohe eine Konzentration von Macht, die langfristig Innovation und künstlerische Freiheit einschränken könnte.

Unterstützung trotz persönlicher Verbindungen

Neben den bereits genannten Namen gehören auch Javier Bardem, Mark Ruffalo, Elliot Page, Damon Lindelof und Glenn Close zu den prominenten Unterstützer*innen. Besonders Lindelof (bekannt unter anderem für seine Serie Watchmen) äußerte sich öffentlich zu seiner Entscheidung. Obwohl er den potenziellen neuen Entscheidungsträger David Ellison persönlich schätzt und als engagierten Filmfan beschreibt, überwogen für ihn die Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Beschäftigten hinter den Kulissen.

Gerade diese sogenannten „Blue-Collar“-Arbeitskräfte der Branche stünden aus seiner Sicht im Risiko, sollten Synergien durch Stellenabbau realisiert werden. Gleichzeitig räumte Lindelof ein, dass eine solche Positionierung auch persönliche Konsequenzen haben könnte – etwa im Hinblick auf zukünftige Projekte.

Abseits der öffentlichen Kritik gilt es als unwahrscheinlich, dass der Protest die Entscheidung maßgeblich beeinflusst. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass wirtschaftliche Interessen weiterhin im Vordergrund stehen. So könnte David Zaslav, CEO von Warner Bros. Discovery, im Falle eines erfolgreichen Abschlusses der Transaktion finanziell erheblich profitieren.

Das ist der Offene Brief aus Hollywood:

Als Filmschaffende, Dokumentarfilmer*innen und Fachkräfte aus der Film- und Fernsehbranche möchten wir unsere uneingeschränkte Ablehnung der geplanten Fusion zwischen Paramount und Warner Bros. Discovery zum Ausdruck bringen.

Diese Transaktion würde eine ohnehin stark konzentrierte Medienlandschaft weiter verdichten und den Wettbewerb in einem Moment schwächen, in dem unsere Branche – ebenso wie das Publikum, für das wir arbeiten – ihn dringender denn je benötigt. Die Folgen wären weniger Chancen für Kreative, ein Rückgang von Arbeitsplätzen entlang der gesamten Produktionskette, steigende Kosten sowie eine geringere Auswahl für Zuschauer*innen in den USA und weltweit. Besonders besorgniserregend ist, dass sich die Zahl der großen US-Filmstudios durch diesen Zusammenschluss auf nur noch vier reduzieren würde.

Unsere Branche steht bereits jetzt unter erheblichem Druck, nicht zuletzt infolge früherer Fusionswellen. Wir beobachten einen deutlichen Rückgang bei der Anzahl produzierter und veröffentlichter Filme sowie eine zunehmende Verengung der erzählten Stoffe. Immer häufiger entscheiden wenige einflussreiche Unternehmen darüber, welche Projekte realisiert werden – und zu welchen Bedingungen. Für Kreative und unabhängige Firmen bleiben dadurch immer weniger tragfähige Wege, ihre Arbeit fortzuführen.

Die fortschreitende Medienkonzentration hat das Verschwinden von Filmen mittlerer Budgetgröße beschleunigt, die unabhängige Verwertung geschwächt, den internationalen Verkaufsmarkt nahezu zum Erliegen gebracht, bedeutende Gewinnbeteiligungen abgeschafft und die Verlässlichkeit von Credits untergraben.

In ihrer Gesamtheit gefährden diese Entwicklungen die Stabilität der gesamten kreativen Gemeinschaft. Davon betroffen sind auch zehntausende Beschäftigte, die überwiegend in kleinen Unternehmen und unabhängigen Betrieben tätig sind und fest in lokalen Wirtschaftskreisläufen und Gemeinschaften verankert sind.

Mit großer Sorge beobachten wir Anzeichen dafür, dass diese Fusion unterstützt wird, obwohl sie vor allem den Interessen einer kleinen Gruppe mächtiger Akteur*innen dient und nicht dem Gemeinwohl. Die Integrität, Unabhängigkeit und Vielfalt unserer Branche würden erheblich Schaden nehmen.

Wettbewerb ist eine zentrale Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft und eine lebendige Demokratie – ebenso wie eine durchdachte Regulierung und deren konsequente Durchsetzung. Die zunehmende Medienkonzentration hat bereits jetzt eine der wichtigsten globalen Industrien der USA geschwächt – eine Branche, die über Jahrzehnte hinweg Kultur geprägt und Menschen weltweit miteinander verbunden hat.

Immerhin gibt es erste Anzeichen für Gegenmaßnahmen: Der Generalstaatsanwalt von Kalifornien, Rob Bonta, prüft Berichten zufolge gemeinsam mit Kolleg*innen aus anderen Bundesstaaten die Fusion und erwägt rechtliche Schritte, um sie zu stoppen. Wir begrüßen diese Initiative ausdrücklich und sind bereit, alle Maßnahmen zu unterstützen, die den Wettbewerb sichern, Arbeitsplätze schützen und eine lebendige Zukunft für unsere Branche, die amerikanische Kultur und einen ihrer wichtigsten Exportzweige gewährleisten.

Den kompletten Brief in englischer Sprache mit allen Namen der Unterzeichner*innen könnt ihr euch hier durchlesen.

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